Pflegende Angehörige kümmern sich oft aufopferungsvoll und mit großem Zeitaufwand um ihre Pflegebedürftigen. Meist bleibt für die eigenen Bedürfnisse wenig Zeit und Raum.

Doch um weiterhin physisch und psychisch gesund zu bleiben, müssen pflegende Angehörige sich Freiräume schaffen und helfen lassen.

Eine hilfreiche Unterstützung können Alltagsbegleiter sein, die kleinere Dienste und Betreuungen abnehmen.

Mit Inkrafttreten des neuen Pflegestärkungsgesetzes im Jahr 2015 haben jetzt alle Pflegebedürftigen Anspruch auf Betreuung durch Alltagsbegleiter. Damit sollen die pflegenden Angehörigen entlastet und die Pflegenden gefördert werden.

Alltagsbegleiter werden auch in Pflegeeinrichtungen eingesetzt. In diesem Beitrag konzentriere ich mich jedoch ausschließlich auf den Einsatz in der häuslichen Pflege.

 

 

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Was sind Alltagsbegleiter

Prinzipiell kann jeder einen Alltagsbegleiter engagieren, muss jedoch die Kosten selber tragen, wenn kein Pflegegrad / keine Pflegestufe vorliegt.

Mir geht es in diesem Bericht jedoch um Alltagsbegleiter für pflegebedürftige und betreuungsbedürftige Menschen MIT Pflegegrad.

Ursprünglich wurden von den Pflegekassen die Kosten für Alltagsbegleiter anteilig nur bei Menschen mit Demenz/Alzheimer übernommen. Seit dem neuen Pflegestärkungsgesetz können jedoch alle Menschen mit einem Pflegegrad (bis Ende 2016: Pflegestufe) die Leistungen eines Alltagsbegleiters in Anspruch nehmen

Alltagsbegleiter entlasten einerseits die pflegenden Angehörigen und fördern andererseits die zu Betreuenden.

Bei der Entlastung der Pflegenden geht es weniger um pflegerische Unterstützung oder Krankenpflege, sondern vielmehr um die Beschäftigung, Förderung und Begleitung der zu betreuenden Personen, was auf unterschiedliche Art und Weise geschehen kann. Manchmal geht es auch einfach nur darum, etwas Gesellschaft zu leisten.

Alltagsbegleiter sollen dem zu Betreuenden die Möglichkeit geben, so weit wie möglich am sozialen Leben teilzunehmen.

 

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Der Begriff Alltagsbegleiter ist nicht geschützt und die Ausbildungen sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Letztendlich muss aber immer die Chemie zwischen dem Betreuer und dem zu Betreuenden stimmen.

 

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Kostenerstattung und Beantragung des Entlastungsbetrages

Die Kosten der Alltagsbegleiter sind ganz unterschiedlich und es kann keine allgemein gültige Aussage gemacht werden, was eine Stunde kostet. Hier lohnt sich ein Preisvergleich.

Die Alltagsbegleiter können über “Angebote zur Unterstützung im Alltag” aber auch über Verhinderungspflege finanziert werden. Alles was über die Sätze der Pflegekasse hinausgeht, muss selbst getragen werden.

Mehr über zusätzliche Hilfe- und Betreuungsangebote lesen Sie in meinen Beiträgen

 

Aufgaben der Alltagsbegleiter

Die Aufgaben der Alltagsbegleiter sind ganz unterschiedlich und sind individuell abhängig von der zu betreuenden Person. Pflegebedürftige, bettlägrige Menschen haben andere Ansprüche an die Betreuung als zum Beispiel Menschen mit Demenz.

So freut sich ein bettlägriger Patient vielleicht über ein interessantes Gespräch oder ein Brettspiel am Bett. Dagegen kann einem Demenzkranken mit gesteigertem Bewegungsdrang mit einem ausgiebigen Spaziergang geholfen sein.

Bei den Alltagsbegleitern steht nicht die Pflege im Vordergrund, sondern die Unterstützung bei den Schwierigkeiten des Alltags und das Leisten von Gesellschaft.

Prinzipiell sollen die Betreuungskräfte die älteren und pflegebedürftigen Menschen betreuen und aktivieren um damit den physischen und psychischen Zustand der Betroffenen zu verbessern und somit die Lebensqualität zu erhöhen.

 

Bitte nicht vergessen
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Wichtig ist, dass bei den Betreuungsangeboten / Aktivierungsangeboten darauf geachtet wird, was für den Patienten ansprechend und fördernd ist. Dabei müssen die Wünsche der Betroffenen berücksichtigt werden. Es nützt keinem etwas, wenn ein Pauschalprogramm abgespielt wird, mit dem der zu Betreuende nichts anzufangen weiß. 

