Höheren Pflegegrad beantragen. Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Was Sie beachten sollten, wenn Sie einen höheren Pflegegrad beantragen möchten
Was Sie beachten sollten, wenn Sie einen höheren Pflegegrad beantragen möchten

Einen höheren Pflegegrad beantragen: Geht das so einfach? Wann macht das Sinn? Verliere ich unter UmstÀnden sogar meinen jetzigen Pflegegrad?

Viele pflegenden Angehörigen kennen die Situation, dass sich die PflegebedĂŒrftigkeit Ihres Angehörigen verschlechtert, der Pflegebedarf zunimmt und ihnen der Pflegegrad nicht mehr angemessen vorkommt.

Oftmals geht dieser Prozess schleichend voran. Doch ab wann kann der Antrag auf Höherstufung gestellt werden und welche Voraussetzungen mĂŒssen gegeben sein?

Im anschließenden Beitrag wollen wir unter anderem auf diese Fragen eingehen und Ihnen damit die Scheu vor einem Höherstufungsantrag nehmen.

Warum sollte eine Höherstufung des Pflegegrades beantragt werden?

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Mit der Zeit Ă€ndern sich oft die Anforderungen an die Pflege. Der PflegebedĂŒrftige braucht mehr UnterstĂŒtzung, die Pflege und Betreuung nehmen mehr Zeit in Anspruch. Der Pflegeaufwand steigt. Jetzt ist es Zeit darĂŒber nachzudenken, einen höheren Pflegegrad zu beantragen.

FĂŒr die Beantragung eines höheren Pflegegrades sprechen zwei schlagende Argumente:

  • TatsĂ€chlich sind viele Menschen unwissentlich in einen zu niedrigen Pflegegrad eingestuft.
  • Je höher der Pflegegrad, desto höher die Pflegeleistungen.

Wie stark sich das auswirken kann, sehen Sie auf unserer GegenĂŒberstellung der Pflegegradleistungen.

Ganz erheblich wirkt sich das zwischen dem Pflegegrad 1 und Pflegegrad 2 aus.

Aus der Tabelle erkennen Sie, welche Leistungen beim Pflegegrad 1 fehlen.

Leistungen der Pflegekasse Pflegegrad 1 Pflegegrad 2
Pflegegeld✘
Pflegesachleistungen ✘
Tages- und Nachtpflege ✘
Entlastungsbetrag
Pflegehilfsmittel
Kurzzeitpflege ✘
Verhinderungspflege ✘

Aber auch bei den anderen Pflegegraden sind die finanziellen Unterschiede gravierend.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Sie beim Pflegegrad 1 keinen Pflegepauschbetrag in Anspruch nehmen können. Ab einem Pflegegrad 2 erhalten Sie jÀhrlich zwischen 600 Euro und bis zu 1.800 Euro bei Pflegegrad 5. Auch hier gilt: Je höher der Pflegegrad, desto höher der Pflegepauschbetrag.

Hier einige GrĂŒnde, warum wir Sie ermutigen möchten, Ihren jetzigen Pflegegrad zu ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls einen höheren Pflegegrad zu beantragen:

  • Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes kommt hĂ€ufig schleichend. Keiner merkt mehr so richtig, dass die pflegebedĂŒrftige Person immer mehr UnterstĂŒtzung und Hilfe benötigt.
  • Manchmal fehlen nur ein oder zwei Punkte, um in den nĂ€chsthöheren Pflegegrad zu kommen. Das heißt, die Verschlechterung des Gesundheitszustandes muss gar nicht mal so gravierend sein.
  • Auch psychische Erkrankungen, wie z.B. Demenz, Depressionen, Herzneurosen usw. werden bei der Einstufung in einen Pflegegrad berĂŒcksichtigt.
  • Wenn Ihr jetziger Pflegegrad noch aus der Umwandlung von Pflegestufe zu Pflegegrad besteht, wĂ€re auch hier eine ÜberprĂŒfung sehr wichtig. Denn vor 2017 wurden hauptsĂ€chlich die körperlichen BeeintrĂ€chtigungen berĂŒcksichtigt. Die psychischen EinschrĂ€nkungen fließen erst seit 2017 in die Bewertung mit ein.
  • Der natĂŒrliche Alterungsprozess bringt neue Erkrankungen mit sich, die vielleicht beim Erstantrag nicht berĂŒcksichtigt wurden. Darunter fallen z.B. Krebserkrankungen, KnochenbrĂŒche wie Oberschenkelhalsbruch, Schlaganfall, Amputationen usw.
  • Chronische Krankheiten können sich im Laufe der Zeit verschlechtern (z.B. Diabetes, Parkinson, Epilepsie, multiple Sklerose usw.).

