F√ľhrerschein weg: Bei diesen Krankheiten droht ein F√ľhrerscheinentzug

Menschen mit bestimmten Krankheiten kann der F√ľhrerschein entzogen werden, wenn sie nicht mehr fahrtauglich sind
F√ľhrerscheinentzug wegen Krankheit. Geht denn das ?

Ein F√ľhrerscheinentzug ist f√ľr die meisten von uns eine Horrorvorstellung. Wir h√§ngen halt schon arg an unserem F√ľhrerschein, und das am liebsten bis ans Lebensende. Aber wie steht es um die Fahrtauglichkeit bei einer Krankheit? Wann droht tats√§chlich der Entzug des F√ľhrerscheins bei kranken Menschen?

Wenn jemand keinen F√ľhrerschein mehr hat, dann geht man ja sofort davon aus, dass er einen √ľber den Durst getrunken hat. Alkohol ist die eine Seite der Fahrunt√ľchtigkeit. Aber Krankheiten k√∂nnen genauso dazu f√ľhren, dass wir kein Fahrzeug mehr lenken d√ľrfen. Das machen wir uns aber oft nicht so recht bewusst.

F√ľhrerscheinentzug wegen Krankheit

Elektrischer Rollstuhl, blitzschnell gefaltet

Wer nicht mehr oder nur noch bedingt fahrtauglich ist, gef√§hrdet sich und andere Personen. Krankheiten und Medikamente k√∂nnen dazu f√ľhren, dass der Fahrer sein Fahrzeug nicht mehr mit der notwendigen Sicherheit f√§hrt.

  • Menschen mit einer Demenz k√∂nnen desorientiert sein und finden sich pl√∂tzlich nicht mehr im Stra√üenverkehr zurecht.
  • Bei Herz-Kreislauf-Problemen kann es zu einer Kreislaufschw√§che oder gar einem Ohnmachtsanfall kommen.
  • Diabetiker k√∂nnen in einen Zuckerschock fallen, bedingt durch eine Unterzuckerung.
  • Es gibt noch unendlich viele Beispiele, die hier angef√ľhrt werden k√∂nnten.

Bei all diesen Beispielen gefährdet der KFZ-Fahrer sich selbst und andere in höchstem Maß.

Um die Sicherheit im Stra√üenverkehr zu gew√§hrleisten, ist es wichtig, dass es Regelungen gibt, bei welchen Erkrankungen der F√ľhrerschein entzogen werden muss.

Problematik bei kranken, älteren und bewegungseingeschränkten Menschen

Nicht nur junge, sondern auch √§ltere und bewegungseingeschr√§nkte Menschen verzichten ungern auf ihren F√ľhrerschein. Es ist oftmals die einzige M√∂glichkeit f√ľr sie, mit anderen Menschen noch in Kontakt zu treten und sich mit ihnen zu treffen. Auch das Einkaufen geht meist nicht mehr ohne ein Auto.

Den Spruch ‚ÄěLaufen kann ich nicht mehr, aber fahren geht immer!‚Äú habe ich leider h√§ufig bei uns in der Familie geh√∂rt. Ja die Beine machten im Auto schon noch mit. War ja auch ein Automatikgetriebe. Aber mit zunehmendem Alter l√§sst halt auch sehr h√§ufig die Konzentration nach. Hinzu kommen Schmerzen, die sich ebenfalls auf die Konzentration auswirken und letztendlich ein Medikamentencocktail f√ľr jedes erdenkliche Zipperlein, der dann noch den Rest gibt.

Bei berufst√§tigen Menschen kann der Verlust des F√ľhrerscheins nat√ľrlich auch existentielle Beeintr√§chtigungen haben. Viele sind von Berufswegen einfach auf den F√ľhrerschein angewiesen.

Wer muss nun seinen F√ľhrerschein abgeben?

Wem kann der F√ľhrerschein wegen Krankheit entzogen werden?

Fahrverbot aus medizinischen Gr√ľnden: Ein F√ľhrerschein kann nicht nur wegen Alkohol weggenommen werden, sondern auch wegen bestimmter Krankheiten.

