Palliativpflege ‚Äď w√ľrdevoller Beistand bis zum Tod

Palliativpflege - w√ľrdevoller Beistand bis zum Tod
Palliativmedizin zum erleichtern bei Schmerzzuständen

Sterben ist f√ľr niemanden einfach, h√§ngen wir doch in der Regel alle viel zu sehr am Leben. Gerade bei der Palliativpflege sieht man, wie sich vieles pl√∂tzlich ver√§ndert. In der Sterbephase k√∂nnen pl√∂tzlich Gef√ľhle auftreten, die jahrelang unterdr√ľckt wurden. Menschen werden einem wieder wichtig, mit denen man vielleicht schon ‚Äěabgerechnet‚Äú hatte. Ansichten und Meinungen k√∂nnen sich grundlegend √§ndern.

Unwichtiges wird pl√∂tzlich wichtig, Wichtiges ist nicht mehr relevant. Es gab Zeiten, da wurden die Gef√ľhle und W√ľnsche totgeschwiegen, das Thema Sterben bei einem Todkranken ausgeklammert. Der Sterbende wurde allein gelassen.

Doch wer will das wirklich. Viele Sterbenden trauen sich nicht, ihre Angehörigen mit dem Thema zu belasten. Angehörige muntern den Sterbenden auf und tun so, als wäre alles in Ordnung, der Patient in bester Verfassung. Es findet keine Kommunikation statt, die doch so wichtig wäre. In der Palliativpflege ist dies anders.

Was ist Palliativpflege?

Vereinfacht formuliert: Die Palliativmedizin soll die Lebensqualit√§t von Sterbenden so gut wie m√∂glich erhalten, die Symptome lindern und so weit machbar die Schmerzen medikament√∂s verringern und das Leben so ertr√§glich wie m√∂glich machen. Die Palliativpflege kann √ľber den Tod hinausgehen und orientiert sich an den Bed√ľrfnissen des Patienten und seinen Angeh√∂rigen. Sie soll dem Patienten Sicherheit geben durch entsprechende Aufkl√§rung.

Hier können Sie nachlesen die wissenschaftliche Definition von Wikipedia.

Wie hilft die Palliativpflege weiter?

Die Palliativpflege umfa√üt nicht nur die medizinische Versorgung, sondern ist eine ganzheitliche Betreuung. Nicht nur der Sterbende wird betreut, sondern auch seine Angeh√∂rigen. Sie werden in den Leidensweg und Sterbeprozess mit integriert. Bei der Hospizarbeit geht es nicht darum, dem Patienten mehr verbleibende Tage zu schenken, sondern die verbleibenden Tage so angenehm und ertr√§glich wie m√∂glich zu gestalten. Zur Palliativbetreuung geh√∂rt auch die Palliativberatung des Patienten und der Angeh√∂rigen √ľber die letzte Lebensphase.


‚úĒ Kostenlose Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro mtl.
Heute bestellt ‚Äď morgen verschickt | Abrechnung direkt mit Kasse

√úbrigens: Der Gesetzgeber hat eine M√∂glichkeit geschaffen, die pflegenden Angeh√∂rigen von der Arbeit freizustellen damit sie gen√ľgend Zeit mit dem zu Pflegenden in seiner letzten Lebensphase verbringen k√∂nnen.

Wer bietet Palliativpflege an?

Die Palliativversorgung findet zum einen station√§r in Palliativpflege-Stationen und zum anderen als ambulante Palliativpflege in der Palliativpflege in der h√§uslichen Umgebung statt. Wer im Krankenhaus austherapiert ist und keine Chance auf Heilung hat, kann sich entscheiden, √ľber einen palliativen Pflegedienst zu Hause in den eigenen vier W√§nden betreut zu werden oder in einem Sterbehospiz bzw. einer speziellen Palliativmedizin-Station in einem Krankenhaus.

Ist die Palliativpflege zu Hause machbar? Nicht immer sind die Gegebenheiten optimal, um dem Sterbenden zu Hause die bestm√∂gliche Betreuung angedeihen zu lassen. Dann ist die Versorgung in einer Palliativpflegeeinrichtung die bessere L√∂sung. Kl√§ren Sie mit den behandelnden √Ąrzten und Pflegediensten ab, inwiefern eine ambulante Palliativversorgung zu Hause m√∂glich ist.

Ich m√∂chte Sie an dieser Stelle auf ein bundesweites Verzeichnis f√ľr Palliativstationen in Krankenh√§usern, station√§re Hospize, SAPV-Teams, Palliativmedizinern sowie Palliativdienste im Krankenhaus aufmerksam machen. Das Verzeichnis ist unterglieder in Suchanfragen f√ľr erwachsene Patienten und Suchanfragen f√ľr Kinder und Jugendliche.

Was ist eine stationäre Pallitaivpflege?

Eine stationäre Palliativpflege/Hospizpflege findet in einem Hospiz oder einer Palliativabteilung eines Krankenhauses stat. Ausgebildete Fachkräfte betreuen den Patienten nicht nur medizinisch sondern ganzheitlich. Sie begleiten ihn in all seinen Phasen des Sterbens.

Was versteht man unter ganzheitlicher Betreuung?

Bei Palliativpflege-Patienten reicht eine normale medizinische Betreuung oder Pflege nicht mehr aus. Hier werden nicht nur körperliche Symptome behandelt, sondern alle physischen und psychischen Beschwerden. Der Mensch wird als Ganzes gesehen und ebenso behandelt.

