Wofür wird eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung benötigt

Zugegeben, Heimnotwendigkeitsbescheinigung ist mit Sicherheit für Pflegefachkräfte ein gängiger Begriff, aber wir pflegenden Angehörigen können meist nur wenig damit anfangen. Doch die meisten Pflegeheime verlangen die Heimnotwendigkeitsbescheinigung. Sie sichert die Kostenübernahme für das Pflegeheim durch die Pflegekasse ab.

Was ist eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung?

Mit einer Heimnotwendigkeitsbescheinigung wird bestätigt, dass ein Pflegegrad (eine Pflegestufe) vorliegt und die Unterbringung in einem Heim notwendig ist.

Die Heimnotwendigkeitsbescheinigung wird häufig von Pflegeheimen verlangt, um überhaupt in einem Pflegeheim/Altenheim aufgenommen werden zu können. Mit ihr wird für das Pflegeheim sichergestellt, dass die Pflegekasse anteilig die Heimkosten übernimmt. Die Pflegeheimkosten sind je nach Pflegegrad unterschiedlich gestaffelt.

Wer bekommt eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung?

Um eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung ausgestellt zu bekommen, ist folgendes notwendig:

  • Es muss eine Pflegebedürftigkeit, also Pflegegrad 2, vorliegen
  • Die Pflege kann zu Hause nicht mehr durchgeführt werden

Bitte nicht vergessen!
Mit einem Pflegegrad haben Sie Anrecht auf monatliche Pflegehilfsmittel.
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Prinzipiell sehen die Krankenkassen/Pflegekassen es so, dass vorrangig zu Hause gepflegt werden soll und erst wenn dies nicht mehr möglich ist, eine Heimunterbringung erfolgen soll. Also häusliche Pflege vor Heimunterbringung.

Wer stellt eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung aus?

Die Heimnotwendigkeitsbescheinigung wird vom Medizinischen Dienst der Pflegekassen/Krankenkassen (MDK) ausgestellt. Mit der Ausstellung dieses Dokuments ist die Kostenübernahme für die Pflegeeinrichtung gewährleistet.

Was tun, wenn kein Pflegegrad vorliegt?

Wer keinen Pflegegrad hat, bekommt von der Pflegekasse/Krankenkasse auch keine Zuschüsse (Pflegesachleistungen) für ein Pflegeheim. Personen mit einem Pflegegrad 1 erhalten lediglich 125 Euro monatlich für die Pflegekosten.

Eine Alternative zur Pflegeheimunterbringung kann eine 24h-Haushaltshilfe aus Osteuropa (wie z.B. Polen oder Tschechien) sein.


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EXTRA-Tipps zum Thema Pflegeheim

  • Die Pflegeheimkosten werden nicht komplett von der Pflegekasse übernommen. Es ergibt sich immer ein Eigenanteil. Doch Kinder müssen nicht zwingend Haus und Hof verkaufen, um die Kosten für das Pflegeheim bezahlen zu können.”
  • Sollte das eigene Vermögen nicht ausreichen, ist zu prüfen, ob das Sozialamt die Kosten für die Pflege übernimmt.
  • Wer sich nicht für ein bestimmtes Pflegeheim auf Anhieb entscheiden kann, kann auch ein Probewohnen mit der Heimleitung vereinbaren
  • Für den Fall, daß ein Umzug ins Pflegeheim ansteht, habe ich Ihnen eine Checkliste zur Verfügung gestellt, die alles beinhaltet, was zu beachten ist
  • Unter Umständen können die Umzugskosten in eine Pflegeeinrichtung/Seniorenheim als “Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen” von der Pflegekasse bezuschusst werden. Bei einem Umzug sollten Sie sich unverbindlich einen Umzugskostenvergleich vorlegen lassen.
  • Sämtliche steuerlichen Abzugsmöglichkeiten von Krankheits- und Pflegekosten habe ich Ihnen in diesem Beitrag zusammengefaßt. Denn auch Pflegeheimkosten sind von der Steuer abzugsfähig.

Gesetzliche Grundlage

Der Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Pflegeeinrichtung ist geregelt im Sozialgesetzbuch. § 43 SGB XI

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Quelle Bildmaterial: Fotolia#164633519  © jozsitoeroe

Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.

9 Antworten auf „Wofür wird eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung benötigt“

Hat Ihre Großmutter einen Pflegegrad? Wenn nicht, sollte unbedingt ein Pflegegrad beantragt werden. Nehmen Sie sich dazu dann professionelle Hilfe, denn nur wenn Ihre Großmutter mindestens einen Pflegegrad 2 hat, übernimmt die Krankenkasse die Pflegeheimkosten. Die Pflege zu Hause ist auch dann nicht möglich, wenn die Pflegeperson überfordert mit der Pflege überfordert ist.

