Warum es wichtig ist, ein Pflegetagebuch zu führen

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Leider werden noch viele pflegebedürftige Menschen in eine völlig falsche (bzw. gar keine) Pflegestufe eingestuft, da die Vorbereitung auf die MDK-Begutachtung nur unzureichend war.

Erst wenn ein Pflegetagebuch geführt wird, merkt man, dass meist viel mehr Zeit für die Pflege aufgewendet wird, als man glaubte.

Wer eine Pflegestufe beantragen möchte, tut deshab gut daran, ein Pflegetagebuch zu führen.

Mit einer minutiösen Auflistung des Pflegeaufwands läßt es sich gegenüber dem MDK leichter argumentieren.

Was ist ein Pflegetagebuch

Um eine Pflegestufe zu erhalten, ist es notwendig, dass täglich eine Mindestpflegezeit für die Pflege aufgewendet wird. Für die Pflegestufe 1 ist es zum Beispiel notwendig, dass zu verschiedenen Zeiten täglich mindestens 90 Minuten für die Pflege benötigt werden. Eine genaue Aufstellung finden Sie in meinem Beitrag „Mindestpflegezeiten der einzelnen Pflegestufen“.

Diese Zeiten müssen dem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK) glaubhaft vermittelt werden. Am besten geschieht dies über eine minutiöse Auflistung aller einzelnen Pflegearbeiten.

Das Internet bietet übrigens eine große Auswahl an Vorlagen von Pflegetagebüchern.

Warum wird ein Pflegetagebuch benötigt

Ein Pflegetagebuch kann für die Erteilung oder Ablehnung einer Pflegstufe äußerst entscheidend sein.

Wer einen Pflegestufenantrag bei der Krankenkasse/Pflegekasse gestellt hat, wird durch einen Pflegegutachter des MDKs zu Hause begutachtet.

Der Pflegebedürftige kann zum Zeitpunkt der Begutachtung einen guten Tag, aber auch einen schlechten Tag haben. Das weiß der Gutachter jedoch nicht. Er sieht die Person meist zum ersten Mal und kann nur das beurteilen, was er zum Begutachtungszeitpunkt sieht.

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Führen Sie ein Pflegetagebuch, wird zum Beispiel über einen Zeitraum von 2 Wochen ein Protokoll erstellt, welches dann einen viel größeren Einblick in die tatsächlich vorherrschende Pflegesituation bietet als eine Begutachtungszeit von einer Stunde. Es gibt Richtlinien, sogenannte Orientierungswerte, wie lange eine Pflegehandlung dauern kann.

Bei der Begutachtung für die Einstufung in eine Pflegestufe entscheiden maßgeblich die täglichen Pflegezeiten. Aus dem Pflegetagebuch kann der Pflegegutachter herauslesen, wieviel Zeit täglich für die Pflegeleistung benötigt wird und wird dann anhand seiner vorgegebenen Begutachtungsrichtlinien ein Pflegegutachten erstellen.

 

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Somit kann ein gut geführtes Pflegetagebuch tausende von Euro an Pflegekosten einsparen. Und das unabhängig davon, ob die Pflege zu Hause oder im Pflegeheim erfolgt. Je höher die Pflegestufe, umso höher das Pflegegeld. Welche Leistungen Ihnen zustehen, lesen Sie in meinem Beitrag „Pflegestärkungsgesetz – Die neuen Pflegeleistungen ab 2015 auf einen Blick als Tabelle

Extra-Empfehlung: Bei der Begutachtung für die Pflegestufe können Sie den Begutachter auch gleich darauf aufmerksam machen, welche Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel benötigt werden. Achten Sie darauf, daß die benötigten Hilfsmittel auch im Gutachten mit aufgenommen werden.

Wie wird ein Pflegetagebuch geführt

Wichtig ist zu wissen, dass es sich in der häuslichen Pflege um die Pflegezeiten von Laien handelt und nicht um den „Zeitaufwand in Minuten“ von professionellen Pflegekräften eines Pflegedienstes. Ein pflegender Angehöriger benötigt für die Pflege meist mehr Zeit als gelerntes Pflegepersonal.

