Behindertenpauschbetrag: Nie war es einfacher, den Steuerfreibetrag zu erhalten

Behindertenpauschbetrag: Nie war es einfacher, den Steuerfreibetrag zu erhalten
Lesen Sie hier, wie man mit dem Behindertenpauschbetrag Steuern einsparen kann.

Steuer sparen mit dem Behindertenpauschbetrag. Leider wurde der Behindertenpauschbetrag seit sehr vielen Jahren nicht mehr den tats√§chlichen wirtschaftlichen Verh√§ltnissen angepasst. W√§hrend die Kosten stetig stiegen, blieben die steuerlichen Verg√ľnstigungen f√ľr Menschen mit einer Behinderung auf kleinstem Niveau.

Leider gibt es auch keine gesetzliche Regelung, wonach der Behindertenpauschbetrag regelm√§√üig erh√∂ht und angepasst werden m√ľsste.

Ab 2021 gibt es nicht nur eine Verdoppelung des Behindertenpauschbetrages, sondern auch weitere Steuervereinfachungen, durch die nun plötzlich sehr viele Menschen Anspruch auf den Pauschbetrag haben. Auf die einzelnen Neuerungen gehe ich in diesem Beitrag explizit ein.

Warum Sie gerade jetzt einen GdB beantragen sollten

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Wenn bei Menschen körperliche oder geistige Einschränkungen vom zuständigen Versorgungsamt bescheinigt wurden, können Sie einen Behindertenpauschbetrag geltend machen. Damit können Sie jedes Jahr Steuern sparen.

Warum das ab 2021 so wichtig wird!

Bis Ende 2020 war es nicht so einfach, den Behindertenpauschetrag zu erhalten. Denn dieser wurde erst ab einem GdB von 50 anerkannt. Wer einen GdB kleiner 50 hatte, musste noch ganz besondere Voraussetzungen erf√ľllen, um den Pauschbetrag zu erhalten.


Neu
Ab 2021 erhalten alle ab einem GdB 20 den Steuerfreibetrag.

Warum ist das f√ľr pflegebed√ľrftige Menschen so wichtig?

Es ist davon auszugehen, dass JETZT die meisten pflegebed√ľrftigen Menschen oder Personen mit Handicap zumindest den GdB 20 bzw. h√∂her erhalten. Denn hier liegt ja meist zumindest eine leichte Behinderung vor.

Welchen GdB Sie bei welcher Erkrankung erhalten, können Sie aus der Versorgungsmedizinverordnung ersehen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie oder Ihr Angehöriger einen GdB-Antrag stellen sollten, sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt / Facharzt oder Ihre Krankenkasse an. Dort kann man Ihnen helfen.

Was tun, wenn Sie seither einen GdB unter 50 hatten?

Mit den neuen Regelungen ab 2021 erhalten nun auch Sie den Behindertenpauschbetrag. Denn ab sofort fallen die zusätzlichen Voraussetzungen weg, die es Personen mit einem GdB unter 50 so schwer machten, den Pauschbetrag bewilligt zu bekommen.


Tipp
Sie haben bereits einen anerkannten GdB, jedoch kleiner als 50? Dann sollten Sie unbedingt bei der n√§chsten Steuererkl√§rung ‚Äď oder alternativ auf der Lohnsteuerkarte – den Steuerfreibetrag eintragen lassen.

Was ist der Behindertenpauschbetrag

Menschen mit einer k√∂rperlichen oder geistigen Behinderung haben h√§ufig h√∂here finanzielle Aufwendungen. Vielleicht werden spezielle Hilfsmittel ben√∂tigt, die von der Kasse nicht bezahlt werden, oftmals sind die Betroffenen auf mehr Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen oder es werden mehr Medikamente ben√∂tigt und die Medikamentenzuzahlungen sind relativ hoch, h√§ufig f√§llt auch ein erh√∂hter Bedarf f√ľr W√§sche oder Inkontinenzmaterial an usw.

Der Behindertenpauschbetrag soll auf unb√ľrokratische Weise die erh√∂hten finanziellen, behinderungsbedingten Aufwendungen der gehandicapten Personen ausgleichen, indem sie Steuern sparen k√∂nnen.


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Die Kosten m√ľssen nicht mit Einzelbelegen nachgewiesen werden, sondern werden pauschal anerkannt und abgegolten. Wenn Ihre tats√§chlichen Kosten niedriger sind als der Pauschbetrag, wirkt sich das f√ľr Sie nat√ľrlich vorteilhaft aus. Sollten die Kosten h√∂her sein, muss √ľberlegt werden, ob Sie anstatt des Pauschbetrags die tats√§chlich entstanden Kosten abrechnen.