Meine Großmutter lebt seit Jahren alleine, hat Demenz, sie kriegt ständig technische Geräte kaputt wie. z.B. Telefone, Fernseher, Hörgeräte. Sie ist nie zufrieden. Sie will nur, dass jeder nur für sie alleine da ist. Am meisten betrifft es meine Mutter, bei der ich noch wohne. Ich selbst habe den Kontakt zur Großmutter vor Jahren auf Eis gelegt. Um es kurz zu fassen. Sie ist kein guter Mensch. Sie lügt, intrigiert, ist böse und macht alle in der Familie psychisch fertig bis sie bekommt was sie will. Sie macht Telefonterror, lässt wegen jeder Kleinigkeit den Notarzt kommen. Sie macht es unmöglich, dass man sich aus Selbstschutz distanziert oder eine Auszeit nimmt. Sie belästigt und bedrängt dann einfach die Nachbarn so lange, bis diese uns hilfesuchend anrufen. Es wird immer unerträglicher. Diese Frau hat in ihrem Leben schon so vielen geschadet. Aber als Tochter ist am Ende meine Mutter immer wieder gezwungen zu helfen. Sie kriegt generell immer 2-3 mal die Woche eingekauft etc. Aber es reicht ihr nicht und sie versucht mit allen Mitteln, durch irgendeinen Vorwand Besuch zu erzwingen. Ich leide mit meiner Mutter, weil ich immer merke wie belastend das für alle anderen ist. Jetzt ist meine Mutter in Rente. Ich habe die Befürchtung, dass die Großmutter keinen Anspruch aufs Heim hat. Und die Tatsache, dass meine Mutter jetzt in Rente ihr evtl. so zum Verhängnis werden könnte, dass sie dazu gezwungen wird, sie zu pflegen obwohl sie dafür ihr eigenes Leben aufgeben müsste. Und das für jemanden, der es nie zu schätzen wissen weiß, meine Mutter dabei kaputt geht. Und das nur, weil sie leider mit ihr verwandt ist. Gibt es da vielleicht doch eine andere Möglichkeit? Für einen hilfreichen Tipp wäre ich dankbar.

Das sind immer ganz individuelle Entscheidungen, die abhängig sind vom Gesundheitszustand des Betroffenen, Wohnort, der Familie uvm. Sprechen Sie doch mal mit dem behandelnden Arzt, was er zu der Situation meint. Sie können sich auch mit einem Pflegestützpunkt in Verbindung setzen und nachfragen, welche Möglichkeiten es in der Nähe Ihres Vaters außer einem Heim gibt. Pflegestützpunkte können hier in der Regel sehr gut beraten.
Ansonsten haben Sie auch die Möglichkeit, eine osteuropäische 24h-Betreuungskraft zu engagieren.

Ich wohne weiter weg. Mein Vater ist zu Hause überfordert. Will nicht in ein Heim! Es wird aber keine andere Möglichkeit geben. Was kann ich tun?

Ich hatte neulich Besuch eines Gutachters vom MDK. Als ich ihn befragte nach einer Heimnotwendigkeitsbescheinigung erklärte er mir dass der MDK in keinster Weise befugt oder berechtigt ist irgendwelche Formular zu erstelllen. Dafür ist nach Einstufung in eine Pflegegruppe (nach Berechung in einem Punktesystem) einzig und allein die betreffende Kranken/Plegekasse zuständig.
Im Gegenteil, der MDK ist nach Übermittlung der aufgenommenen Daten an die Krankenkasse sogar verpflichtet sämtliche patientenbezogenen Daten von den eigenen Rechnern zu löschen.
Das wollte ich zur Korrektur des obigen Textes beitragen.

Jedes Krankenhaus hat einen Sozialdienst, den Sie in Anspruch nehmen können. Dort kann man Sie ausführlich beraten, wie es Ihrem Mann geht / ob es Möglichkeiten gibt, ihn weiterhin zu Hause zu pflegen oder ob es gar möglich ist, eine Haushaltshilfe aus Osteuropa für die Pflege zu engagieren.
Auch wenn Ihr Mann in ein Pflegeheim muß, kann der Sozialdienst Ihnen weiterhelfen. Er vermittelt auch Pflegeheimplätze. Und auch Sie können Ihre Fragen stellen, welche Möglichkeiten Sie für die Zukunft haben.
Sprechen Sie das Krankenhauspersonal darauf an, daß für Sie ein Termin beim Sozialdienst beantragt wird.
Ihnen alles Gute und viel Kraft / Otto Beier

Ich habe 3 Jahre meinen Mann gepflegt (Stufe 2 ) Nun ist er gestürzt, dass war schon öfter mal der Fall bisher haben die Sanitäter nicht ins Krankenhaus gefahren aber diesmal schon. Dort wurde festgestellt das er sehe, sehr krank ist.
Was soll ich tun wenn er nicht mehr nach Hause kann und ich die Pflege eh schon kaum geschafft habe. Ich meine was passiert mit mir wenn er in ein Altersheim
kommen sollte.
MFG
Renate S.

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