Bitte nicht vergessen!
Mit einem Pflegegrad haben Sie Anrecht auf monatliche Pflegehilfsmittel.

Mit unserem kostenlosen Pflegegradrechner können Sie prĂŒfen, welcher Pflegegrad bei Ihrem Angehörigen zutreffen könnte. Der Pflegegradrechner dient nur als ungefĂ€hrer Anhaltspunkt. Ausschlaggebend ist natĂŒrlich die Begutachtung durch den MDK.


Gut zu wissen

Seit Inkrafttreten des neuen PflegestĂ€rkungsgesetzes im Jahr 2017 werden nicht nur körperliche BeeintrĂ€chtigungen, sondern auch geistige und psychische BeeintrĂ€chtigungen bei der Begutachtung berĂŒcksichtigt.

Auswirkungen auf den Pflegegrad bei psychischen Erkrankungen

Was heißt das nun in der Praxis?

Bespiel

  • Herr Martin hatte körperliche Beschwerden und schwere Schmerzen. ZusĂ€tzlich hatte er infolge der Schmerzen schwere depressive Phasen.
  • Im Jahr 2016 erhielt er aufgrund der körperlichen EinschrĂ€nkungen eine Pflegestufe anerkannt. Die Depressionen wurden damals richtigerweise nicht berĂŒcksichtigt.
  • Da ab 2017 auch die psychischen EinschrĂ€nkungen mit in die Pflegegradfindung einbezogen werden, hat er bei gleichem Gesundheitszustand evtl. die Möglichkeit, einen höheren Pflegegrad zu erhalten.

In solch einem Fall wĂ€re es ratsam zu prĂŒfen, ob der Pflegegrad noch zutreffend ist. Eine ungefĂ€hre EinschĂ€tzung erhalten Sie ĂŒber unseren kostenlosen Pflegegradrechner. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag: Psychische Erkrankungen: So beantragen Sie einen Pflegegrad.

Was versteht man unter einem Höherstufungsantrag?

Bei einem Höherstufungsantrag geht es um die Erhöhung eines bereits vorhandenen Pflegegrades in eine höhere „Stufe“. Das ist dann der Fall, wenn sich bei dem PflegebedĂŒrftigen der Gesundheitszustand verschlechtert hat und deshalb fĂŒr die Pflege mehr Zeit benötigt wird.

Die Höhe des Pflegegrades richtet sich nach der SelbststĂ€ndigkeit des PflegebedĂŒrftigen. Je weniger der Betroffene selbst noch machen kann, umso höher wird der Pflegegrad ausfallen.

Den Höherstufungsantrag kennen Sie vielleicht auch unter den Begriffen

  • Antrag auf Änderung des Pflegegrades
  • Verschlimmerungsantrag
  • Verschlechterungsantrag.

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Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung, um einen höheren Pflegegrad zu beantragen

Kopf hoch! Wenn Sie einen höheren Pflegegrad beantragen möchten, ist das zwar ein wenig Aufwand, aber kein Hexenwerk. Es sieht viel schlimmer aus, als es tatsÀchlich ist. So gehen Sie vor:

Schritt 1: Pflegegrad ĂŒberprĂŒfen. PrĂŒfen Sie immer wieder, ob bei Ihrem Angehörigen ein höherer Pflegegrad gerechtfertigt wĂ€re. Dazu können Sie auch die EinschĂ€tzung des Pflegedienstes, des betreuenden Arztes oder auch von anderen Angehörigen einholen. Außerdem hilft Ihnen auch unser kostenloser Pflegegradrechner weiter.