Behindertenpauschbetrag ‚Äď Was √§ndert sich ab 2021?

Ab dem 01.01.2021 gibt es folgende, wichtige Veränderungen beim Behindertenpauschbetrag.

Das Wichtigste im Schnell√ľberblick:

Bis 31.12.2020Ab 01.01.2021
Die Behindertenpauschbeträge werden verdoppelt.
Bei einem GdB unter 50 wurde der Behindertenpauschbetrag nur anerkannt, wenn aufgrund der Behinderung ein gesetzlicher Anspruch auf eine spezifische Rente bestand (z.B. Unfallrente).
‚Üí Oder: Die Behinderung f√ľhrte zu einer dauerhaften Einbu√üe der k√∂rperlichen Beweglichkeit
‚Üí Oder: Die Behinderung ist durch eine typische Berufskrankheit entstanden.
Die Bedingungen entfallen.
Ab 2021 gibt es den vollen Behindertenpauschbetrag auch ohne die genannten Anspruchsvoraussetzungen.
Erst ab GdB 25 gibt es den Pauschbetrag.
GdB 25 bis 50 dann auch nur unter den oben genannten Voraussetzungen
Bereits ab einem Grad der Behinderung von 20 gibt es jetzt den vollen Pauschbetrag f√ľr Menschen mit Behinderung.
GdB-Einstufung in 5er-SchrittenAnpassung an das Sozialrecht. Der GdB wird nun in 10er-Schritten eingestuft.
Abrechnung behinderungsbedingter Fahrtkosten auf EinzelnachweisEinf√ľhrung eines neuen Fahrtkosten-Pauschbetrags. Damit entf√§llt der aufw√§ndige Einzelnachweis f√ľr behinderungsbedingte Fahrten.

Ab wann gelten die neuen Pauschbeträge

Die neuen Regelungen f√ľr den Pauschbetrag f√ľr Menschen mit Behinderung sind f√ľr den Veranlagungszeitraum ab dem 01.01.2021 g√ľltig. D.h. bis einschlie√ülich der Steuererkl√§rung f√ľr das Jahr 2020 wird nach den alten Regeln die Steuer berechnet. Ab der Steuererkl√§rung 2021 kommen dann die neuen Regelungen zur Geltung.

Unter welchen Voraussetzungen bekommt man den Behinderten-Pauschbetrag?

Es muss eine anerkannte Behinderung vorliegen. Diese wird √ľber den Schwerbehindertenausweis oder einem entsprechend amtlichen Dokument des Versorgungsamtes bescheinigt.

Was tun, wenn Sie die Behinderung noch nicht bescheinigen haben lassen? Wenn Sie eine körperliche oder seelische Beeinträchtigung haben, können Sie einen Antrag auf Behinderung stellen. Ab einem GdB von 50 erhalten Sie einen Schwerbehindertenausweis, der Ihnen zusätzliche Vorteile bringt. Bei einem GdB unter 50 erhalten Sie in der Regel ein Bescheinigungsschreiben vom zuständigen Versorgungsamt.


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Wie hoch ist der Pauschbetrag f√ľr Menschen mit Behinderung?

Wie schon erwähnt, gibt es ab 2021 eine Verdoppelung des Behindertenpauschbetrags. Außerdem fällt die 5er-Schritt-Regelung weg und wird ersetzt durch eine 10er-Schritt-Regelung.

Tabelle Gegen√ľberstellung bis Ende 2020 ‚Äď bzw. ab 01.01.2021.

GdB bis
31.12.2020
Pauschbetrag
bis 31.12.2020
GdB ab
01.01.2021
Pauschbetrag
ab 01.01.2021
20384 ‚ā¨
25 + 30310 ‚ā¨30620 ‚ā¨
35 + 40430 ‚ā¨40860 ‚ā¨
45 + 50570 ‚ā¨501.140 ‚ā¨
55 + 60720 ‚ā¨601.440 ‚ā¨
65 + 70890 ‚ā¨701.780 ‚ā¨
75 + 801.060 ‚ā¨802.120 ‚ā¨
85 + 901.230 ‚ā¨902.460 ‚ā¨
95 + 1001.420 ‚ā¨1002.840 ‚ā¨
Merkzeichen H und Bl, Pflegegrad 4 oder 53.700 ‚ā¨Merkzeichen H und Bl, TBl (Taubblind), Pflegegrad 4 oder 57.400 ‚ā¨

Erklärung: GdB = Grad der Behinderung

Bei den Merkzeichen H (hilflos), Bl (blind) oder TBl (taubblind) handelt es sich um eingetragene Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis.