Um ein Fahrzeug fahren zu d√ľrfen, muss man im Vollbesitz der notwendigen k√∂rperlichen und geistigen Anforderungen sein.

  • Es gibt diverse Krankheiten, bei denen davon ausgegangen wird, dass der Fahrer nicht mehr √ľber die n√∂tigen geistigen und k√∂rperlichen Anforderungen verf√ľgt. Dann darf man kein Fahrzeug mehr fahren.
  • Wer aufgrund einer Krankheit fahrunt√ľchtig ist und trotzdem Auto f√§hrt, begeht eine strafbare Handlung, da jeder Fahrzeugf√ľhrer verpflichtet ist, vor Antritt der Fahrt zu pr√ľfen, ob er fahrtauglich ist.
  • ABER: Niemand muss sich freiwillig bei einer KFZ-Beh√∂rde melden, wenn er aufgrund einer Erkrankung nicht mehr am Stra√üenverkehr teilnehmen kann. Wird er jedoch von der Polizei erwischt und es wird nachgewiesen, dass eine Fahruntauglichkeit aufgrund der Erkrankung besteht, kann der F√ľhrerschein entzogen werden.
  • Der Fahrer muss damit rechnen, dass seine Fahrzeugversicherung bei einem entstandenen Schaden nicht f√ľr die Kosten aufkommt.

Es gibt aber auch Erkrankungen, bei denen die Fahrerlaubnis nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt wird. Unter Einhaltung dieser Voraussetzungen darf man dann fahren.


¬†icon-hand-o-rightN√ľtzliche Alltagshilfen:
icon-plus¬† Kostenlose Pflegehilfsmittel¬†f√ľr bis zu 40 Euro pro Monat !
icon-plus¬† Treppenlifte¬†‚Äď Mit Pflegegrad bis 4.000 Euro Zuschuss !
icon-plus¬†¬†Nachtr√§glicher Einbau Badewannent√ľre ‚Äď Innerhalb weniger Stunden !
icon-plus  Rollator-Rollstuhl - 3in1-Lösung wenn die Beine schwach werden. Auf Rezept


Wichtig: Es gibt zwar eine Liste von Erkrankungen, bei denen der F√ľhrerschein entzogen werden kann. Ob der F√ľhrerschein wegen Krankheit entzogen wird, ist aber eine individuelle Einzelentscheidung und keine Pauschalentscheidung.

In der Realität könnte das so aussehen:

Beispiel 1: Herr Richter hat zwar einen Diabetes, ist aber so gut eingestellt, dass er keine k√∂rperlichen Einschr√§nkungen hat. Er wird den F√ľhrerschein vermutlich nicht abgeben m√ľssen.

Beispiel 2: Herr Werner hat einen Diabetes, bei dem er st√§ndig in Ohnmacht f√§llt. Aufgrund dieser gravierenden Einschr√§nkungen kann es sein, dass ihm der F√ľhrerschein entzogen wird.

Bei diesem Beispiel handelt es sich zwar um die gleiche Grunderkrankung, der Entzug der Fahrerlaubnis ist aber abhängig vom Erfolg der Therapie bzw. der medikamentösen Einstellung.

Der gek√ľrzte Gesetzestext sieht so aus:

Im ¬ß 3 StVG (Stra√üenverkehrsgesetz) hei√üt es: Die Fahrerlaubnisbeh√∂rde hat die Fahrerlaubnis zu entziehen, wenn jemand ungeeignet oder nicht bef√§higt zum F√ľhren von Kraftfahrzeugen ist. Mit dem Fahrerlaubnisentzug ist es nicht mehr gestattet, ein Fahrzeug zu f√ľhren.

Gem√§√ü ¬ß 2 Abs. 4 StVG ist jemand nicht mehr geeignet zum F√ľhren eines Kraftfahrzeugs, wenn er die notwendigen k√∂rperlichen oder geistigen Anforderungen nicht mehr erf√ľllt.

Ist jemand aufgrund seiner körperlichen oder geistigen Mängel nur bedingt fähig, ein Fahrzeug zu fahren, kann die Fahrerlaubnis mit Beschränkungen oder unter Auflagen erteilt werden.

