Pflege durch Angehörige

Alltagsbetreuer sorgen für Entlastung in der häuslichen Pflege

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Pflegende Angehörige wissen es selbst am Besten – so sehr man die Menschen, um die man sich kümmert auch liebt, ganz allein kann man die häusliche Pflege oft nicht stemmen. Aber wer hilft, wenn man mal anderen familiären Pflichten nachgehen muss, mit dem Berufsleben kämpft oder einfach mal eine Auszeit für sich selbst braucht?

Freiberufliche Alltagsbetreuer können eine sinnvolle Alternative für die Ersatzbetreuung sein. Doch wie findet man solche Alltagshelfer oder Pflegevertretungen?

Oftmals können über karitative oder kommunale Einrichtungen (z.B. Bürgerbüro, Nachbarn helfen Nachbarn usw.) Alltagsbetreuer angefordert werden. Aber auch Pflegedienste bieten Begleitpersonen an, die im Alltag mithelfen. Aber auch im Internet gibt es mittlerweile diverse Firmen, die Alltagsbetreuer/Seniorenbegleitungen vermitteln.

 

 

Alltagsbetreuer übers Internet – wie funktioniert das?

Internetplattformen bieten die Vermittlung von Alltagshelfern an. Wer an der Vermittlung einer Betreuungsvertretung für die häusliche Pflege interessiert ist, kann sich über alle gängigen Kommunikationsmittel mit diesen Firmen in Verbindung setzen. In der Regel wird die Vermittlung einer Betreuungskraft ungefähr so ablaufen:

  • In einem persönlichen Gespräch werden zuerst die Anforderungen an die Pflegekraft oder Alltagshilfe aufgenommen.
  • Danach werden passende Helfer aus der näheren Umgebung für ein kostenloses und unverbindliches Kennenlernen vorgeschlagen.
  • Wurde ein passender Betreuer gefunden, wird vereinbart, zu welchen Zeiten und wie oft eine Betreuung übernommen werden soll. Die Pflegekräfte/Alltagsbetreuer werden flexibel zu den Zeiten eingesetzt, wie sie benötigt werden.
  • Wenn möglich, wird nur mit einer Betreuungskraft gearbeitet. Damit wird vermieden, dass sich der Pflegebedürftige ständig an neue Gesichter gewöhnen muss und nicht immer wieder eine erneute Eingewöhnungsphase erfolgen muss. Ist dies aus zeitlichen Gründen nicht möglich, können auch weitere Betreuungskräfte hinzugenommen werden.

 

Welche Aufgaben übernehmen die Alltagsbetreuer/Betreuungskräfte

Durch die Flexibilität der freiberuflichen Pflegekraft können sich pflegende Angehörige, so wie sie es benötigen, stundenweise Unterstützung besorgen. In einer Woche mal eine Stunde, in der nächsten Woche eine komplette Urlaubsvertretung und in der Woche darauf vielleicht acht Stunden wenn man mal einen Tagestrip mit den Kindern unternehmen möchte.

Das wertvolle hierbei ist im Kern wirklich die Beziehung, welche die Pflegekraft mit dem Pflegebedürftigen aufbaut. Denn erst, wenn dort eine richtige Vertrauensbeziehung entsteht, ist die Betreuung auch wirklich angenehm und komfortabel.

 

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Diese Aufgaben werden unter anderem von den Betreuungskräften übernommen:

Hilfe bei der Ernährung:

  • Unterstützung beim Einkaufen, kochen oder der Nahrungsaufnahme.

 

Hilfe bei der Haushaltsführung:

  • Hilfe beim Waschen der Wäsche, beim Putzen der Wohnung, beim Aufräumen oder Blumen gießen, Kehrwoche.

 

Hilfe bei der Körperpflege:

  • Die Alltagsbetreuer/Seniorenbetreuer helfen beim Duschen, Kämmen, Rasieren, bei der Körperhygiene, beim An- und Auskleiden.

 

Hilfe im Alltag:

  • All die großen und kleinen Dinge, die im Leben erledigt werden müssen. Mit dem Hund Gassi gehen, bei einem Behördengang behilflich sein.