Zu den Behindertenpauschbeträgen sollten Sie noch wissen:

  • Der Behindertenpauschbetrag ist ein Jahresbetrag. Egal ob die Behinderung am Anfang des Jahres oder erst im Dezember festgestellt wurde, erhalten Sie f√ľr das Jahr der Abrechnung den vollen Pauschbetrag. Es gibt also keine Zw√∂lftelung.
  • Stellt sich eine Verschlechterung Ihres Gesundheitszustandes ein und Sie erhalten einen h√∂heren GdB, k√∂nnen Sie den h√∂heren GdB f√ľr das ganze Jahr rechnen.
  • Stellt sich eine Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes ein und Ihnen wird der GdB weggenommen oder reduziert, k√∂nnen Sie trotzdem noch f√ľr das laufende Jahr den urspr√ľnglichen GdB ansetzen.
  • Tod des Pauschbetrag-Empf√§ngers: Auch hier wird das ganze Jahr √ľber ‚Äď ohne irgendwelche K√ľrzungen – der Behindertenpauschbetrag anerkannt.
  • Geben Sie unbedingt jedes Jahr dem Finanzamt bei der Steuererkl√§rung an, welchen GdB Sie aktuell haben, so dass Sie auch wirklich den Ihnen zustehenden Pauschbetrag erhalten.
  • Beide Ehepartner haben eine Schwerbehinderung: Dann bekommt auch jeder den Freibetrag, denn dieser ist personenbezogen.

Wie wird der Behindertenpauschbetrag beantragt?

Sie haben zwei Möglichkeiten, den Behinderten-Pauschbetrag zu beantragen.

‚φ Bei der Steuererkl√§rung: Wenn Sie den Pauschbetrag mit der Steuererkl√§rung beantragen, brauchen Sie (im Gegensatz zum Eintrag auf der Lohnsteuerkarte) kein klassisches Antragsformular auszuf√ľllen. Dazu f√ľllen Sie einfach im Steuerformularbei den ‚ÄěAu√üergew√∂hnlichen Belastungen‚Äú die Auswahlfelder aus.

Beim ersten Antrag m√ľssen Sie den Schwerbehindertenausweis oder die Bescheinigung des Versorgungsamtes der Steuererkl√§rung als Kopie beilegen. Ab 2021 ist geplant, dass die Versorgungs√§mter, die f√ľr die Bescheinigung des GdB zust√§ndig sind, diesen direkt an das Finanzamt per Datenaustausch √ľbermitteln.


Tipp
Wenn sich Ihr GdB durch eine Höherstufung oder eine Abstufung verändert, muss dies wieder erneut belegt werden, damit Sie den Ihnen zustehenden Pauschbetrag erhalten.
Behindertenpauschbetrag wird in der Steuererklärung bei den Außergewöhnlichen Belastungen eingetragen
Hier wird der Behinderten-Pauschbetrag im Steuerformular eingetragen

‚Ď° Behindertenpauschbetrag auf Lohnsteuerkarte: Die Steuererkl√§rung wird ja erst im Folgejahr abgegeben und bis das Finanzamt dann alles gepr√ľft und gerechnet hat, gehen auch noch ein paar Monate ins Land. Wenn Sie monatlich Ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren m√∂chten, k√∂nnen Sie beantragen, dass der Pauschbetrag in der Lohnsteuerkarte eingetragen wird. Damit verringert sich Ihre monatliche Steuerbelastung.


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Beispiel:

Ab 2021 erhalten Sie mit einem GdB 60 einen Pauschbetrag von 1.440 Euro jährlich.

Lassen Sie sich den Pauschbetrag in der Steuerkarte eintragen, erhalten Sie den Pauschbetrag monatlich mit 120 Euro.

Vorteil: Sie profitieren monatlich vom Freibetrag und nicht erst nach vielen Monaten. Die Freibetragseintragung muss nicht jedes Jahr neu gestellt werden, sondern erst nach Ablauf des G√ľltigkeitszeitraums (dieser ist auf dem Schwerbehindertenausweis oder dem Nachweis des Versorgungsamtes eingetragen).

