Seite auswählen

Rollator: Kassenmodell oder selbst bezahlen?

Man könnte meinen, bei der Anschaffung eines Rollators könnte man nicht viel falsch machen. Das ist jedoch nicht so. Denn es gibt Rollatoren für verschiedene Einsatzbereiche und Verwendungszwecke – und damit steht man schon einer Menge Fragen gegenüber. Die wichtigste Frage ist wahrscheinlich: Kassenmodell oder selbst bezahlen?

Aber auch diese Fragen werden Sie beschäftigen: Welche verschiedenen Arten von Rollatoren gibt es eigentlich? Worin unterscheiden sie sich? Auf was ist bei der Wahl zu achten? Und für wen ist welcher Rollator geeignet? Ich möchte Ihnen einige Tipps geben, die Ihnen Ihre Entscheidung erleichtern sollen.

 

 

Welche verschiedenen Arten von Rollatoren gibt es eigentlich?

Wer sich aufmacht in die Welt der Rollatoren, findet ganz unterschiedliche Modelle. In aller Kürze vorgestellt sind diese Modelle am häufigsten am Markt vertreten:

 

Standard-Rollatoren – günstig aber schwer

Die Klassiker in der Riege sind sogenannten Standard-Rollatoren. Ihr Gestänge ist aus Alu oder Stahl gefertigt. Ihre Konstruktion ist einfach und robust. Zusammenlegbar sind diese Konstruktionen nur selten. Eine Haltevorrichtung für den Stock und einen Einkaufskorb haben sie hingegen standardmäßig mit dabei.

Der Vorteil des Klassikers ist der Preis, denn diese Modelle sind vergleichsweise kostengünstig. Allerdings ist das mitunter recht anstrengende Muskeltraining beim Rollator-Schieben direkt mit inbegriffen, denn diese Rollatoren wiegen schnell über zehn Kilogramm, was mitunter auch ihr größter Nachteil ist.

Wer über Rezept einen Rollator bei der Krankenkasse beantragt, wird einen Standard-Rollator erhalten, also das Kassenmodell unter den Rollatoren.

 


 icon-hand-o-right  Hilfreiche Produkte für die häusliche Pflege:
icon-plus  Kostenlose Pflegehilfsmittel für bis zu 40 Euro pro Monat !
icon-plus  Treppenlifte – Mit Pflegegrad bis 4.000 Euro Zuschuss !
icon-plus  Elektromobile – Einkaufen oder Freunde besuchen. Werden Sie mobil !
icon-plus  Noch mehr Produkte + Dienstleistungen für die häusliche Pflege !

 

Leichtgewicht-Rollatoren – wendig und kräfteschonend

Das größte Manko des Standard-Rollators, nämlich das Gewicht, merzt das Leichtgewicht-Pendant im Handumdrehen aus. Die Leichtgewicht-Rollatoren sind aus Spezialvarianten von Stahl oder Alu gefertigt. Die Spezialität daran ist das leichte Gewicht.

Modern und aufwendig konstruiert, robust, zusammenklappbar und leicht transportabel auf der anderen Seite. Das ist der Mix, der den Leichtgewicht-Rollator so beliebt macht. Gerade einmal sieben Kilogramm zeigt das Leichtgewicht auf der Waage und lässt sich so mühelos über die Bordsteinkante hieven.

 

Falt- und klappbare Rollatoren – ideale Begleiter für unterwegs

Wer ganz explizit nach einem transportablen Rollator Ausschau hält, sollte einen Blick in die Kategorie der faltbaren und klappbaren Rollatoren werfen. Dabei dürfen fürs Falten und Klappen nicht etwa Werkzeuge nötig werden, stattdessen muss das gekonnte Zusammenfalten mit möglichst wenig Muskelkraft erfolgen können.

Weitere Spezialvarianten sind beispielsweise Rollatoren, die auf Einkaufstouren ausgelegt sind. Einkaufs-Rollatoren sollten diese Merkmale mitbringen: mittelgroße Räder, eine bequeme Sitzfläche zum Ausruhen, Vorrichtung zum Unterbringen der Einkäufe (Körbe, Tasche) sowie Wendigkeit und Leichtigkeit.

 

Spezialrollatoren – Das XXL-Format

Die Spezialrollatoren sind ausgelegt auf XXL. Das XXL bezieht sich zum einen auf eine höhere Belastbarkeit. Einige Modelle sind für Personen mit bis zu 200 Kilogramm Gewicht geeignet. Andererseits gilt das XXL auch für sehr große Menschen, für die ein regulärer Rollator zu niedrig wäre.

 

Indoor- oder Outdoor-Varianten

Grundsätzlich wird auch unterschieden in Indoor- und Outdoor-Varianten. Kleine Räder und eine Abstellmöglichkeit für ein Tablett zeichnen die Indoor-Varianten aus, die sich bestens für den Einsatz in der Wohnung eignen.

Gelände-Rollatoren brauchen hingegen eine deutlich breitere, möglichst pannensichere Bereifung. So lassen sich sogar Steine und Wurzeln meistern.

 

Meine Buchempfehlungen

 

Worin unterscheiden sich Rollatoren? Und für wen ist welcher Rollator geeignet?

