So sind pflegende Angehörige versichert

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Eigentlich sollte man davon ausgehen, daß diejenigen die ihren Job aufgeben um Angehörige zu pflegen, auch anständig versichert sind. Nun fällt schon das Gehalt weg und dann erhebt sich noch die Frage, wie sind pflegende Angehörige denn versichert?

Was ist, wenn etwas passiert? Ein Unfall, eine Krankheit! Und was ist mit der Rente?

Wie es versicherungstechnisch tatsächlich aussieht, habe ich für Sie hier zusammengefaßt. Ganz besondere Vorsicht ist bei der Krankenversicherung geboten, wie Sie weiter unten noch lesen können.

Wer als Angehöriger, Verwandter oder Freund in häuslicher Umgebung eine pflegebedürftige Person betreut, und deshalb seinen Job ganz oder teilweise aufgegeben bzw. Pflegezeit oder Familienpflegezeit beantragt hat, der ist wie folgt versichert.

 

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Rentenversicherung

Die Beiträge zur Rentenversicherung bezahlt die Pflegekasse für die Pflegeperson. Dazu muss ein Antrag gestellt werden. Welche Voraussetzungen dafür nötig sind und wie die Abwicklung funktioniert, lesen Sie bitte in meinem Beitrag „Rente für die Pflege von Angehörigen“.

Wer mehrere Personen pflegerisch betreut, kann die Pflegezeiten addieren (Additionspflege). Alle Einzelheiten dazu finden Sie in meinem Beitrag „Rente für die Pflege von mehreren Personen – Additionspflege“.

Gleich vorweg: Sehr hoch sind die Beiträge nicht. Zumindest werden aber mit den Beitragszahlungen die Beitragsjahre anerkannt. 

TIPP

Als pflegender Angehöriger sollten Sie auch über zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen Bescheid wissen und außerdem Anlaufstellen kennen, die Sie kostenlos beraten


Unfallversicherung

Wer Angehörige pflegt ist gesetzlich nach § 44 SGB XI unfallversichert. Allerdings müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden.

Was ist zu beachten

  1. Die Unfallversicherung greift nur zu den Zeiten, zu denen gepflegt wird. Siehe nächster Absatz
  2. Die Person die pflegt, darf keine erwerbsmäßig tätige Pflegeperson sein. Das bedeutet, die Pflegeperson darf kein Gehalt für die Pflege erhalten. Erlaubt ist jedoch die Überlassung des Pflegegeldes an die Pflegeperson.
  3. Die Pflege muss im häuslichen Umfeld durchgeführt werden.

►  Die Unfallversicherung greift nur zu Zeiten, die mit der Pflege zu tun haben:

 

 

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Die gesetzliche Unfallversicherung deckt leider nicht alle Zeiten ab, die man mit dem zu Pflegenden verbringt. Für die nachfolgenden Tätigkeiten sind Sie unfallversichert:

  1. Der direkte Weg zur Wohnung der zu betreuenden Person und wieder nach Hause
  2. Unfälle bei der Pflege. Hierzu zählen
  • die Körperpflege wie z. B. waschen, duschen, baden, rasieren usw.
  • die Behandlungspflege wie z.B. Verbände wechseln, Verabreichen von Medikamenten
  • die hauswirtschaftliche Versorgung wie einkaufen, spülen, Wäsche waschen oder putzen. Diese Tätigkeiten müssen jedoch fast ausschließlich für die Pflegebedürftigen sein und nicht überwiegend für Personen, die zwar mit im Haushalt leben aber nicht pflegebedürftig sind.
  • die Ernährung wie z. B. das Zubereiten von und das Verabreichen von Mahlzeiten sowie
  • der Mobilität wie z. B. das Helfen beim Aufstehen und Setzen, an- und ausziehen, das Verlassen der Wohnung. Die Unterstützung beim Verlassen und Aufsuchen der Wohnung z. B. für einen Arztbesuch oder einen Behördengang ist nur dann versichert, wenn es für die Lebensführung des zu Pflegenden notwendig ist.

Extra-Tipp

Wer eine Pflegestufe hat und zu Hause gepflegt wird, hat jeden Monat Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel. Diese können Sie hier einfach bestellen

► Diese Tätigkeiten sind nicht unfallversichert:

  • Wer seinen Angehörigen zur Freizeitgestaltung auf einen Spaziergang oder zu einem Theaterbesuch begleitet und während dieser Zeit verunglückt, ist nicht unfallversichert.

