Wer darf Verhinderungspflege ausführen

 

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Pflegende Angehörige benötigen hin und wieder eine Auszeit. Sei es, dass ein Besuch beim Arzt ansteht oder ein Urlaub oder einfach mal ein paar freie Stunden.

Um diese Zeiten überbrücken zu können, haben die pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen.

Die dafür entstandenen Kosten werden unter bestimmten Voraussetzungen und bis zu einer bestimmten Höhe von der Pflegekasse erstattet.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass nur für einen bestimmten Personen- und Dienstleistungsbereich die Kosten für die Verhinderungspflege erstattet werden.

Welche Personen dürfen Verhinderungspflege durchführen

Wer körperlich und geistig fit genug ist um zu pflegen, kann auch Verhinderungspflege ausführen. Doch nicht für jeden bekommen Sie die Auslagen ersetzt: DENN:

Wird die Verhinderungspflege durch eine verwandte Person (einschließlich bis zum 2. Verwandtschaftsgrad) oder einer in häuslicher Gemeinschaft des Pflegebedürftigen lebenden Person durchgeführt, wird in der Regel nicht der volle Verhinderungspflegesatz bezahlt. 

Verwandte bis zum 2. Grad ((§ 1589 BGB) sind:

  • Eltern
  • Großeltern
  • Kinder
  • Enkelkinder
  • Geschwister

Verschwägerte Personen bis zum 2. Grad (§ 1590 BGB) sind.

  • Stiefeltern
  • Schwiegereltern
  • Ehefrau/Ehemann des Großvaters/der Großmutter
  • Stiefgroßeltern
  • Stiefkinder
  • Schwiegerkinder (Schwiegersohn / Schwiegertochter)
  • Stiefenkelkinder
  • Ehefrau/Ehemann des Enkels
  • Schwager und Schwägerin

Außerdem erhalten im Haushalt lebende Personen ebenfalls kein Verhinderungspflegegeld.

Extra-Tipp
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Für wen kann Verhinderungspflege abgerechnet werden

Wie bereits oben erwähnt, kann nahezu jede Person Verhinderungspflege im häuslichen Umfeld erbringen. Die Erstattung der Kosten über die Verhinderungspflege kann unter anderem an folgende Dienstleister und Personengruppen erfolgen:

Beispiele

  • Herr Müller wird von seiner Tochter gepflegt. Diese möchte in Urlaub fahren. Herr Müller wird während dieser Zeit vom Sohn betreut und gepflegt. Für ihn trifft die Regelung der nahen Verwandten zu. Lediglich das Pflegegeld wird bezahlt. Fallen Fahrtkosten oder Verdienstausfall an, können diese bis zum Höchstbetrag erstattet werden. Dazu sprechen Sie bitte mit Ihrer Pflegekasse.
  • Herr Müller läßt sich anstatt vom Sohn von einem Nachbarn pflegen. Für die erbrachte Pflegeleistung erhält dieser den vereinbarten Stundensatz für die Pflege. Lassen Sie sich bitte die Kosten quittieren, damit Sie den Beleg für die Kostenerstattung bei der Pflegekasse einreichen können.
  • Läßt sich Herr Müller in dieser Zeit von einem Pflegedienst betreuen, kann der Pflegedienst die entstanden Kosten direkt mit der Pflegekasse abrechnen.
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Kann auch ein Pflegeheim Verhinderungspflege ausführen

Verhinderungspflege wird in der Regel zu Hause durchgeführt.

Soll die zu pflegende Person während der zu überbrückenden Zeit in einem Pflegeheim betreut werden, handelt es sich eigentlich um Kurzzeitpflege und nicht mehr um Verhinderungspflege. ABER: Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege können kombiniert werden, so dass auch die Pflege in einem Altenheim über die Verhinderungspflege mitfinanziert werden kann.

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Welche Leistungen werden von der Krankenkasse bezahlt

Wie hoch die Leistungen der Ersatzpflege sind, entnehmen Sie bitte meinem Beitrag „Pflegestärkungsgesetz – Die neuen Pflegeleistungen ab 2015 auf einen Blick als Tabelle“. Dort sind die aktuellen Werte hinterlegt.

Rechtliche Regelung

Die offizielle Bezeichnung für Verhinderungspflege lautet „Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson“ und ist im Sozialgesetzbuch XI, Paragraph 39 geregelt.

Andere Begrifflichkeiten

Die „Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson“ wird auch Verhinderungspflege, Urlaubspflege, häusliche Ersatzpflege oder Pflegevertretung genannt.

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