Schritt 2: Antrag auf Höherstufung stellen. Stellen Sie bei der Pflegeversicherung einen Antrag auf Änderung des Pflegegrades. Sie können das online, telefonisch oder formlos schriftlich machen. Oder Sie fordern schon im Vorfeld bei Ihrer Pflegekasse einen Höherstufungsantrag an, den Sie dann ausgefĂŒllt an die Kasse zurĂŒckschicken. Der Antrag muss gewissenhaft und den Tatsachen entsprechend ausgefĂŒllt sein.

Der Antrag auf Höherstufung kann vom Betroffenen selbst, aber auch in Vertretung von den pflegenden Angehörigen oder dem Betreuer gestellt werden.

Wenn Sie einen höheren Pflegegrad beantragen, legen Sie sich im Antrag nicht schon auf einen Pflegegrad fest, sondern beantragen nur eine Höherstufung. Das heißt, Sie schreiben NICHT: „Ich bin in Pflegegrad 2 und möchte eine Höherstufung auf Pflegegrad 3 beantragen.“ Schreiben Sie nur: „Ich möchte eine Höherstufung meines Pflegegrades beantragen“.

Schritt 3: Pflegetagebuch fĂŒhren. FĂŒhren Sie ab jetzt ein Pflegetagebuch. Tragen Sie alles ein, was Sie tatsĂ€chlich an Pflegeleistungen erbringen. Hier ist selbst jede Kleinigkeit wichtig. Gedanken wie: „Das ist doch selbstverstĂ€ndlich, dass ich das mache und helfe“, haben nichts in der Beurteilung zu suchen. Wenn Sie unterstĂŒtzend zur Hand gehen mĂŒssen, dann gehört das in das Pflegetagebuch.

Schritt 4: Unterlagen besorgen. Es ist ratsam, VOR der Begutachtung alle notwendigen Arztberichte, Krankenhausentlassungsberichte, MedikamentenplĂ€ne, Gutachten und EinschĂ€tzungen von mitbehandelnden Ärzten usw. zu richten. Diese mĂŒssen dem Gutachter vorgelegt und mitgegeben werden, damit er die Gesundheitssituation umfassend beurteilen kann.

Schritt 5: Mitteilung Termin Begutachtung. Nachdem Ihr Höherstufungsantrag bei der Pflegeversicherung eingegangen ist, wird der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) mit Ihnen einen Termin zur Begutachtung vereinbaren. Sollte der MDK Ihnen innerhalb von 20 Arbeitstagen keinen Gutachter schicken können ist die Pflegekasse verpflichtet, Ihnen drei unabhÀngige Gutachter zur Auswahl zu stellen. Sie können sich dann einen Gutachter aussuchen.


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Schritt 6: Angehörigen vorbereiten. Bereiten Sie Ihren Angehörigen gut auf die erneute Begutachtung durch den MDK vor. Wir haben Ihnen hier einige Tipps zur Fehlervermeidung bei der MDK-Begutachtung zusammengestellt.

Schritt 7: Bescheid von der Pflegekasse. Die Krankenkassen mĂŒssen Fristen einhalten. Maximal 25 Arbeitstage nach Antragseingang erhalten Sie von der Pflegekasse Nachricht, ob Sie die Pflegegrad-Höherstufung genehmigt bekommen haben oder nicht.

Schritt 8: Widerspruch einlegen. Wurde der Antrag auf einen höheren Pflegegrad abgelehnt, haben Sie die Möglichkeit, fristgerecht Widerspruch einzulegen. Es reicht anfangs ein formloses Schreiben, dass Sie Widerspruch einlegen, danach sollten Sie jedoch unbedingt eine gute BegrĂŒndung an die Pflegekasse abgeben.

Schritt 9: Gutachten anfordern. Lag bei dem Ablehnungsbescheid kein Gutachten des MDKs bei, sollten Sie dieses sofort mit dem Widerspruch anfordern. Auf Basis dieses Gutachtens können Sie prĂŒfen, welche BeeintrĂ€chtigungen bei der Begutachtung nicht oder nicht ausreichend berĂŒcksichtigt wurden.

Schritt 10: Hilfe in Anspruch nehmen. Es ist erwiesen, dass von Laien eingelegte WidersprĂŒche hĂ€ufig abgelehnt werden. Deshalb empfehlen wir Ihnen, hier professionelle Hilfe von einem PflegesachverstĂ€ndigen in Anspruch zu nehmen. Die SachverstĂ€ndigen prĂŒfen das Gutachten und geben in der Regel eine erste EinschĂ€tzung ab, ob die Ablehnung gerechtfertigt ist.