 

Unterhaltung und Gesellschaft:

  • Vorlesen oder gemeinsames Spielen, Begleitung zu kulturellen Ereignissen wie Theater oder Musikveranstaltungen, Besuch im Museum.

 

 

Welche Vorteile gibt es mit einem solchen Anbieter gegenüber einer privaten Pflegekraft?

Es ist für pflegende Angehörige nicht immer ganz einfach, private Betreuungskräfte zu finden, die über die Pflegekassenleistungen abgerechnet werden können.

Über einen Pflegedienst ist dies zwar möglich, aber in der Regel sind Pflegedienste personell nicht darauf ausgelegt, individuelle stundenweise Betreuungs- und Entlastungsleistungen überhaupt anzubieten bzw. diese Arbeiten zu einem günstigen Preis-/Leistungsverhältnis durchzuführen.

Bei den privaten Betreuungskräften über eine Internet-Vermittlungsplattform können Sie folgende Vorteile haben, jeweils abhängig vom Anbieter:

  • Die Betreuungskräfte sind in der Regel umfassend über die Vermittlungsfirma versichert. Bitte klären Sie diesen Punkt jedoch unbedingt mit dem von Ihnen ausgesuchten Vermittlugnsunternehmen.
  • Sollte es zu Problemen zwischen der Familie und den Betreuungskräften kommen, versucht die Vermittlungsfirma mit beiden Betroffenen einen begehbaren Weg für eine weitere Zusammenarbeit zu finden. Ist dies nicht möglich, wird nach einer Ersatzkraft gesucht.
  • Die Pflegekräfte/Betreuungspersonen sind sorgfältig ausgesucht und geschult. Mittlerweile gibt es Internetanbieter, die sogar Fachkräfte wie KrankenpflegerInnen oder AltenpflegerInnen, bzw. Pflegekräfte mit speziellen Fachkenntnissen vermitteln. Klären Sie dies im Bedarfsfall jedoch unbedingt vorher ab.
  • Auch das ist möglich: Umfassende Transparenz durch direkte Kommunikation mit den pflegenden Angehörigen über Handy und App. Die Betreuungskraft gibt immer wieder Zwischeninformationen und einen Abschlussbericht über die erbrachten Leistungen.
  • Die Abrechnung der Leistungen erfolgt über eine einfache Rechnungsstellung. Die Rechnung dient gleichzeitig als erstattungsfähiger Beleg für die Pflegekasse.

 

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Was kosten die freiberuflichen Alltagshilfen?

Die freiberuflichen Alltagshilfen legen ihren Stundensatz selbst fest. Je nach Qualifikation und Anforderung an die Betreuungsperson, beginnen die Preise ab ca. 15 €uro pro Stunde, schwanken aber von Anbieter zu Anbieter doch erheblich.

Freiberufliche Pflegekräfte und Alltagshilfen können – im Gegensatz zu einem Pflegedienst – KEINE Pflegesachleistungen abrechnen. Mehr über die Pflegesachleistungen erfahren Sie in meinem Beitrag “Was Sie über Pflegesachleistungen wissen sollten“.

Wird ein Pflegedienst für die häusliche Pflege eingesetzt, der zum Beispiel die Grundpflege oder die hauswirtschaftliche Versorgung übernimmt, werden diese Kosten bis zu einem von der Pflegestufe/dem Pflegegrad abhängigen Höchstbetrag von der Pflegeversicherung erstattet.

Ganz anders ist es dagegen, wenn Sie freiberufliche Alltagshilfen einsetzen. Diese bezahlen Sie in der Regel zuerst selbst und können die Rechnungen dann bei der Pflegekasse/Krankenkasse zur Verrechnung mit den nachfolgend aufgeführten Leistungen einreichen.

 

Finanzierung über Pflegekasse

Die Kosten für freiberufliche Alltagshelfer können (wenn eine Pflegestufe/ein Pflegegrad vorliegt) über die Pflegekasse mit

bezahlt werden.