Ausf√ľhrliche Informationen erhalten Sie auch in den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung vom Bundesverkehrsministerium.

Und bei welchen Krankheiten kann nun ein Fahrverbot ausgesprochen werden? Und wann muss der F√ľhrerschein abgegeben werden?

Krankheiten, die zu einem Fahrverbot f√ľhren k√∂nnen

Bei diesen Krankheiten KANN ein Fahrverbot erteilt werden, MUSS aber nicht. Die F√ľhrerscheinentziehung ist abh√§ngig von der Schwere der Erkrankung.

  • Demenz: Die Fahrt√ľchtigkeit bei einer Altersdemenz ist unter anderem stark abh√§ngig von der Konzentration, der Merkf√§higkeit und der Orientierung oder der Reaktion. Ob noch Auto gefahren werden kann, ist deshalb vom Stadium der Demenz abh√§ngig. Hier sollten die Angeh√∂rigen das Fortschreiten der Erkrankung im Auge behalten. Bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes sollte unbedingt mit dem Arzt √ľber die Fahrt√ľchtigkeit gesprochen werden. Bei einer schweren Altersdemenz besteht keine Eignung zum F√ľhren eines Fahrzeugs.
  • Diabetes: Die meisten Menschen mit Diabetes k√∂nnen Autofahren. Sollte der behandelnde Arzt der Meinung sein, dass die Erkrankung so schwerwiegend ist, dass nicht gefahren werden kann, muss er den Patienten darauf hinweisen.
  • Epilepsie: Epilepsien sind unwillk√ľrliche Anf√§lle, die vom Erkrankten nicht kontrolliert werden k√∂nnen. Die Erteilung der Fahrerlaubnis ist abh√§ngig von der Art und Schwere der Epilepsie-Erkrankung.

¬† ¬†‚ėõ¬† Favoriten:¬† ¬†

‚úö Badumbau Wanne zur Dusche ‚Äď Mit Pflegegrad 4.000 Euro Zuschuss
‚úö Antirutsch-Beschichtung ‚Äď F√ľr Dusche, Fliesen und Badewanne
‚úö Senkrechtlift - Die moderne Alternative zum Treppenlift
‚úö Abrechnungsservice f√ľr PKV + Beihilfe ‚Äď Nie wieder selbst mit Krankenversicherung abrechnen

  • Herz- und Gef√§√üerkrankungen: Hierzu geh√∂ren unter anderem Bluthochdruck, Herzrhythmusst√∂rungen, Herzinfarkt, Herzleistungsschw√§che, Aortenaneurysma usw. So unterschiedlich wie die Erkrankungen sind, so unterschiedlich ist auch die Fahrtauglichkeit bei den einzelnen Krankheiten. Die Entscheidung liegt auch hier wieder eindeutig beim Arzt. Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann es zu spontanen Kontrollverlusten kommen. Damit w√§re dann der Patient nicht mehr geeignet, ein Fahrzeug zu f√ľhren.
  • Nierenerkrankungen: Hier ist vor allem bei einer schweren Niereninsuffizienz damit zu rechnen, dass der F√ľhrerschein entzogen werden kann.
  • Parkinson: Auch bei Parkinson ist die Fahrt√ľchtigkeit wieder abh√§ngig vom Grad der Erkrankung. Man geht jedoch davon aus, dass bei leichten F√§llen und erfolgreicher Therapie die Fahreignung besteht.
  • Psychische St√∂rungen: Zu den psychischen St√∂rungen geh√∂ren  unter anderem organische und hirnorganische Psychosen, Pers√∂nlichkeitsver√§nderungen, pathologische Alterungsprozesse, Manien, Depressionen, Schizophrenie usw. Diese Krankheiten werden zum Teil auch mit Medikamenten behandelt, die allein schon die Fahrtauglichkeit stark beeintr√§chtigen k√∂nnen. Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist wieder von der Schwere der Erkrankung abh√§ngig.
  • Schlaganfall (Apoplex, Hirnschlag, Gehirnschlag): Es gibt Schlaganf√§lle, die werden von den Patienten beinahe gar nicht bemerkt. Da ist davon auszugehen, dass der Betroffene auch weiterhin Auto fahren darf. Andererseits gibt es Hirnschl√§ge, die so stark sind, dass dauerhafte L√§hmungen und/oder Gehirnsch√§digungen zur√ľck bleiben. Bei der √§rztlichen, verkehrsmedizinischen Begutachtung wird genau festgelegt, ob eine Fahrt√ľchtigkeit besteht.
  • Sehverm√∂gen, mangelndes: Hierzu gibt es eine eigene Gesetzesverordnung.