 


Opa muss nicht ins Heim!
Liebevolle 24-Stunden-Pflegekräfte im eigenen Zuhause

Individuell auf seine Bed√ľrfnisse und seinen Gesundheitszustand zugeschnitten, kann durch die Mitarbeiter der Palliativpflege aber auch durch die Angeh√∂rigen des Patienten eine ganzheitliche Pflege folgendes beinhalten:

  • Optimale pflegerische Versorgung
  • Optimale Schmerzbehandlung, ohne R√ľcksichtnahme auf Sp√§tfolgen
  • Ehrliche Offenlegung bez√ľglich der Krankheit und deren absehbaren Endes ohne dem Patienten trotzdem seine Hoffnungen zu nehmen
  • Bei Bedarf Versorgung mit¬†(eiwei√üreicher und hochkalorischer) Spezialnahrung, falls dies vorm Patienten gew√ľnscht wird
  • Einsatz von erleichternden Therapien wie Massagen, Entspannungs√ľbungen, Aromatherapie
  • Verzicht auf nicht mehr n√∂tige Medikamente
  • Ablenkung durch Lesen/Vorlesen, Musik, Gespr√§che, oder Wiederaufnahme von Hobbys
  • Schaffen von sch√∂nen Erinnerungen
  • Unterst√ľtzung bei Angst, Hoffnungslosigkeit und depressiven Phasen des Patienten und der Angeh√∂rigen
  • Hilfe bei der Akzeptanz des Todes
  • Hilfe bei der Umsetzung letzter W√ľnsche
  • Trauerbew√§ltigung und Trauerbegleitung, Trost und Zuspruch
  • Unterst√ľtzung durch Psychotherapeuten und Seelsorger
  • Sterbebegleitung f√ľr Patient und Angeh√∂rige
  • Sterben in W√ľrde
  • Die W√ľnsche des Patienten, die in einer Vorsorgevollmacht/Generalvollmacht hinterlegt sind, sollten eingehalten werden.

Warum sollte eine Palliativpflege in Anspruch genommen werden?

Egal ob die Palliativpflege in einem Pflegehospiz durchgef√ľhrt wird oder im h√§uslichen Umfeld durch einen Palliativpflegedienst, gibt es f√ľr die Angeh√∂rigen die Sicherheit, in den letzten Wochen und Monaten alles Menschenm√∂gliche f√ľr den Sterbenden getan zu haben, um diesem das Sterben so weit wie m√∂glich zu erleichtern.

Dieses Bewu√ütsein wird bei den Hinterbliebenen wahrscheinlich erst nach dem Tod des Patienten kommen, dann aber vielleicht umso st√§rker. Denn genau hier greift die Palliativpflege im Speziellen ein. Sie betreut den Patienten genauso wie die Angeh√∂rigen. Steht unterst√ľtzend mit Gespr√§chen bereit, erkl√§rt die Krankheit und die weitere Vorgehensweise der Behandlung und l√§√üt sich auf die W√ľnsche des Patienten und der Angeh√∂rigen ein. Alles zum Wohle des Sterbenden. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist schon schwer genug, aber das Gef√ľhl zu haben, in dieser Zeit nicht alles f√ľr ihn gegeben zu haben, w√§re wahrscheinlich unertr√§glich.

Kosten√ľbernahme f√ľr Palliativversorgung

Wird die Palliativpflege notwendig, √ľbernehmen die Krankenkassen daf√ľr die Kosten. Bei einer h√§uslichen Palliativpflege bedarf es einer Verordnung vom Arzt, die dann dem Palliativpflegedienst vorgelegt wird.

Die Kosten√ľbernahme muss beantragt werden. Hier hilft mit Sicherheit aber der Sozialdienst des Krankenhauses, der Palliativstation (Hospiz) oder des Pflegedienstes.

Pflegegrade m√ľssen richtig und schnell beantragt werden.

Extratipp: Wurde vor dem Ableben des Patienten ein Pflegegrad beantragt, aber vom MDK noch keine Begutachtung durchgef√ľhrt, kann nachtr√§glich auf Aktenlage eine Einstufung (oder H√∂herstufung des vorhandenen Pflegegrades) der Pflegestufe erwirkt werden. Das hei√üt, dass mit dem Ableben des Patienten nicht automatisch das Recht auf die Einstufung eines Pflegegrades erlischt.

Weitere Anlaufstellen und Hilfen

  • Die Sozialarbeiter von Palliativpflegeeinrichtungen und Palliativpflegediensten oder  von Pflegest√ľtzpunkte k√∂nnen beratend zur Seite stehen was alles Finanzielle anbetrifft. Schlie√ülich k√∂nnen unter Umst√§nden die Angeh√∂rigen schnell in eine finanzielle Notlage geraten. Sie sind auch beim Stellen von Antr√§gen, Pflegestufen,  usw. behilflich.
  • Pflegest√ľtzpunkte beraten auch nach dem Tod, ob ein Anspruch auf Zusch√ľsse besteht.
  • Auch Krankenkassen k√∂nnen in vielen Angelegenheiten unterst√ľtzend beraten.
  • Sollte sich die h√§usliche Palliativpflege √ľber einen l√§ngeren Zeitraum erstrecken, k√∂nnen auch Pflegekurse eine wertvolle Hilfe sein.
  • Wer mit der Pflege √ľberfordert ist oder wen der bevorstehende Tod des Angeh√∂rigen zu sehr belastet, sollte sich auch nicht scheuen, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Auch an den Beistand von Pfarrern, Geistlichen oder Seelsorgern sollte gedacht werden, um Trost und Zuspruch f√ľr die schwierige Zeiten zu erhalten.

Weitere Beiträge zum Thema Pflege


Anzeige
Pflegebetten / Krankenbetten mit Komfortfunktion

Quelle Bildmaterial: Fotolia #95647295  ¬© fotoknips

Diesen Beitrag in Ihrem Netzwerk teilen