 

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Haushalt, Einkauf, Reinigung und Betreuung

 

Finanzierung über Krankenkasse

Wer von der Krankenkasse eine Haushaltshilfe genehmigt bekommen hat (unabhängig von einer Pflegestufe/einem Pflegegrad), kann die anfallenden Kosten mit der Krankenkasse entsprechend der genehmigten Leistung abrechnen.

 

Steuerliche Vergünstigungen

Wer steuerpflichtig ist, kann die nicht erstatteten Kosten noch als Außergewöhnliche Belastungen bzw. als Haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen.

An einem Beispiel lässt sich das alles gut erklären.

 

Beispielrechnung einer Finanzierung für Alltagsbetreuung

Diese Leistungen stehen Ihnen ab 2017 zu, wenn Sie zum Beispiel einen Pflegegrad 3 haben (das ist bis Dezember 2016 Pflegestufe 2 ohne eingeschränkte Alltagskompetenz).

Leistungen Pflegegrad 3 € pro Jahr € pro Monat
Verhinderungspflege 1.612 € * 134 €
50 % aus Kurzzeitpflege 806 € * 67 €
Entlastungsleistungen 125 Euro/Monat 1.500 € * 125 €
Zwischensumme ohne Pflegegeld 3.918 € * 326 €
Pflegegeld 6.540 € * 545 €
Zwischensumme mit Pflegegeld 10.458 € * 871 €
​ * Die Zahlen sind gerundet.

Daraus können nun folgende Beispiele abgeleitet werden:

 

Beispiel A

Frau Liebscher pflegt ihren demenziell veränderten Ehemann zu Hause, doch sie benötigt für sich selbst auch öfters ein paar freie Stunden. Herr Liebscher kann nicht mehr ohne Aufsicht alleine sein. Deshalb entschließt sich Frau Liebscher, eine Betreuungskraft für Ihren Mann zu nehmen, die ihn während ihrer Abwesenheit betreut und beschäftigt.

 

Die Pflegesituation

  • Kurzzeitpflege wird für Herrn Liebscher nicht in Anspruch genommen.
  • Da keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wurde, können zur Verhinderungspflege noch 50 % aus der Kurzzeitpflege mit beansprucht werden.
  • Ein Pflegedienst wird ebenfalls nicht in Anspruch genommen, somit steht Frau Liebscher das volle Pflegegeld zur Verfügung.
  • Die Betreuungskraft kostet 15 Euro pro Stunde

 

Gemäß der Tabelle mit den Pflegeleistungen der Pflegeversicherung kann Frau Liebscher

  • die volle Verhinderungspflege       
  • 50 % der Kurzzeitpflege
  • die Betreuungs- und Entlastungsleistungen sowie
  • das volle Pflegegeld

beanspruchen.

Monatlich wären dies circa 871 Euro, was für ungefähr 58 Stunden monatliche Betreuung ausreichen würde, ohne dass sie selbst etwas zuzahlen muss.

Wird das Pflegegeld nicht hinzugerechnet, sind es 326 Euro, was dann für ungefähr 21,5 Stunden Betreuung monatlich reichen würde.

Zuzüglich erhält sie noch entsprechende Steuerermäßigungen, die sich bei jedem individuell gestalten.

 

Die Alltagshelfer, sind Menschen, die gerne anderen helfen

 

Beispiel B

Die persönliche gesundheitliche Situation von Frau Liebscher hat sich ebenfalls verschlechtert. Es erfolgte ein längerer Krankenhausaufenthalt mit anschließender Reha. Während dieser Zeit wurde Herr Liebscher in einem Pflegeheim zur Kurzzeitpflege untergebracht. Mittlerweile kann sie ihren Mann nicht mehr in dem Maße pflegen, wie sie dies seither konnte.