Meine Empfehlung

Ich rate Ihnen dazu, den Antrag schriftlich (per Einschreiben oder Fax) zu stellen. Sollte der telefonische Antrag aus Versehen bei der Pflegekasse verloren gehen, haben Sie mit einem schriftlichen Dokument zumindest einen Nachweis, wann Sie den Antrag gestellt haben. Denn die höheren Pflegeleistungen erhalten Sie ab Antragstellung.

Antrag auf Höherstufung des Pflegegrades wurde abgelehnt. Was tun?

Leider wird eine hohe Zahl der VerschlimmerungsantrĂ€ge abgelehnt. Es gibt Statistiken die besagen, dass 6 von 10 AntrĂ€gen abgelehnt werden. Dabei wĂ€ren viele der AntrĂ€ge berechtigt und hĂ€tten tatsĂ€chlich zu einem höheren Pflegegrad fĂŒhren mĂŒssen.

Die Ursache fĂŒr die Ablehnung der Pflegegrad-Höherstufung des Pflegegrades kann viele GrĂŒnde haben. Das ist vergleichbar mit dem Erstantrag auf Pflegeleistungen. Auch hier werden leider hĂ€ufig berechtigte AntrĂ€ge abgelehnt oder zu niedrig eingestuft.

Das liegt dann meist an der Begutachtung selbst, dass hier Fehler unterlaufen sind, wie z.B.:

  • Die Begutachtung ist eine Momentaufnahme. Nur das, was der Gutachter im Moment sieht, kann er bewerten.
  • Der PflegebedĂŒrftige wurde gar nicht oder schlecht auf die erneute Begutachtung vorbereitet. Wenn dann die hilfebedĂŒrftige Person aus Scham behauptet wird, dass sie alles noch selber machen kann, dann wird der Gutachter das auch so bewerten.
  • Es wurden keine oder nur unzureichende Krankheitsunterlagen vorgelegt, die dokumentieren, wie schwer die Erkrankung mittlerweile ist.
  • Die pflegebedĂŒrftige Person hatte vielleicht einen besonders guten Tag und hat somit einen ganz anderen Eindruck vom Gesundheitszustand vermittelt, als dieser tatsĂ€chlich ist.
  • Der pflegebedĂŒrftige war vielleicht alleine und kein Angehöriger war bei der Begutachtung dabei. Das ist eine der denkbar schlechtesten Situationen. Meist sind die Betroffenen mit der Begutachtungssituation alleine ĂŒberfordert.
  • Manche Angehörige meinen auch, sie mĂŒssten die pflegebedĂŒrftige Person besonders „herausputzen“, damit die ganze Familie einen „guten Eindruck“ macht. Das verfĂ€lscht aber die tatsĂ€chliche Pflegesituation. Wenn eine Person nicht mehr alleine essen kann, sich stĂ€ndig das Hemd oder die Bluse verkleckert, dann sollte das der Gutachter auch so sehen. Nur so ist auch der erhöhte Pflegeaufwand gerechtfertigt.
  • Legen Sie die Pflegesituation so dar, wie sie ist. Beschönigen Sie nichts. Aber bleiben Sie bei der Wahrheit und versuchen Sie nicht, etwas schlimmer darzustellen als es ist.
  • Hier finden Sie noch weitere Tipps zur MDK-Begutachtung.

Ist Ihr Anspruch auf Höherstufung berechtigt, sollten Sie Widerspruch einlegen. Die Vorgehensweise zum Einlegen eines Widerspruchs bei einer abgelehnten Höherstufung ist gleich wie beim Widerspruchsverfahren beim Erstantrag auf Pflegeleistungen.

Nehmen Sie beim Widerspruch Hilfe in Anspruch. Ein guter PflegesachverstĂ€ndiger macht Ihnen eine kostenlose VoreinschĂ€tzung, ob Ihr Widerspruch Aussicht auf Erfolg hat. Dazu wird er sich das Gutachten anschauen und prĂŒfen, ob die Ablehnung berechtigt war.