► Was ist zu tun, wenn ein Unfall eingetreten ist

  • Als erstes müssen Sie sich bei einem Arzt vorstellen. Sagen Sie ihm gleich, dass der Unfall bei der häuslichen Pflege erfolgte
  • Falls der Arzt den Unfall nicht der zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung meldet, müssen Sie das machen
  • Die Krankenkasse ist selbst auch daran interessiert festzustellen, ob es sich um einen Unfall im Rahmen der Pflege im häuslichen Umfeld handelt. Sie kann dann die entstehenden Kosten an die Unfallversicherung weitergeben.

► Welche Leistungen erbringt die Unfallversicherung

Verunglückt eine Pflegeperson bei der Pflege, können nachfolgende aufgeführte Ansprüche an die Unfallversicherung gestellt werden.

  • Alle notwendigen Behandlungen durch einen Arzt, ein Krankenhaus. Außerdem Rehamaßnahmen, Übernahme der Heilmittel, Fahrtkosten usw., wie Sie sonst von einer Krankenkasse auch übernommen werden
  • Sollte der Unfall so schwerwiegend gewesen sein, dass weiterführende Maßnahmen unternommen werden müssen, werden auch diese bezahlt. Das können zum Beispiel auch Umschulungen auf einen anderen Beruf sein.
  • In ganz schweren Fällen kann auch geprüft werden, ob die Unfallversicherung eine Rente bezahlen muss.

 

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► Wie muss eine Unfallversicherung beantragt werden

Wer Angehörige pflegt ist automatisch unfallversichert und muss keinen Antrag stellen. 

► Was kostet die Unfallversicherung

Der Pflegeperson sowie dem Patienten entstehen durch die Unfallversicherung keine Kosten

Was ist bei einer privaten Unfallversicherung mitversichert

Wer selbst eine private Unfallversicherung hat, ist für alle Arten von Unfällen versichert, nicht nur in der häuslichen Pflege.

Buchtipp
An dieser Stelle möchte ich Ihnen noch zwei Bücher empfehlen, die ich für besonders lesenswert halte: Angehörige zu Hause pflegen. Pflegehandlungen in Wort und Bild“, sowieRatgeber Elternunterhalt – Pflege und Heim, wann müssen Kinder zahlen“

Krankenversicherung

Prinzipiell sind pflegende Angehörige nicht automatisch krankenversichert, wie zum Beispiel bei der Unfallversicherung. Deshalb müssen pflegende Angehörige prüfen, welchen Status sie haben und was zu tun ist.

Wer keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht und nicht in der Familienversicherung integriert ist, muss sich selbst freiwillig krankenversichern. Hier ist deshalb absolute Aufmerksamkeit geboten

► Es gibt folgende Möglichkeit

  • Krankenversicherung über die Familienversicherung. Das heißt, die Pflegeperson ist in der Familienversicherung der Eltern oder des Partners mitversichert
  • Krankenversicherung über eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Dies betrifft Personen, die zur Pflege noch einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit (Vollzeit oder Teilzeit) nachgehen, über die sie krankenversichert sind
  • Freiwillige Krankenversicherung. Wer weder über eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit noch über die Familienversicherung versichert ist, muss sich freiwillig krankenversichern. Die freiwillige Krankenversicherung kann auch bei einer gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Arbeitslosenversicherung

Wer nicht über eine andere Erwerbstätigkeit bereits arbeitslosenversichert ist, ist als pflegender Angehöriger nicht arbeitslosenversichert. Es ist jedoch nicht nötig, arbeitslosenversichert zu sein – im Gegensatz zur Krankenversicherung.

Das bedeutet, wer zusätzlich zur Pflege einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, ist über diese arbeitslosenversichert. Wer keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, ist nicht arbeitslosenversichert.

Es ist möglich, freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. Die Beiträge müssen dann allerdings selbst bezahlt werden. Wer freiwillig Arbeitslosenversicherung zahlen möchte, muss einen entsprechenden Antrag bei der Agentur für Arbeit stellen. 

WICHTIG:

Sprechen Sie auf alle Fälle mit Ihrer Pflegekasse durch, ob bei Ihnen Versicherungslücken vorhanden sind und was Sie tun müssen.

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27 comments for “So sind pflegende Angehörige versichert

  1. 4. Mai 2015 at 8:02

    Wirklich enorm wichtig ist das Gespräch mit den Verischerungen und eine richtige Vorbereitung. Eine Kalkulation muss aufgestellt werden. Es muss klar sein welche Versicherungen man braucht, usw. Ansonsten läuft man tatsächlich Gefahr sich, trotz lobenswerten Vorhaben, in den Ruin zu wirtschaften.

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