Weiterf√ľhrende Informationen finden Sie in der Verordnung √ľber die Zulassung von Personen zum Stra√üenverkehr.

Beachten Sie jedoch, dass nicht nur die o.g. Krankheiten zu einer Fahruntauglichkeit f√ľhren k√∂nnen. Auch Medikamente k√∂nnen dazu beitragen, dass man nicht mehr Autofahren kann.

Auch Medikamente beeintr√§chtigen die Fahrt√ľchtigkeit

Ja, auch Medikamente k√∂nnen die Verkehrst√ľchtigkeit stark beeinflussen. Sicherlich haben Sie auf Medikamenten-Beipackzetteln schon gelesen: ‚ÄěFahren Sie in diesem Fall nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen!‚Äú

Manche Medikamente l√∂sen als Nebenwirkungen Schwindel, Benommenheit oder M√ľdigkeit aus. Dazu geh√∂ren zum Beispiel Antidepressiva, Schlafmittel, Hustenmittel (codeinhaltig) usw. Aber nicht nur die Nebenwirkungen m√ľssen beachtet werden, sondern auch die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Ob ein Medikament die Fahrt√ľchtigkeit herabsetzt, hat nichts damit zu tun, ob dieses verordnungspflichtig ist oder nicht. Auch frei verk√§ufliche Medikamente k√∂nnen die Fahrt√ľchtigkeit beeinflussen.

Jeder Autofahrer muss so eigenverantwortlich handeln und kein Fahrzeug lenken, wenn er merkt, dass Medikamente seine Fahrt√ľchtigkeit beeintr√§chtigen.

Zu den Medikamenten gehört auch das legale, medizinische Cannabis. Auch hier gelten besondere Vorschriften.



  Mobiler Senioren - NOTRUF  
Drinnen und draußen - Immer auf Nummer sicher
Incl. Sturzalarm | Personenortung | Virtueller Gartenzaun uvm.

Gesetzeslage:

Bislang gibt es in Deutschland kein Gesetz, das die Teilnahme am Straßenverkehr verbietet, nachdem ein bestimmtes Medikament eingenommen wurde.

  • ¬ß 24a Stra√üenverkehrsgesetz (StVG): Wer jedoch berauschende Mittel zu sich nimmt ‚Äď und dazu k√∂nnen manche Medikamente gez√§hlt werden ‚Äď verh√§lt sich ordnungswidrig. Es kann dann mit einer Geldbu√üe gerechnet werden.
  • ¬ß 316 Strafgesetzbuch (StGB): Werden durch Medikamente gravierende Fahrfehler begangen oder treten gar k√∂rperliche Ausfallerscheinungen auf, muss mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe und/oder Entziehung der Fahrerlaubnis gerechnet werden. Auch Punkte in Flensburg sind m√∂glich.

F√ľr Medikamente, die eine Beeintr√§chtigung der Fahrtauglichkeit mit sich bringen k√∂nnen, gilt folgende Regelung:

  • Verschreibt der Arzt ein solches Medikament, ist er verpflichtet, den Patienten √ľber m√∂gliche Beeintr√§chtigungen und Nebenwirkungen aufzukl√§ren.
  • Bei frei verk√§uflichen Medikamenten sind Sie selbst daf√ľr verantwortlich, den Beipackzettel zu lesen.

Informieren Sie immer Ihren Arzt , welche Medikamente Sie nehmen. Und zwar auch √ľber Medikamente, die Sie selbst gekauft haben oder die Sie von einem anderen Arzt verschrieben bekommen haben.