 

Die Pflegesituation

  • Für Herrn Liebscher wurde die volle Kurzzeitpflege in Anspruch genommen
  • Die Kosten für die Verhinderungspflege wurden ebenfalls auf die Kurzzeitpflege angerechnet, da es sich um einen längeren Aufenthalt in der Pflegeeinrichtung handelte.
  • Die Körperpflege von Herrn Liebscher muss nun durch einen Pflegedienst übernommen werden, womit die ganzen Pflegesachleistungen aufgebraucht werden.
  • Da alle Pflegesachleistungen aufgebraucht sind, steht Frau Liebscher kein Pflegegeld zur Verfügung.
  • Die Betreuungskraft kostet 15 Euro pro Stunde

 

Gemäß der Tabelle mit den Pflegeleistungen der Pflegeversicherung steht Frau Liebscher nur noch der Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich für eine Betreuungskraft zu, was noch für circa 8 Stunden monatliche Betreuung ausreicht.

Zuzüglich erhält sie noch entsprechende Steuerermäßigungen, die sich bei jedem individuell gestalten.

 

 

Welche weiteren Hilfen zur Entlastung gibt es

Entlastung für pflegende Angehörige ist sehr wichtig. Sei es, daß sie einfach nur für sich einige Tage Urlaub nehmen möchten, ein Krankenhausaufenthalt oder andere wichtige Termine anstehen. Deshalb gibt es in der häuslichen Pflege noch die Möglichkeiten
für die Entlastung hinzuzunehmen.

 

Fazit

Die immer populärer werdenden Vermittlungsplattformen für Pflegekräfte lösen das Problem auf eine andere Art und Weise. Die Vermittlung der Helfer erfolgt hier auf die speziellen Bedürfnisse eines Pflegefalls angepasst. Beispielsweise Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Demenz oder Hörgeschädigten als besonderes Merkmal eines Helfers.

Letztendlich profitiert aber auch die Pflege- oder Betreuungskraft selbst sehr von diesem Ansatz. Denn die festen Beziehungen zwischen Pflegebedürftigen, Pflegekräften und pflegenden Angehörigen erzeugen ein sehr lohnenswertes Arbeitsumfeld. Die Pflegekraft oder Alltagshilfe kann sich durch die Stetigkeit besser auf die Betreuung einstellen und erhält durch die persönlichere Interaktionsebene auch automatisch mehr Anerkennung für Ihre Arbeit.

Außerdem kann Sie sich abseits der Abrechnung von Pflegesachleistungen auch die Zeit nehmen, um wirklich liebevolle Betreuung zu erbringen. 

 

Andere Begrifflichkeiten

Der Begriff „Alltagsbetreuer“ ist nicht geschützt. Deshalb gibt es auch eine ganze Menge andere Bezeichnungen, wie zum Beispiel:

  • Präsenzkraft / Präsenzkräfte
  • Betreuungsassistent
  • Betreuungskraft / Betreuungskräfte
  • Seniorenbegleiter / Seniorenbegleitung
  • Seniorenbetreuer / Seniorenbetreuung
  • Seniorenassistenz / Seniorenassistent
  • Demenzbegleiter
  • Senioren- und Demenzbegleiter
  • Pflege- und Betreuungsassistent

 

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Quelle Bildmaterial: Fotolia #114726633  © Robert Kneschke

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KOMMENTARE ZU DIESEM BEITRAG

KOMMENTARE

  • Burghardt 25. Januar 2017 at 16:21

    Hallo ich möchte gern freiberuflicher Alltagsbetreuer werden. Ich bin sei 1998 examinierte Altenpflegerin und suche eine neue Aufgabe.
    Mit freundlichen grüßen
    Simone Burghardt

  • Maximilian greschke 7. Oktober 2016 at 15:36

    Liebe Frau S.,

    Vielen Dank fuer Ihr Interesse. Melden Sie sich doch einfach auf http://www.veyo-pflege.de unten in dem Formular an. Ein Kollege wird sich dann schnellst moeglich bei Ihnen melden. Wir können sicher helfen.

    Liebe Grüsse
    Maximilian von Veyo Pflege

  • Anonymous 7. Oktober 2016 at 11:08

    Hallo, brauche für mei e Mutter, pflegestufe 2, eine Haushaltshilfe in Köln. Bitte um Rückmeldung.
    Liebe Grüsse
    f.sabur