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Ist auch eine Herabstufung des Pflegegrades möglich?

Das kann nicht klar mit einem „ja“ oder „nein“ beantwortet werden. Dazu möchte ich Ihnen ein paar ErklĂ€rungen abgeben:

  • Stichtag 31.12.2016/01.01.2017: Zum 01.01.2017 trat das neue PflegestĂ€rkungsgesetz in Kraft. Dabei wurden die bestehenden Pflegestufen in Pflegegrade umgewandelt. Wer jetzt noch einen aus aus der Pflegestufe umgewandelten Pflegegrad hat, hat Besitzstandsschutz. WĂŒrde der Gutachter bei der Neubewertung feststellen, dass z.B. anstatt Pflegegrad 3 nur noch ein Pflegegrad 2 gerechtfertigt wĂ€re, haben Sie weiterhin Anspruch auf Pflegegrad 3. Aber auch hier ist Vorsicht geboten! Der Besitzstandschutz gilt nicht, wenn Ihnen der Pflegegrad komplett aberkannt wird.
  • Pflegegrad nach dem 01.01.2017 erhalten: Wer nach dem 01.01.2017 das erste Mal pflegebedĂŒrftig wurde, kann durchaus auch herabgestuft werden. Aber das ist nur sehr selten der Fall. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Verschlechterung mit Ihrem Arzt oder Ihrem Pflegedienst besprechen.

Mein Tipp: Wenn Sie keinen Pflegedienst haben, muss in vorgegebenen AbstÀnden ein Pflegedienst bei Ihnen einen verpflichtenden Beratungsbesuch absolvieren. Sprechen Sie doch bei diesem Beratungsbesuch an, wie die Chancen auf eine Höherstufung bei Ihnen stehen.


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Wer kann bei der Antragstellung helfen?

Wenn Sie sich bei der Antragstellung unsicher sind, bzw. bei der Beantwortung einzelner Fragen, haben Sie Anspruch auf Beratung.

Hilfe beim AusfĂŒllen des Antrags können Sie in Anspruch nehmen durch:

Fazit

Wenn sich bei der pflegebedĂŒrftigen Person der Gesundheitszustand verschlechtert und damit die Pflege und UnterstĂŒtzung mehr Zeit als bisher in Anspruch nimmt, kann ein Antrag auf Höherstufung bei der Pflegekasse gestellt werden.

Voraussetzung dafĂŒr ist jedoch, dass bereits ein Pflegegrad vorhanden ist.

SchÀmen Sie sich bitte nicht, wenn Sie einen höheren Pflegegrad beantragen. Denn Ihnen stehen die Leistungen zu und damit ist gewÀhrleistet, dass die Pflege zum Wohle aller gesichert ist.

HĂ€ufige Fragen zum Antrag auf Änderung des Pflegegrades

Welche Kriterien werden bei der Pflegebegutachtung berĂŒcksichtigt?

Hier erfahren Sie mehr ĂŒber die Kriterien zur Pflegebegutachtung.

Bitte beachten Sie jedoch: Da die Begutachtungen meist nur eine Momentaufnahme. Da es gerade bei Demenzpatienten an „guten Tagen“ zu einer FehleinschĂ€tzung kommen kann, empfiehlt es sich ein Pflegetagebuch zu fĂŒhren. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, anhand Ihrer Auflistungen den tĂ€glichen Pflegebedarf glaubhaft zu belegen.

Denn bei der Begutachtung werden neben der Grundpflege auch der hĂ€usliche Versorgungsaufwand berĂŒcksichtigt.

Welche Unterlagen benötigt man fĂŒr den Antrag auf Änderung des Pflegegrades?

Die Personalien des PflegebedĂŒrftigen, inklusive der Versicherungsnummer.

Es ist ratsam auch die Kontaktdaten der Pflegeperson mit anzugeben, damit bei RĂŒckfragen ein Ansprechpartner zur VerfĂŒgung steht.

Wie lange dauert die Bearbeitungszeit fĂŒr einen Höherstufungsantrag?
Die Pflegekasse muss maximal 25 Arbeitstage nach Antragseingang eine Entscheidung darĂŒber getroffen haben, ob und in welchen Pflegegrad der Betroffene einzustufen ist.
Kann bei der Erhöhung des Pflegegrades nur schrittweise vorgegangen werden?