Hier eine kleine Übersicht über die Einsatzbereiche:

  • Begleitung der zu betreuenden Senioren und Pflegebedürftigen zum Friseur, zu Ämtern und Institutionen, zum Arzt oder Therapeuten, zu Einkäufen oder Freizeitaktivitäten, bei Spaziergängen, zum Friedhof, beim Besuch von kulturellen Veranstaltungen.
  • Singen von Liedern, spielen, basteln, vorlesen, malen, kochen oder backen, tanzen oder Bewegungsübungen.
  • Gespräche führen über Themen die den zu Betreuenden interessieren, belasten oder berühren.
  • Hilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Wäsche waschen oder bügeln, Geschirr spülen usw.
  • Hilfe, Unterstützung und Mitwirkung bei kleinen handwerklichen Tätigkeiten oder Gartenarbeiten.
  • Beratung über Hilfeangebote, Essen auf Rädern. Suche nach geeigneten Therapiemaßnahmen usw.
  • Aber auch die Sterbebegleitung kann mit zu den Aufgaben eines Alltagsbegleiters gehören, falls dieser darauf geschult und vorbereitet ist.

 

Unterschied zwischen Pflegebegleiter und Alltagsbegleiter

Für Alltagsbegleiter gibt es mehrere Begrifflichkeiten, wie zum Beispiel Präsenzkraft, Betreuungsassistent, Betreuungskraft usw.

Nicht zu verwechseln sind diese Betreuungskräfte mit den Pflegebegleitern.

Pflegebegleiter arbeiten ehrenamtlich. Sie beraten pflegende Angehörige und begleiten auch zu Behörden und Institutionen. Pflegebegleiter übernehmen KEINE Tätigkeiten aus dem Bereich der Pflege und Betreuung und haben somit NUR beratende und informierende Funktion.

Alltagsbegleiter hingegen erbringen alle betreuerischen Leistungen, wie oben beschrieben im häuslichen Umfeld oder in Pflegeeinrichtungen. Die Betreuung der Alltagsbegleiter kann über Leistungen der Pflegeversicherung abgedeckt werden. Alles was diesen Rahmen überschreitet, muß selbst bezahlt werden.

 

Wer vermittelt Alltagsbegleiter

Die Vermittlung von Alltagsbegleitern wird ganz unterschiedlich gehandhabt. Fragen Sie am besten bei folgenden Einrichtungen nach, ob sie Alltagsbegleiter vermitteln oder Ihnen entsprechende Anlaufstellen vor Ort mitteilen können:

  • Nachbarschaftshilfe
  • Seniorenservice oder Seniorenbüro Ihrer Gemeinde
  • Pflegestützpunkte
  • Caritative Organisationen und Institutionen
  • DRK
  • Wohlfahrtsverbände
  • soziale Vereine
  • Pflegedienste
  • Auch Ihre zuständige Pflegekasse kann Ihnen sicherlich auch mit Adressen weiterhelfen
  • Die Agentur für Arbeit vermittelt mittlerweile auch Alltagsbegleiter
  • Es gibt auch freiberufliche Alltagsbegleiter. Diese benötigen eine Ausbildung und müssen von der Pflegekasse zugelassen sein. Fragen Sie in diesem Fall unbedingt vorher bei Ihrer Pflegekasse an, ob eine Kostenerstattung gewährleistet wird.

Außerdem gibt es für Nordrheinwestfalen eine Internetseite, auf der Unterstützungsangebote abgerufen werden können. PLZ eingeben und auf “suchen” klicken. Hier geht es zur Seite

 

 

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Wer hat ein Anrecht auf Alltagsbegleiter

Prinzipiell kann jeder einen Alltagsbegleiter für sich engagieren.

Wer allerdings die Kosten über die Pflegeversicherung gedeckt haben möchte, braucht einen Pflegegrad 1-5.

 

Andere Begrifflichkeiten

Der Begriff „Alltagsbegleiter“ ist nicht geschützt. Deshalb gibt es auch eine ganze Menge andere Bezeichnungen für Alltagsbegleiter, wie zum Beispiel:

  • Alltagsbetreuer
  • Präsenzkraft / Präsenzkräfte
  • Betreuungsassistent
  • Betreuungskraft / Betreuungskräfte
  • Seniorenbegleiter / Seniorenbegleitung
  • Seniorenbetreuer / Seniorenbetreuung
  • Seniorenassistenz / Seniorenassistent
  • Demenzbegleiter
  • Senioren- und Demenzbegleiter
  • Pflege- und Betreuungsassistent

 

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