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Das Wohnen im eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung ist eine gute Altersvorsorge, doch leider nur so lange, wie die Gesundheit mitspielt.

Ist die eigene Immobilie nicht mehr altersgerecht oder ist gar ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig, ist es oftmals unumgänglich, sich von den eigenen vier Wänden zu trennen.

Eine eigene Immobilie, die in jüngeren Jahren noch alle Wünsche erfüllte und zweckdienlich war, kann im Alter zur Belastung werden. Das Treppensteigen kann zur täglichen Qual werden, der Badewannenrand oder die Dusche zur unüberwindbaren Hürde, wenn die Wohnung nicht geeignet ist für Rollstuhl oder Rollator.

Doch ein Verkauf der Immobilie und ein Umzug müssen gut geplant sein.

Mit der nachfolgenden Checkliste möchte ich Ihnen einen groben Überblick geben, worauf beim Hausverkauf geachtet werden sollte und was zu erledigen ist.

Gute Vorbereitung – Genügend Zeit einplanen

Wer zum Beispiel für seine Eltern das Haus verkaufen soll, muss diesen Schritt gut planen. Ein ausreichend großes Zeitfenster für die Vorbereitungen ist sehr wichtig. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

Je mehr Zeit für den Verkauf zur Verfügung steht, desto höher ist die Chance, einen guten Preis für das Haus zu erzielen. Bei einem Verkauf, der unter Druck erfolgt, ist ein zu niedriger Kaufpreis sehr wahrscheinlich.

Marktwert ermitteln

Den Wert der eigenen Immobilie zu kennen, ist unverzichtbar, um einen realistischen Verkaufspreis zu ermitteln und abgesichert in die Preisverhandlung zu gehen. Oftmals fällt den Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen der Verkauf einer Immobilie sehr schwer, da die Bewohner in der Regel bereits viele Jahre darin leben und eine emotionale Bindung zum Objekt besteht.

Für den Marktwert gilt: Je besser die Wohnlage, umso höher der Verkaufserlös. Eine Immobilienbewertung kann Klarheit bringen. Auf der Internetseite immobilienscout24 kann der Marktwert der Immobilie einfach und schnell ermittelt werden, wodurch der Eigentümer optimal informiert ist und einen Richtwert erhält, um den Verkaufspreis zu bestimmen.

 

Vor dem Verkauf

Bevor die Immobilie zum optimalen Preis verkauft werden kann, ist einiges zu tun:

  • Für einige Zeit sollte der Immobilienmarkt beobachtet und die Preise verglichen werden.
  • Aufgrund der Beobachtungen der Preisentwicklungen für Immobilien und der Immobilienbewertung kann ein Verkaufspreis festgesetzt werden.
  • Die Familie sollte über den geplanten Verkauf informiert werden. Vielleicht würden diese die Immobilie gerne selbst erwerben.
  • Es ist sinnvoll, den Steuerberater zu kontaktieren. Er kann Auskünfte über die steuerliche Abwicklung des Hausverkaufs geben.
  • Ein Haus kann sowohl über einen Makler als auch selbst verkauft werden. Beides hat Vor- und Nachteile. Soll das Haus über einen Makler verkauft, muss ein vertrauensvoller Makler gefunden werden. Außerdem ist zu klären, wie hoch die Maklergebühren sind und wer diese zu bezahlen hat. Wird das Haus ohne Einschaltung eines Maklers verkauft, ist das Inserieren auf Onlineportalen ein sinnvolles Mittel. Ein gut formuliertes Exposé erhöht die Chancen auf einen guten Verkauf.
  • Alle verfügbaren Unterlagen für das Haus müssen zusammengestellt werden (Lageplan, Baupläne, Baugenehmigung, Wohnflächenermittlung, Baubeschreibung, Energiepass, Installationspläne falls vorhanden, Versicherungsunterlagen, Grundbuchauszug, evtl. Mietverträge falls das Haus vermietet ist, Rechnungen von Strom + Heizung + Wasser, Baulastenübernahmen – falls erteilt, usw.).
  • Das Haus aufpeppen, so gut es geht, um den Wert zu steigern. Auch Kleinigkeiten können große Wirkung erzielen. Es ist ratsam, bevor die ersten Interessenten die Immobilie besichtigen, dem Haus einen neuen Anstrich zu verpassen, alle notwendigen Reparaturen durchführen zu lassen, die Fenster zu streichen, alle Bodenbeläge zu reinigen und im Garten die Sträucher zu stutzen.
  • Auch der Umzug in das neue Wohndomizil ist zu planen. Im Vorfeld können Entscheidungen getroffen werden, wie zum Beispiel was entrümpelt wird und welche Gegenstände im persönlichen Besitz bleiben.