Nein, es kann auch ein oder mehrere Pflegegrade ĂŒbersprungen werden. Wenn Sie z.B. einen Pflegegrad 2 haben und bei der Begutachtung wird festgestellt, dass sich Ihr Gesundheitszustand so rapide verschlechtert, dass ein Pflegegrad 4 gerechtfertigt wĂ€re, dann bekommen Sie auch den Pflegegrad 4. Das heißt, es können auch Pflegegrade ĂŒbersprungen werden.

Ab wann bekomme ich beim Höherstufungsantrag mehr Pflegegeld und Pflegeleistungen?

Wenn Sie einen Antrag auf Änderung des Pflegegrades gestellt haben und der höhere Pflegegrad wurde genehmigt, erhalten Sie eine Nachzahlung der Pflegeleistungen ab dem Datum des Antrags.

Deshalb ist es so wichtig, dass Sie den Antrag immer schriftlich machen. Damit können Sie nachweisen, WANN Sie die Höherstufung beantragt haben.

Kann es sein, dass die Pflegekasse ohne Antrag eine ÜberprĂŒfung des Pflegegrades veranlasst?

Wenn Sie einen höheren Pflegegrad möchten, mĂŒssen SIE die Erhöhung beantragen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Pflegekasse eine ÜberprĂŒfung des Pflegegrades durchfĂŒhrt. Dies ist dann der Fall, wenn ein Pflegegrad nur befristet genehmigt wurde oder wenn bei der Erstbegutachtung schon damit zu rechnen war, dass sich der Gesundheitszustand im Laufe der Zeit verbessern wĂŒrde.

Ob eine Nachbegutachtung stattfinden soll, steht meist im Erstgutachten des Medizinischen Dienstes.

FĂŒr Kinder einen höheren Pflegegrad beantragen. Was ist zu beachten?

Auch fĂŒr Kinder können Sie einen höheren Pflegegrad beantragen.

Sie sollten das aber vorher unbedingt mit einem Fachmann besprechen, ob das in Ihrer Situation sinnvoll ist. Bei Kindern wird nĂ€mlich davon ausgegangen, dass sich mit zunehmendem Alter der Umgang mit der eigenen Erkrankung sowie die SelbststĂ€ndigkeit verbessern. Somit wĂ€re auch weniger UnterstĂŒtzung von den Eltern oder anderen Pflegepersonen notwendig, was dann unter UmstĂ€nden eher zu einer Reduzierung oder gar zur einer Aberkennung des Pflegegrades fĂŒhren wĂŒrde.

Wie oft kann ein Höherstufungsantrag gestellt werden?

Laut Gesetzgebung können Sie eine Höherstufung des Pflegegrades alle 6 Monate stellen.

Ausnahme:

Sie können frĂŒher einen höheren Pflegegrad beantragen, wenn sich der Gesundheitszustand rapide verschlechtert hat, Z.B. bei einer Krebserkrankung mit palliativer Therapie.


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Co-Autorin dieses Beitrags

Exam. Krankenschwester
Autor: Sandra LĂ€pple
Erste Anlaufstelle im Fachbereich Kranken- und Altenpflege bei unseren Pflegelotsen

Frau LĂ€pple ist stĂ€ndige Mitarbeiterin bei Pflege-durch-Angehörige.de und Ansprechpartnerin fĂŒr unseren Pflegelotsen-Service im Bereich Kranken- und Altenpflege. Als examinierte Krankenschwester arbeitete sie auf diversen Krankenhausstationen, zuletzt als Pflegefachkraft in der Geriatrie. Somit kommt sie direkt von der Pflege-Front und kennt die Probleme der pflegebedĂŒrftigen Menschen und ihrer Angehörigen in allen Lebenslagen.

Mit ihrem medizinischen und geriatrischen Fachwissen unterstĂŒtzt sie uns professionell mit ihren Fach-BeitrĂ€gen. Frau LĂ€pple ist es ein großes Anliegen, endlich den PflegebedĂŒrftigen und ihren Familien wirklich mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können, was leider im Pflegealltag im Krankenhaus immer mehr verloren ging.“
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