Nachteil: Sie m√ľssen einen sehr umfangreichen Antrag auf Lohnsteuererm√§√üigung bei Ihrem zust√§ndigen Finanzamt stellen.

Welche Kosten sind mit dem Behindertenfreibetrag nicht abgedeckt?

Im Prinzip sind alle Kosten die mit der Behinderung in Zusammenhang stehen, pauschal abgedeckt. Trotzdem k√∂nnen Sie aber auch noch ZUS√ĄTZLICH folgende Kosten bei den Au√üergew√∂hnlichen Belastungen mit eintragen, wenn es sich um einmalige oder besondere Aufwendungen handelt.

Bitte klären Sie das vorher mit Ihrem Steuerberater oder Finanzamt ab, ob bzw. welche Voraussetzungen erforderlich sind:

  • Au√üerordentliche Krankheitskosten
  • Medikamente oder Hilfsmittel
  • Kur- und Rehakosten
  • Operationskosten
  • Unvermeidbare, durch die Behinderung entstandene Fahrzeugkosten
  • Heimdialyse
  • Krankenhaus-Besuchsfahrt zu Kind mit Behinderung
  • Kosten f√ľr Privatschule f√ľr Kind mit Behinderung
  • Barrierefreie Umbauma√ünahmen im Haus z.B. f√ľr ein barrierefreies Bad einen Treppenlift
  • Kosten f√ľr eine Begleitperson
  • Usw.

Was tun, wenn die tatsächlichen Kosten höher sind als der Pauschbetrag?

Im Zusammenhang mit einer Behinderung k√∂nnen nat√ľrlich Kosten auftreten, die weit h√∂her sind, als mit dem Pauschbetrag abgerechnet werden k√∂nnen. Der Pauschbetrag ist f√ľr alle geeignet, die geringe Kosten in Verbindung mit ihrer Behinderung haben.


Tipp
Hier lohnt es sich deshalb, wenn Sie diesen Punkt mit Ihrem Steuerberater besprechen. Deshalb empfiehlt sich: Zuerst einmal sollten Sie immer alle Belege und Quittungen aufheben, die steuerlich absetzbar sind.

Wird dann die Steuererklärung gemacht, ist genau abzuwägen, ob der Pauschbetrag bei der Steuer geltend gemacht wird oder ob die tatsächlichen Kosten angesetzt werden.


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Wenn Sie die tats√§chlichen Kosten ansetzen, k√∂nnen Sie diese als au√üergew√∂hnliche Belastungen (¬ß 33 Einkommensteuergesetz) in voller H√∂he geltend machen. Dies geht nat√ľrlich nur, wenn Sie die Kosten mit Belegen und Quittungen belegen k√∂nnen.

Vorsicht ist trotzdem geboten: Wer seine Kosten als ‚ÄěAu√üergew√∂hnliche Belastungen‚Äú ansetzt muss ber√ľcksichtigen, dass diese erst zum Tragen kommen, wenn die zumutbare Belastungsgrenze √ľberschritten ist.

Hier lohnt es sich deshalb, wenn Sie diesen Punkt mit Ihrem Steuerberater besprechen.

Steuererklärung. Außergewöhnliche Belastungen - Andere Aufwendungen
Abrechnung der tatsächlichen entstandenen Kosten in Verbindung mit einer Behinderung

√úbertragung des Behindertenpauschbetrags von Kindern

Auch f√ľr Kinder kann ein Behindertenpauschbetrag beantragt werden. Da die Kinder in der Regel keine eigene Steuererkl√§rung machen, k√∂nnen die Eltern den Freibetrag unter folgenden Voraussetzungen auf sich √ľbertragen lassen.

  • Ihrem Kind der Pauschbetrag zwar zusteht, diesen aber nicht in Anspruch nimmt (z.B. weil es keine Steuererkl√§rung macht).
  • Sie f√ľr das Kind Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten.