Finanzielles

Die finanzielle Abwicklung eines Hausverkaufs darf ebenfalls nicht vergessen werden.

Ist ein Haus bereits schuldenfrei, ist ein Verkauf relativ unproblematisch. Besteht jedoch eine laufende Finanzierung, ist es ratsam zunächst die Bank aufzusuchen und mit dem persönlichen Berater die Möglichkeiten zu erörtern. Unter Umständen kann der laufende Kredit nicht sofort mit dem Erlös des Hauses getilgt werden.

 

Auf diese Fragen von potentiellen Käufern sollten Sie vorbereitet sein

Potentielle Interessenten haben viele Fragen. Nur wer gut auf das Verkaufsgespräch vorbereitet ist, kann fundierte Auskünfte erteilen. Mit diesen Fragen sollten sie rechnen:

  • Wann wurde das Haus gebaut und wann wurden Sanierungen durchgeführt?
  • In welcher Bauweise wurde das Haus erstellt (Ständerbauweise, Fertigbau, Massivbau)?
  • Gibt es einen Energiepass für das Haus?
  • Wie hoch sind die Nebenkosten?
  • Sind die Wände (nachträglich) isoliert?
  • Gibt oder gab es Feuchtigkeit oder gar Schimmelbefall im Haus?
  • Wie hoch ist die Grundsteuer?
  • Wie groß ist das Grundstück?
  • Wieviel Quadratmeter Wohnfläche bzw. Nutzfläche hat das Haus?
  • Gibt es baurechtliche Auflagen bezüglich eines Erweiterungsbaus/Anbaus?
  • Wurden Baulasten auf das Grundstück erteilt?
  • Wie wird das Haus beheizt (Strom, Gas, Öl, solarunterstützt, Erdwärme, Fußbodenheizung usw.)?
  • Kann die Küche (oder allgemein Möbel) übernommen werden?

Viele dieser Fragen sollten bereits im Exposé beantwortet sein. Gehen Sie aber davon aus, dass sich im persönlichen Gespräch noch einige weitere Fragen ergeben werden.

Besichtigungstermin

Die Kaufinteressenten möchten natürlich das Objekt besichtigen.

Dafür sollte das Haus:

  • gereinigt und aufgeräumt sein,
  • einen frischen Duft ausströmen,
  • einen hellen Eindruck hinterlassen (Alle Rolläden auf, keine Verdunkelungen),
  • mit all seinen Vorzügen und schönen Seiten präsentiert werden.

 

Notartermin

Wurde ein Käufer gefunden, muss die Beurkundung über einen Notar erfolgen.

Wichtig ist auch noch zu wissen, dass es bei manchen Notaren schwierig ist, auf die Schnelle einen Termin für eine schriftliche Beurkundung des Kaufvertrags zu bekommen. Deshalb so zeitig wie möglich den Notar vom geplanten Verkauf des Gebäudes informieren.

Die häufigsten Fehler

Zu den häufigsten Fehlern beim Verkauf der Immobilie gehören Fehleinschätzungen hinsichtlich der Lage, der Ausstattung und des Wertes des Hauses.

Wenn beim Hausbau noch selber Hand angelegt wurde, führt die emotionale Bindung häufig zu falschen Schlüssen. In diesem Fall wird gern darüber hinweggesehen, dass die Heizung saniert oder das Dach neu gedeckt werden müsste.

Zudem spielt der Standort grundsätzlich eine wichtige Rolle. In einigen Fällen kann der Preis höher sein als vermutet, während das Ergebnis bei anderen Häusern ungünstig ausfallen kann.

Fazit

Der Hausverkauf im Alter ist vor allem aufgrund der emotionalen Bindung oftmals nicht leicht. Allerdings ist die Trennung für alle Beteiligten mitunter die richtige Entscheidung und somit eine Erleichterung. Dennoch ist es sehr wichtig, im Verlauf nicht überstürzt sondern gut überlegt und geplant zu agieren.

Quelle Bildmaterial: Fotolia #90001069  © Fiedels

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