Wenn Sie unsicher √ľber die Neben- oder Wechselwirkungen sind, k√∂nnen Sie auch Ihren Apotheker ansprechen. Er pr√ľft dann, ob die Medikamente die Sie nehmen, auch alle zusammenpassen.

N√ľtzlich ist in diesem Zusammenhang immer ein Medikationsplan.

Generelle Fahrverbote gelten zum Beispiel:

  • Nach Untersuchungen oder Operationen mit Narkose oder Beruhigungsmedikamenten. Hier darf meist 24 Stunden lang kein Fahrzeug gefahren werden.
  • Nach Augenuntersuchungen mit Augentropfen, die zur Weitung der Pupillen dienen.

Der ADAC hat eine Informationsbrosch√ľre herausgegeben, die eingehend die Problematik ‚ÄěMedikamente im Stra√üenverkehr‚Äú beleuchtet. Sie finden in der Brosch√ľre auch eine Auflistung von Medikamenten und welche verkehrsrelevanten Wirkungen diese haben.

Was m√ľssen pflegende Angeh√∂rige und Betreuer beachten?

Nicht nur die Eltern haften f√ľr ihre Kinder: Irgendwann hei√üt es dann auch ▶ Kinder haften f√ľr ihre Eltern ‚Äď und zwar wenn die Eltern krank sind. Es besteht eine F√ľrsorgepflicht.

Oftmals fehlt von den Betroffenen die Einsicht, dass es besser ist, das Fahrzeug stehen zu lassen. Keiner gibt gerne zu, dass er fahruntauglich ist. Hat der Fahrzeugf√ľhrer jedoch einen Betreuer, ist dieser aufsichtspflichtig.

Das trifft zum Beispiel bei Menschen mit Demenz zu. Wenn diese nicht mehr Auto fahren k√∂nnen, muss der Betreuer oder auch pflegende Angeh√∂rige die zum rechtlichen Betreuer des Patienten bestellt wurden, eingreifen. Denn Sie k√∂nnen in bestimmten F√§llen f√ľr Sch√§den haftbar gemacht werden.

Andererseits ist es aber auch so, dass aufsichtspflichtige Angeh√∂rige das Elternteil nicht rund um die Uhr bewachen k√∂nnen. Sie m√ľssen aber alles tun was in Ihrer Macht steht, um den Erkrankten am Fahren zu hindern.


Neu¬†¬† Unser Service f√ľr Sie! Kostenlose Pflegeberatung¬†¬†
‚úĒ Sie brauchen Hilfe beim Beantragen eines Pflegegrades?
‚úĒ Sie brauchen Unterst√ľtzung, wenn der MDK zur Begutachtung kommt?
‚úĒ Sie haben Fragen rund um das Thema Pflege?
icon-hand-o-right Lassen Sie sich hier kostenlos beraten

Fahrerlaubnis f√ľr Menschen mit Bewegungsbehinderungen

Autofahren mit Behinderung ‚Äď ja geht denn so was? Nat√ľrlich und warum auch nicht. K√∂rperliche Einschr√§nkungen k√∂nnen ‚Äď falls notwendig, auch mit entsprechenden Fahrzeugumbauten ausgeglichen werden.

Bei Menschen mit einer Bewegungsbehinderung wird unterschieden, ob der F√ľhrerschein bereits vorhanden ist oder ob er erst gemacht wird:

1. Sie m√∂chten einen F√ľhrerschein machen und haben bereits eine k√∂rperliche Behinderung.

Gem√§√ü der Fahrerlaubnisverordnung wird die F√ľhrerscheinstelle vor Erteilung des F√ľhrerscheins pr√ľfen, ob sie in der Lage sind, am Stra√üenverkehr teilzunehmen. F√ľr die Entscheidung kann die Beh√∂rde ein entsprechendes Gutachten verlangen und entsprechende Auflagen aussprechen, wie zum Beispiel Fahrzeugumbauten usw.

2. Sie haben bereits einen F√ľhrerschein und wurden dann aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit k√∂rperlich behindert.

