Barrierefrei wandern mit Rollstuhl, Rollator & Co. Wie geht das denn?

Barrierefrei Wandern? Einige mögen nun denken: „Das geht doch gar nicht!“ Dem ist aber nicht so.

Immer mehr Kommunen, Städte und Tourismusverbände setzen gute Konzepte zum Thema Barrierefrei wandern, Rollstuhlwandern oder auch Wandern mit Handicap um und schaffen so ständig neue Rollstuhltouren.

Die Wanderrouten sind so ausgelegt, dass sie mit einem Gehstock, einem Rollator oder auch mit einem Rollstuhl machbar sind. Auch für blinde und seheingeschränkte Menschen sind diese barrierearmen Wander- und Rollstuhlwege eine Bereicherung.

Egal ob man mit seinen Liebsten auf Wanderung geht oder aber auch alleine, die Wahl der richtigen Route ist dafür ein absolutes Muss.

Barrierefrei wandern – Was versteht man darunter?

Elektromobil für mehr Sicherheit und Unabhängigkeit

Unsere Gesellschaft wird immer älter, die Zahl der Senioren die noch geistig fit aber körperlich eingeschränkt sind, steigt stetig. Und wir haben Menschen, die schon in jungen oder jüngeren Jahren auf den Rollstuhl angewiesen sind. Für Sie sind nicht immer alle Wanderwege problemlos und behindertengerecht begehbar.

Unter barrierefrei Wandern versteht man allgemein, dass die Wege mit den verschiedensten Hilfsmitteln wie Gehstock, Rollator, Rollstuhl, Handbike oder auch einem Elektromobil begeh- bzw. befahrbar sind. Auch immer mehr Eltern suchen solche Wanderwege auf, um mit ihren Kindern im Kinderwagen einen schönen Ausflug ins Grüne machen zu können, denn auch für einen Kinderwagen wird ein barrierefreier Wanderweg benötigt.

Deshalb ist es erfreulich, dass immer mehr barrierearme Wanderwege für mobilitätseingeschränkte Menschen geschaffen werden. Damit ist es einfacher für die gehandicapten Personen, am gemeinsamen Leben teilzunehmen, Barrieren zu überwinden, Lebensqualität zurückzugewinnen und die Natur genießen zu können. – Ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion.

Barrierefreie Wanderwege sind unterschiedlich beschaffen

Als barrierefreie Wanderwege werden die Wege bezeichnet, die gewisse Eigenschaften erfüllen, damit sie auch von Menschen mit Handicap genutzt werden können. Bevor Sie eine behindertengerechte Wanderung unternehmen, sollten Sie prüfen, ob die ausgesuchte Route für Sie machbar ist:

  • Welche Höhenunterschiede sind zu überwinden? Gerade mit Gehilfen oder einem Rollstuhl ist es wichtig, dass der Höhenunterschied nicht allzu groß ist, dies trifft auch auf Personen zu, die noch ohne Hilfsmittel mobil sind, aber nicht mehr fit genug um einen steileren Anstieg zu meistern.
  • Welche Steigungen erwarten mich auf der Wanderung? Neben dem allgemeinen Höhenunterschied spielt die Steigung eine wichtige Rolle bei der Wahl der passenden Route. Wenn auf der gewählten Route ein Höhenunterschied von z.B. 100 Meter ausgewiesen wird ist es wichtig, ob dieser auf mehrere Etappen oder in kurzen und steilen Etappen eingeteilt ist. Bei kurzen und steilen Etappen besteht schnell die Gefahr, dass einen die Kräfte verlassen und man seine Wanderung frühzeitig abbrechen muss oder zumindest eine Pause einlegen sollte.
  • Wie breit sind die Wanderwege auf meiner Route? Auch das ist ein nicht ganz unwichtiges Thema, denn solche Wanderpfade werden auch von anderen Menschen mit z.B. einem Rollstuhl genutzt. Sollte daher der Weg zu schmal sein, sodass keine zwei Rollstühle aneinander vorbei kommen, bedeutet es, dass einer der Beiden auf unbefestigtes Gelände ausweichen muss. Hier besteht die Gefahr, dass man sich dann festfährt. Eine ausreichende Wegbreite stellt sicher, dass man mit seinem Rollstuhl gefahrlos umdrehen kann, falls man seine Wanderung frühzeitig abbrechen muss, aber auch, dass man an anderen Rollstuhlfahrern problem- und gefahrlos vorbei kommt.
  • Welcher Untergrund sollte meine Wanderroute aufweisen? Die Frage des Untergrunds richtet sich an die persönlichen Gegebenheiten, also mit welchem Hilfsmittel ist man unterwegs. Es gibt viele verschiedene Arten von Untergründen auf die man bei seinem Ausflug treffen kann. Als Beispiel: Befestigter Boden wie z.B. Straßen, Gehwege aber auch geschotterte Wege gelten als befestigt. Etwas anspruchsvoller sind hier Waldwege oder die klassischen Feldwege. Diese Wege sind meist nur „festgetrampelt“ und können daher für viele Hilfsmittel wie Rollator, Rollstuhl und auch Gehstock schon ein gewisses Problem werden. Nicht zuletzt sind auf Waldwegen auch häufig Wurzeln oder heruntergefallene Äste im Weg und bilden somit eine Stolpergefahr oder versperren einem das weitere Vorankommen.
  • Welche Hindernisse können auf mich zukommen? Wie bereits erwähnt sind Wurzeln und Äste ein Hindernis, aber auch Stufen, Treppen oder Schwellen können auf manchen nicht barrierefreien Wanderwegen zum Problem werden.
  • Ein barrierefreier Wanderweg sollte auch für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung gut geeignet. Die meisten Wanderwege für seheingeschränkte oder gar blinde Menschen weisen noch weitere Merkmale aus, wie zum Beispiel ein Leitsystem für Blinde und Hinweisschilder in Brailleschrift.