Was Sie sonst noch zum Pauschbetrag f√ľr Kinder wissen sollten

  • Wenn die Eltern keine andere Aufteilung w√ľnschen, wird der Kinder-Behindertenpauschbetrag zu gleichen Anteilen auf die Eltern √ľbertragen.
  • Die √úbertragung gilt nur f√ľr 1 Jahr und muss deshalb mit jeder Steuererkl√§rung (√ľber den entsprechenden Eintrag in der ‚ÄěAnlage Kind‚Äú) neu beantragt werden.
  • Da der Behindertenpauschbetrag eigentlich dem Kind zusteht und nur eine √úbertragung auf die Eltern stattgefunden hat, haben die Eltern selbst noch Anspruch darauf, die Kosten, die ihnen mit der Betreuung des Kindes entstanden sind, bei der Steuer als Au√üergew√∂hnliche Belastungen abzusetzen.
  • Sie k√∂nnen den Pauschbetrag f√ľr das Kind bereits in der Lohnsteuerkarte eintragen lassen oder aber erst mit der Steuererkl√§rung abrechnen.
  • Stiefeltern, Pflegeeltern oder Gro√üeltern k√∂nnen ebenfalls den Behindertenfreibetrag f√ľr das Kind √ľbertragen lassen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen (wie oben beschrieben) vorliegen.
  • Hat zus√§tzlich zu dem Kind auch noch ein Elternteil eine Behinderung, so k√∂nnen f√ľr beide die Behindertenpauschbetr√§ge steuerlich geltend gemacht werden.
  • Im Gegensatz zu Erwachsenen wird der Behindertenfreibetrag f√ľr Kinder in der Steuererkl√§rung in der ‚ÄěAnlage Kind‚Äú eingetragen ‚Äď siehe Bild unten.
Anlage Kind f√ľr die Steuererkl√§rung.
Hier wird eingetragen, wenn der Behindertenpauschbetrag √ľbertragen wird.
Wenn der Behindertenpauschbetrag eines Kindes auf die Eltern √ľbertragen werden soll, muss das in der „Anlage Kind“ eingetragen werden.

Unterschied zwischen Behindertenpauschbetrag und Pflegepauschbetrag

Der ‚Üí Behindertenpauschbetrag steht Menschen mit einer Behinderung zu. Der ‚Üí Pflegepauschbetrag dagegen ist f√ľr pflegende Angeh√∂rige gedacht, damit diese dann ihre durch die Pflege entstandenen Kosten etwas abdecken k√∂nnen.


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Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Wer selbst den Behindertenpauschbetrag in Anspruch nimmt, kann zus√§tzlich auch den Pflegepauschbetrag f√ľr die Pflege eines Angeh√∂rigen steuerlich geltend machen.
  • Wer pflegebed√ľrftig ist und einen Pflegegrad hat, sollte unbedingt auch pr√ľfen lassen, ob er nicht doch so k√∂rperlich oder psychisch beeintr√§chtigt ist, dass ihm eine Behinderung anerkannt wird.
  • Auch beim Pflegepauschbetrag √§nderte sich zum 01.01.2021 einiges, so dass es f√ľr die Angeh√∂rigen wesentlich einfacher ist, den Pflege-Pauschbetrag zu erhalten.

Fahrtkosten-Pauschbetrag

Neu seit 2021 ist der Fahrtkosten-Pauschbetrag. Seither mussten die behinderungsbedingten Privatfahrten (Fahrten zum Arzt, zur Therapie) sehr aufw√§ndig √ľber Einzelnachweise mit dem Finanzamt abgerechnet werden. Folgende Voraussetzungen f√ľr die Inanspruchnahme des Fahrtkosten-Pauschbetrags sind notwendig:

PauschbetragVoraussetzungen
900 ‚ā¨Grad der Behinderung von 80 oder mehr (ohne Merkzeichen)Grad der Behinderung von 70 mit Merkzeichen G
4.500 ‚ā¨Eingetragenes Merkzeichen aG (au√üergew√∂hnlich gehbehindert), Bl (blind), TBl (taubblind) oder H (hilflos)

Wer selbst nicht fahren kann und eine andere Person dazu beauftragt, kann den Fahrtkostenpauschbetrag auch an diese Person √ľbertragen.

Die Fahrtkostenpauschale wird ebenfalls √ľber die Au√üergew√∂hnlichen Belastungen bei der Steuer geltend gemacht.

Rechtliche Grundlage des Pauschbetrages f√ľr Menschen mit Behinderungen

  • Die Pauschbetr√§ge f√ľr Menschen mit Behinderungen, Pflegepersonen und Hinterbliebene sind im ¬ß 33b des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt.
  • Gesetzestext zum Gesetz zur Erh√∂hung der Behinderten-Pauschbetr√§ge und zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen.
  • Der Fahrtkostenpauschbetrag ist neu und wird im ¬ß 33 Abs. 2a EStG geregelt.

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