Beim Ausfüllen des Pflegetagebuches ist es wichtig zu wissen, dass es für jede Pflegehandlung bestimmte Minutenvorgaben gibt. Diese Zeiten sind zwar Orientierungswerte, werden diese jedoch überschritten, müssen die Pflegenden argumentieren, warum die vorgegebenen Pflegezeiten in ihrem persönlichen Fall nicht ausreichen.

 

Die Alternative, wenn das Kochen oder Einkaufen schwerfällt

 

Gründe dafür können sein, dass der Patient stark übergewichtig ist, nicht mitarbeitet oder sich gar sträubt, dement ist und viel Zeit benötigt wird um den Patienten zum Beispiel zum Trinken zu animieren.

Gute Pflegetagebücher beinhalten eine Anleitung und ausführliche Informationen zum Ausfüllen. Es ist kein Fehler, diese sorgfältig zu studieren.

Wichtig ist, daß alle Zeiten die mit der Pflege zusammenhängen, auch minutiös aufgelistet und die Mindestpflegezeiten erfüllt werden. 

Meine Buchempfehlungen rund um das Thema Pflege

Weitere interessante Buchempfehlungen rund um das Thema Pflege finden Sie in der Rubrik Buchtipps

Wie lange sollte ein Tagebuch geführt werden

In der Regel reicht es aus, wenn über einen Zeitraum von ungefähr ein bis zwei Wochen ein Pflegetagebuch geführt wird. Bei einem besonders komplizierten und umfangreichen Pflegefall kann es durchaus sinnvoll sein über zwei Wochen zu protokollieren, um alle Besonderheiten zu berücksichtigen.

 

 

Was geschieht nach der Begutachtung

Nach der MDK-Begutachtung wird durch den zuständigen Mitarbeiter des MDKs ein Pflegegutachten erstellt. Trotz bester Vorbereitung und Vorlage aller notwendigen Unterlagen und Erreichen der geforderten Pflegezeiten kann es sein, dass der Gutachter keine oder eine zu niedrige Pflegestufeneinstufung vornimmt.

Wer mit der Einstufung in die Pflegestufe nicht einverstanden ist, sollte innerhalb der vorgegebenen Zeit einen Widerspruch einlegen. Ein entsprechendes Musterschreiben finden Sie hier.

Wer hilft weiter

Wo gibt es Pflegetagebücher

Vordrucke oder Muster für ein Pflegetagebuch gibt es unter anderem

  • Bei den Krankenkassen / Pflegekassen
  • Beim VDK / auch beim SOVD kann nachgefragt werden
  • Im Internet usw.

Hilfreich ist es, wenn das Pflegetagebuchmuster noch die ausführliche Ergänzung über die Art der Hilfe enthält. Es ist relevant, ob die Hilfeleistung (wie zum Beispiel das Rasieren) unterstützend erfolgt oder ob eine vollständige Übernahme der Hilfe durch die Pflegeperson erfolgt.

Führt ein Pflegebedürftiger gewisse Tätigkeiten zwar selbst aus, die Pflegeperson muss aber beaufsichtigen oder unterstützend eingreifen, so zählen auch diese Hilfeleistungen zu den Pflegezeiten.

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12 comments for “Warum es wichtig ist, ein Pflegetagebuch zu führen

  1. 19. Oktober 2015 at 17:35

    Auch ohne Pflegetagebuch können Sie eine Pflegestufe beantragen. Mit Pflegetagebuch ist es aber meistens einfacher.
    War der MDK schon bei Ihnen? Wenn nein, beginnen Sie mit dem Führen des Pflegetagebuchs.
    Falls die Pflegestufe abgelehnt wurde, legen Sie Widerspruch ein. Nehmen Sie für Formulierung des Widerspruchs Hilfe in Anspruch (Pflegestützpunkt, Pflegedienst o.ä.). Falls Sie bereit einen Pflegedienst haben, ist es gut, wenn ein Mitarbeiter bei der Begutachtung des MDKs mit dabei ist.
    Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen

  2. Lore Zeller
    19. Oktober 2015 at 14:27

    Als völliger Laie habe ich nach gründlicher Überlegung für meinen kranken Mann eine Pflegestufe beantragt. Nun habe ich erfahren, daß ich ohne ein Pflegetagebuch keine Chance habe, so eine Pflegestufe zu bekommen.
    Was kann ich nun tun?

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