Pflege durch Angehörige

Die drei Varianten der privaten Pflegezusatzversicherung

Mit Pflegegrad bis zu 4.000 € Zuschuss

Mit dem Thema Pflege müssen sich die meisten Menschen irgendwann im Laufe ihres Lebens auseinandersetzen – oft wenn die eigenen Eltern pflegebedürftig werden.

Ein Pflegefall in der Familie führt neben der psychischen Belastung in den meisten Fällen auch zu hohen finanziellen Belastungen.

Zur Absicherung dieses finanziellen Risikos bieten die Versicherungen drei unterschiedliche Lösungen an.

Durch die vielen Absicherungsmöglichkeiten bei den privaten Pflegezusatzversicherungen ist es für den Verbraucher relativ schwer, die Versicherungen miteinander zu vergleichen und für den persönlichen Bedarf die optimale Zusatzversicherung zu finden. Deshalb erläutern wir die drei Möglichkeiten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Übrigens: Wenn Sie sich ausrechnen möchten, wie viel Sie im Pflegefall selbst dazuzahlen müssen, können Sie dies gerne über unseren kostenlosen Pflegelückenrechner machen.

Bei allen Varianten ist die Höhe des zu zahlenden Beitrages grundsätzlich von 3 Faktoren abhängig.

1.) Das Alter – je jünger, desto niedriger der Beitrag

2.) Der Gesundheitszustand – je gesünder, desto niedriger der Beitrag

3.) Leistungen – je geringer die Leistungen, desto niedriger der Beitrag

1.) Pflegetagegeld-Versicherung

Die am häufigsten genutzte Lösung ist die Pflegetagegeld-Versicherung (auch Pflege-Bahr genannt). Hier legt der Versicherungsnehmer die Höhe des Tagessatzes selbst fest. Das Tagegeld wird ausbezahlt, wenn die versicherte Person pflegebedürftig wird.

Die Tagessätze bewegen sich meist zwischen 10 Euro bis 100 Euro. Der Tagessatz wird dann mit 30 multipliziert und man erhält dann die Höhe des monatlich auszuzahlenden Pflegegeldes.

Das volle Pflegegeld wird bei den meisten Anbietern eines Pflegetagegeldes erst bei einer Pflegebedürftigkeit ab Pflegegrad 5 ausbezahlt oder nur bei stationärer Pflege.

Bei den Pflegegraden 1, 2, 3 und 4 werden in der Regel nur anteilige Leistungen von der privaten Pflegezusatzversicherung ausbezahlt. Es gibt jedoch auch Tarife, die frei wählbare Tagegelder in allen Pflegestufen / Pflegegraden erlauben.

Vorteile der Pflegetagegeldversicherung

  • Günstig.
  • Die Höhe der Pflegeleistungen ist flexibel wählbar.
  • Die Leistungen sind garantiert.
  • Die Auszahlungen sind nicht zweckgebunden, sondern stehen zur freien Verfügung.
  • Viele Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Nachteile der Pflegetagegeldversicherung

– Risikotarif – wenn die versicherte Person nicht pflegebedürftig wird, ist das Geld weg.

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2.) Pflegerentenversicherung

Die Pflege-Rentenversicherung ist eine Kombination aus Pflegeabsicherung und Sparanteil. Daher sind die Beiträge in Relation zur Pflegetagegeldversicherung auch wesentlich höher.

 

 

Der Versicherungsnehmer legt nicht die Höhe der Leistung in den einzelnen Pflegegraden / Pflegestufen fest, sondern die zu zahlende Monatsprämie. Auf dieser Grundlage erhält die versicherte Person bei einer Pflegebedürftigkeit eine lebenslange monatliche Rente ausbezahlt.

Dabei ist jedoch nur ein Teil der Rente garantiert – der Rest ist von der zukünftigen Zins- und Kapitalmarktentwicklung abhängig. Die Pflegerente steht den Pflegebedürftigen zur freien Verfügung.

Vorteile der Pflegerentenversicherung

  • Wenn die versicherte Person nicht pflegebedürftig wird, erhält man zumindest einen Teil des Geldes zurück.
  • Die Auszahlungen sind nicht zweckgebunden, sondern stehen zur freien Verfügung.
  • Viele Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Nachteile der Pflegerentenversicherung

  • Wesentlich teurer als Pflegetagegeldversicherung, da ein Sparanteil integriert ist.
  • Nur ein Teil der Pflegeleistungen ist garantiert.

 

3.) Pflegekostenversicherung

Die dritte Variante zur finanziellen Absicherung im Pflegefall ist die Pflegekostenversicherung. Hier übernimmt der Versicherer im Pflegefall einen vorher festgelegten Prozentsatz der tatsächlichen Pflegekosten. Das könnten beispielsweise 70 Prozent sein.

Der Pflegebedürftige kann über das versicherte Geld also nicht selber bestimmen, sondern es besteht gegenüber der Versicherung lediglich ein so genannter Sachleistungsanspruch. Die Versicherung erstattet die Kosten für die benötigte Pflege zum entsprechenden Prozentsatz.

Vorteile der Pflegekostenversicherung

  • Die Höhe der Leistungen erhöhen sich automatisch mit den Kosten im Pflegebereich.

Nachteile der Pflegekostenversicherung

  • Hohe Beitragssteigerungen wahrscheinlich.
  • Die Auszahlung ist zweckgebunden – hoher administrativer Aufwand.
  • Nur wenig Anbieter.

Warum eine private Pflegeversicherung abschließen?

– Weil es in jeder Familie statistisch gesehen zu einem Pflegefall kommt.
– Weil der Staat nur etwa die Hälfte der tatsächlichen Kosten deckt
– Weil die eigenen Kinder nicht für die Pflegekosten der Eltern aufkommen sollten
– Weil aus einem Pflegefall keine Armut entstehen darf
– Weil das eigene Vermögen gesichert werden soll

Unser Fazit

Die Absicherung im Pflegefall durch eine private Pflegezusatzversicherung ist in den meisten Fällen notwendig und sinnvoll. Bei der Höhe der Absicherung empfiehlt der Verbraucherschutz zumindest die Verdoppelung der gesetzlichen Leistung.

 

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Autor: Holger Rasch

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