Wenn Sie bereits vor Auftreten der Bewegungsbehinderung einen F√ľhrerschein hatten, wird die Fahrerlaubnisbeh√∂rde pr√ľfen, ob sie auch weiterhin in der Lage sind, ein Fahrzeug zu f√ľhren. Unter Umst√§nden m√ľssen Sie ein medizinisches oder technisches Gutachten vorlegen. Die Fahrerlaubnisbeh√∂rde kann Ihnen auch hier Auflagen f√ľr einen Fahrzeugumbau machen.

Beschr√§nkungen, die sich auf die Fahrerlaubnis beziehen, werden von der F√ľhrerscheinstelle im F√ľhrerschein eingetragen.

Mein Tipp
F√ľr die Fahrzeugumbaukosten kommen unter Umst√§nden das Arbeitsamt, Berufsgenossenschaften, Krankenkasse usw. mit auf. Manche Fahrzeughersteller bieten beim Kauf eines Neuwagens Sondernachl√§sse an. Au√üerdem k√∂nnen Sie entsprechende Kosten auch als Au√üergew√∂hnliche Belastungen oder als Werbungskosten absetzen. Lassen Sie sich dazu entsprechend beraten.

Was passiert, wenn der F√ľhrerschein entzogen wurde?

Wenn Sie wegen einer Krankheit den F√ľhrerschein entzogen bekommen haben, wird die Fahrerlaubnisbeh√∂rde entsprechende Gutachten anfordern. Es bestehen also Zweifel an Ihrer Fahrtauglichkeit. Das Gutachten dient zur Entscheidungsfindung, ob Sie den F√ľhrerschein wieder zur√ľckbekommen und unter welchen Auflagen. Die Beschr√§nkungen und Auflagen werden dann im F√ľhrerschein vermerkt.

Unter andere kommen folgende Gutachten in Frage:

Fach√§rztliches Gutachten / Medizinisches Gutachten: Das fach√§rztliche Gutachten darf nicht vom eigenen Haus- oder Facharzt erstellt werden. Hier kommen eher Verkehrsmediziner, Arbeitsmediziner, Rechtsmediziner oder Betriebs√§rzte usw. in Betracht. Beim √§rztlichen Gutachten soll festgestellt werden, ob Ihre Krankheit Ihre Fahrtauglichkeit beeinflusst oder nicht. Dabei ist wichtig, dass die Sicherheit f√ľr alle Verkehrsteilnehmer und f√ľr Sie selbst gew√§hrleistet ist.

Medizinisch-Psychologisches Gutachten MPU: Wenn ein fachärztliches Gutachten nicht ausreicht, wird die Fahrerlaubnisbehörde eine medizinisch-psychologische Untersuchung anfordern.

Technisches Gutachten: Bei Menschen mit Bewegungseinschränkungen kann ein technisches Gutachten angefordert werden. Mit entsprechenden Fahrzeugumbauten kann oft schon wieder die Fahrtauglichkeit hergestellt werden.

ACHTUNG: Wer die Aufforderung der F√ľhrerscheinstelle zur Vorlage von Gutachten ignoriert und trotzdem f√§hrt, dem kann der F√ľhrerschein entzogen werden.


Pflegesessel in verschiedenen Varianten und Liegepositionen

Kann ein Arzt ein Fahrverbot aussprechen?

Nein. Ein Arzt ist nicht befähigt, ein amtliches Fahrverbot auszusprechen. Auch ein ärztliches Fahrverbot gibt es nicht.

Wie soll sich dann ein Arzt verhalten, wenn er bei seinem Patienten erf√§hrt, dass dieser eine Krankheit hat, mit der er eigentlich nicht mehr am Stra√üenverkehr teilnehmen kann? F√ľr einen Arzt ist das sicherlich eine Gratwanderung. Einerseits will er dem Patienten seine Mobilit√§t und Selbstst√§ndigkeit nicht entziehen, andererseits gef√§hrdet dieser jedoch sich selbst und andere.