Wer bietet barrierefreie Wanderungen an?

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, die passende Routen mit den dazugehörigen Informationen wie Wegbeschaffenheit, Wegbreite, Untergrund, Steigung etc. im Internet bereitstellen. Die meisten Anbieter haben sich hierbei auf ihre eigene Regionen beschränkt. Das liegt oftmals daran, dass die Anbieter die Routen auf Herz und Nieren testen, um so ein ungetrübtes Erlebnis für die Wanderer zu gewährleisten.


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Gibt es noch andere Möglichkeiten für Wanderungen?

Egal ob ein Tagesausflug im Rollstuhl, ein Spaziergang mit dem Rollator oder eine mehrtägige Reise mit speziell ausgesuchten Wanderungen, es ist alles möglich.

  • Mittlerweile ist das Thema Wandern mit Behinderung kein klassisches Nischenthema mehr. Einige Reiseveranstalter bieten ein „Rundum Sorglos Paket“ an. Eine schöne Urlaubsreise in Verbindung mit einem ansprechenden Hotel, das selbstverständlich durchgängig barrierefrei ist. Die barrierefreien Wanderrouten können alleine oder mit Begleiter durchgeführt werden. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, dass auch in manchen Hotels noch Pflegepersonal angefordert werden kann, so können Sie und Ihre Liebsten einen erlebnisreichen Urlaub verbringen und alle sind bestens versorgt.
  • Manche Vereine bieten mittlerweile verschiedene Angebote für Menschen mit Handicap an. Zum einen natürlich das Wandern, aber auch verschiedene Sportarten, die man mit einem Handicap ausüben kann.
  • Je nachdem wie fit und unerschrocken man ist, gibt es auch Extrem-Erlebnisse für Menschen mit Handicap. Hierzu zählen tatsächlich Tauchen, Fallschirmspringen usw. Das Angebot an Aktivitäten für Menschen mit Handicap nimmt von Tag zu Tag zu.

Barrierefrei wandern – Was ist bei der Planung zu beachten?

Wenn Sie einen größeren Ausflug planen, sollten Sie einige Dinge beachten:

  • Oftmals ist für einen Tagesausflug ein Auto oder ein öffentliches Verkehrsmittel für die Anfahrt notwendig. Nicht jeder Bahnhof und nicht jedes öffentliche Verkehrsmittel ist behindertengerecht. Oftmals sind die Bahngleise nur über Treppen zugänglich. Auch zu klären: Wie kommen Sie dann vom Zielbahnhof zu Ihrem eigentlichen Wander-Ausgangspunkt?
  • Bei der Routenplanung können Sie sich aber auch von Apps, wie z.B. Wheelmap unterstützen lassen, die Ihnen nicht nur das barrierefreie Wandern erleichtern, sondern auch rollstuhlgerechte Restaurants, öffentliche Einrichtungen, Toiletten, Ausflugsziele uvm. anzeigen.
  • Rast und Einkehr: Sind auf dem Wanderweg in regelmäßigen Abständen behindertengerechte Cafés, Restaurants und vor allem Toiletten?
  • Ist mein Rollstuhl wandertauglich? Nicht jeder Rollstuhl ist Outdoor-tauglich. Auf Ihrer Wanderung werden Sie immer wieder Unebenheiten oder starke Steigungen haben. Der Rollstuhl muss gut gefedert sein, Steigungen bewältigen können und auch in unbefestigtem Gelände gut vorankommen. Wenn Sie einen elektrischen Geländerollstuhl haben, müssen Sie die Akkulaufzeit im Blick behalten.
  • Barrierefrei wandern mit dem Rollator: Auch mit dem Rollator können Wanderungen unternommen werden. Auch hier ist es wieder ganz wichtig, dass dieser gut gefedert ist, um Schmerzen in den Gelenken zu vermeiden. Wer gerne mit dem Rollator einen Ausflug macht, sollte darüber nachdenken, ob er sich einen elektrischen Rollator, der mit wenig eigener Körperkraft bedient wird, zulegt. Eine andere gute Alternative sind klassische Gelände-Rollatoren. Bei diesen sind die Räder relativ groß, was sie umso wendiger macht.
  • Hilfsmittel zusammenklappbar: Es sollte selbstverständlich sein, dass das Hilfsmittel gut zusammenklappbar ist und so wenig wie möglich Raum in Anspruch nimmt. Daher sind Rollatoren geeignet, die sich längs zusammenlegen lassen und nicht sperrig oder platzraubend im Auto oder öffentlichen Verkehrsmittel untergebracht werden müssen. Das gleiche gilt auch für Rollstühle. Auch hier gibt es Modelle, die in nahezu jeden Kofferraum passen und auch auf Reisen immer gut mitgenommen werden können.
  • Wer mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist, kommt mit einem Regenschirm nicht weit. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Diese Weisheit gilt besonders, wenn man mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist. Haben Sie deshalb das Wetter im Blick und sorgen Sie für einen Regenschauer mit entsprechender Kleidung vor.
  • Falls die ausgesuchten Routen Treppen, Bordsteine, Schwellen oder andere Hindernisse aufweisen, sollten bauseits Vorkehrungen getroffen sind, dass Menschen mit Hilfsmitteln oder körperlichen Einschränkungen diese bewältigen können.
 

Faltbarer elektrischer Rollstuhl anstatt elektrische Schiebehilfe

Barrierefrei wandern mit oder ohne Begleitperson?

Ob auf die Wanderungen eine Begleitperson mitgenommen wird, ist natürlich jedem selbst überlassen. Die körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen sind ausschlaggebend dafür, ob eine Tour alleine oder in Begleitung unternommen wird.

Doch sollte man auch hier einiges beachten:

  • Wer es gewohnt ist, sein Leben trotz körperlicher Einschränkungen weitestgehend allein zu bewältigen, wird mit einer Wandertour weniger Probleme haben als Menschen, die mehr Unterstützung im täglichen Leben benötigen.
  • Es nützt niemandem, wenn man sich selbst überschätzt und Touren macht, die einen eventuell an die eigenen Grenzen bringen und gefährlich werden können.
  • Auf manchen Touren kann man nur bedingt barrierefrei wandern, weil sie aufgrund ihrer Geländebeschaffenheit, wie z.B. Hindernisse, Steigungen, Gefälle usw. unbedingt eine Begleitperson erforderlich machen.
  • Wenn die Begleitperson das Schieben des Rollstuhls übernimmt, ist auf lange Strecken natürlich ein elektrischer Rollstuhl oder ein Rollstuhl mit einer elektrischen Schiebe-Brems-Hilfe sinnvoll. Der elektrische Antrieb erleichtert das Überwinden von Steigungen, hilft aber auch beim Bremsen im abfälligen Gelände.

Bezugsquelle Outdoor-Rollatoren

Wer häufiger mit dem Rollator unterwegs ist, sollte bei der Anschaffung auf folgende Punkte achten:

  • Geringes Gewicht
  • Zusammenfaltbar
  • Ergonomische Griffe
  • Pannensicher
  • leicht bedienbare Bremse
  • Gelenkschonende Ausführung
  • Ankipphilfe usw.

Ich habe Ihnen hier eine kleine Auswahl an Outdoor- / Geländerollatoren zusammengestellt. Und hier finden Sie eine größere Auswahl an Geländerollatoren.


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Quelle Bildmaterial:#Canva-Member © for free von Razvan Chisu / Getty Images