Was sie unterscheidet, wurde mit Blick auf die verschiedenen Arten von Rollatoren bereits deutlich: Das Gewicht des Rollators, das auch auf das Material zurückzuführen ist, ist ein Unterscheidungsmerkmal. Dabei gilt: Je leichter der Rahmen ist, desto weniger Kraft muss der Angehörige aufwenden, um sich mit dem Rollator fortzubewegen. Das bedeutet auch, dass ein leichtes Modell von den Nutzern eher akzeptiert und benutzt wird.

Auch die Bereifung ist ein Unterscheidungsmerkmal. So sind dünne, kleine Reifen immer dann eine gute Wahl, wenn enge Kurven zu nehmen sind. Allerdings gehen vor allem kleine Reifen auch zu Lasten der Stabilität.

Je dicker und auch breiter der Reifen des Rollators ist, desto umständlicher sind enge Wendemanöver, beispielsweise beim Einkaufen im Supermarkt. Dafür ist der Spaziergang auf einem Feldweg über Steine und Wurzeln mit einem Outdoor-Modell mit breiteren Reifen kein Problem.

Entscheidend für die Nutzung ist auch die passgenaue Abstimmung des Zusatzequipments auf den Nutzer. Geht der Angehörige gerne Einkaufen, ist eine integrierte Sitzfläche eine gute Möglichkeit, für Erholung während der Einkaufstour zu sorgen.Wer hingegen oft mit Bus und Bahn unterwegs ist, sollte auf ein leichtes Modell setzen, das ihm ein leichtes Ein- und Aussteigen aus den öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht.

Ein gut klappbares Modell ist für all jene eine gute Idee, die ihren Rollator häufig im Auto verstauen (lassen) müssen.

Mehr über die unterschiedlichen Varianten von Rollatoren finden Sie auch hier in der Rubrik Mobilitätshilfsmittel.

 

Auf was ist bei der Wahl zu achten?

Die Wahl des passenden Rollators ist nur ein Teil des Prozesses. Grundsätzlich muss seitens des Pflegebedürftigen eine Zustimmung zur Mobilitätshilfe erfolgen. Wer den Rollator als Hilfe erkennt und begreift, wird es auch benutzen. Anschließend sollte ein Rezept vom Arzt eine zumindest teilweise Refinanzierung des Geräts ermöglichen.

Die Anschaffungskosten variieren nicht nur mit Blick auf die Ausstattung (nötige Sonderausstattungen sollten vom Arzt extra vermerkt werden), sondern auch mit Blick auf die Krankenkasse. Nicht jede Kasse bezahlt dasselbe. Der Vergleich der Modelle sowie die detaillierte Beratung über die Vor- und Nachteile ist der nächste Schritt bevor es ans Bestellen gehen kann.

Ist der Rollator erst verfügbar, müssen die Eingewöhnung und das Training mit dem Gerät erfolgen. Das bedeutet auch, dass ein sicherer Umgang mit dem Gerät erst erprobt werden muss. Vielerorts werden dazu spezielle Rollatoren-Trainings angeboten.

Zum sicheren Umgang gehört nicht nur die sichere Benutzung des Rollators, sondern auch eine gute Sichtbarkeit.  Reflektoren und Folienbänder tragen hier viel zur Verkehrssicherheit bei. Auch das Fahren mit einem voll beladenen Rollator muss gut trainiert sein.

Rollator: Kassenmodell oder selbst kaufen?

Ein Rollator sorgt für deutlich mehr Freiheit und einen größeren Bewegungsradius. Sei es in der Stadt oder beim Spaziergang mit dem geliebten Vierbeiner

 

Wie wird ein Rollator beantragt?

Ein Rollator ist ein Hilfsmittel. Wurde vom Arzt ein Rezept ausgestellt, können Sie über die Krankenkasse einen Rollator erhalten. Allerdings bezahlt die Krankenkasse in der Regel nur das Standardmodell, wie oben beschrieben. Wer einen leichten und komfortablen Rollator möchte, muss dann zuzahlen oder das Hilfsmittel sogar komplett selbst bezahlen. Mehr über die Beantragung eines Rollators finden Sie hier: So werden Hilfsmittel beantragt.

 

Fazit: Kassenmodell oder selbst bezahlen?

Ob für Sie ein Kassenmodell ausreichend ist oder ob Sie lieber einen komfortablen Rollator möchten, ist unter anderem abhängig von:

  • Ihren persönlichen Ansprüchen,
  • den Kosten, die Sie für ein komfortableres Modell selbst aufbringen müssen,
  • dem Einsatzort (innen oder außen),
  • der Häufigkeit der Benutzung,
  • starre Ausführung oder zusammenfaltbar,
  • Ihrer noch vorhandenen Restbeweglichkeit,
  • Ihren Vorerkrankungen. Menschen mit Gelenkserkrankungen sollten darauf achten, dass sie ein Modell bekommen, das gut gefedert ist.

Letztendlich bleibt die Entscheidung immer an Ihnen selbst hängen, ob Sie ein Kassenmodell nehmen oder ein Zuzahlungsmodell. Wichtig ist, dass das Modell für Sie passend und Ihren Ansprüchen gerecht wird.

 

Weitere Beiträge zum Thema Pflege

 

 icon-hand-o-right Sie möchten immer die neuesten Beiträge dieses Blogs lesen?
Abonnieren Sie doch einfach unseren kostenlosen Newsletter.

Was kostet ein Treppenlift?
⇓    Hier unverbindliches Angebot anfordern!    ⇓


Bildquelle: Fotolia #102618415 – Urheber © klick61