F√ľr den Arzt gilt deshalb:

  • Er kann seinem Patienten nicht den F√ľhrerschein entziehen. Das w√ľrde auch das sehr sensible Arzt-Patienten-Verh√§ltnis st√∂ren.
  • Er kann auch kein rechtlich wirksames Fahrverbot aussprechen. Das kann nur ein Gericht oder die zust√§ndige Beh√∂rde.
  • Er muss an keine Beh√∂rde oder Polizei eine Meldung √ľber den Gesundheitszustand seines Patienten machen. Er unterliegt der Schweigepflicht. Nur in Ausnahmef√§llen kann er diese verletzen.
  • Er muss den Patienten aufkl√§ren, dass er aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, ein Fahrzeug zu lenken. Missachtet der Patient diese Warnung, wird er im Schadensfall mit versicherungsrechtlichen Konsequenzen rechnen m√ľssen.
  • Er kann unter Umst√§nden haftbar gemacht werden, wenn er keine Warnung ausspricht.
  • Wenn Medikamente die Fahrt√ľchtigkeit beeinflussen: Dann kann der Arzt auch haftbar gemacht werden, wenn er seinen Patienten nicht auf Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen von Medikamenten aufmerksam macht.

Autofahren trotz Krankheit: Der Arzt sollte gemeinsam mit dem Patienten klären, was unternommen werden kann, um in Zukunft auch noch sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Niemand ist verpflichtet, einer Fahrerlaubnisbeh√∂rde mitzuteilen, ob er eine Krankheit hat, mit der er eventuell nicht mehr in der Lage ist, ein Fahrzeug zu fahren. Allerdings ist jeder Autofahrer verpflichtet, vor jedem Fahrantritt zu √ľberpr√ľfen, ob er fahrtauglich ist. Dies gilt prinzipiell und nicht nur auf die o.g. Erkrankungen.

Wer sich mit einem schweren Migräneanfall hinters Lenkrad setzt, wird vermutlich nicht fahrtauglich sein und sollte deshalb besser das Fahrzeug stehen lassen.

Zusammenfassung

  • Wer aufgrund von k√∂rperlichen oder geistigen M√§ngeln nicht mehr f√§hig ist, sicher am Stra√üenverkehr teilzunehmen, muss sein Fahrzeug stehen lassen.
  • Jeder der am Stra√üenverkehr teilnimmt, muss SELBST vor Antritt der Fahrt pr√ľfen, ob er f√§hig ist, ein Fahrzeug zu f√ľhren. Er darf andere nicht gef√§hrden.
  • Wer fahruntauglich ist und einen Unfall verursacht, macht sich strafbar. Au√üerdem ist mit versicherungsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.
  • Wer fahruntauglich erwischt wird, kann von der Polizei oder einer Beh√∂rde den F√ľhrerschein entzogen bekommen.
  • Der behandelnde Arzt ist verpflichten, den Patienten √ľber seinen Gesundheitszustand aufzukl√§ren und darauf hinzuweisen, dass er wegen seiner Krankheit, Behinderung oder Einnahme von Medikamenten nicht mehr am Stra√üenverkehr teilnehmen kann.
  • Ein Arzt kann kein rechtsg√ľltiges Fahrverbot aussprechen, sondern nur eine Warnung.
  • Ein F√ľhrerscheininhaber ist nicht verpflichtet, seine Krankheit der F√ľhrerscheinstelle zu melden.
  • Aufsichtspflichtige Angeh√∂rige und Betreuer k√∂nnen f√ľr Sch√§den haftbar gemacht werden.

Weitere Beiträge zum Thema Pflege


Seniorenmobil f√ľr mehr Unabh√§ngigkeit und Sicherheit


Unser Newsletter
f√ľr Sie!

Tipps zur Pflegekasse & Pflegegeld,
Kurzzeit- u. Verhinderungspflege, Fehler bei MDK-Begutachtung, Entlastungsbetrag, Gesetzesänderungen uvm.

Tragen Sie sich jetzt f√ľr unseren kostenlosen Newsletter ein. Er erscheint 1-2 Mal pro Monat und hat das Ziel, dass Sie sich zuk√ľnftig im Pflegedschungel zurechtfinden und die Pflege erleichtert wird!

Quelle Bildmaterial:#Canva-Member ¬© for free – von Latino Life
Quelle Bildmaterial:#Canva-Member ¬© for free – div. Design ohne Titel

Diesen Beitrag in Ihrem Netzwerk teilen