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Finanzierung der häuslichen Pflege: Zuschüsse + Erstattungen

Finanzierung der häuslichen Pflege: Zuschüsse + Erstattungen

Pflege ist teuer, da führt kein Weg daran vorbei. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als pflegebedürftiger Mensch oder pflegender Angehöriger wissen, was Ihnen an finanziellen Mitteln und Zuschüssen zusteht. Und wer bezahlt die häusliche Pflege? Die Möglichkeiten sind vielfältiger als Sie vielleicht denken. Ich möchte hier auf die Finanzierung der häuslichen Pflege deshalb näher eingehen.

Ich gliedere hier die wichtigsten Zuschüsse und Erstattungen auf:

 

 

Finanzierung der häuslichen Pflege

Wer pflegebedürftig ist hat Anspruch auf Pflegeleistungen und hier sollte sich keiner schämen, diese ihm zustehenden Leistungen auch in Anspruch zu nehmen. Denn wie teuer Pflege tatsächlich sein kann, können Sie in meinem Beitrag Mit diesen Kosten ist bei Pflegebedürftigkeit zu rechnen nachlesen. Diese Kosten sollten Sie deshalb nicht alleine tragen.

Sollten Sie zwar pflegebedürftig sein, aber noch keinen Pflegegrad haben, sollten Sie unbedingt einen Pflegegrad beantragen.

 

 

Leistungen für Pflegebedürftige

Pflegebedürftige Menschen müssen natürlich mit einem anerkannten Pflegegrad nicht sämtliche Kosten alleine tragen. Wer gesetzlich in der Pflegeversicherung versichert und pflegebedürftig ist, hat Anspruch auf ein Pflegegeld und Pflegesachleistungen.

Was zahlt die Krankenkasse bei häuslicher Pflege? Welche Pflegeleistungen Ihnen bei welchem Pflegegrad zustehen, lesen Sie in meinem Beitrag Pflegegrade – Alle Informationen im Überblick.

 

Zuschüsse häusliche Pflege

Es gibt sehr vielfältige Zuschüsse oder auch zinsgünstige Darlehen und auch einige Kostenträger. So kann zum Beispiel bei einem Unfall, der beruflich bedingt erfolgte und einen gewissen Grad an Schwerbehinderung auslöste, die gesetzliche Unfallversicherung als Kostenträger in Frage kommen. Anhand der aufgeführten Möglichkeiten können Sie sehen, welche Zuschüsse für Sie eventuell in Frage kommen können.

 

Zuschüsse barrierearmer Um- oder Neubau

Wer seine Wohnung oder sein Haus barrierefrei oder altengerecht umbauen muss, erhält diverse Zuschüsse vom Staat, von der Pflegekasse, von der KfW-Bank usw. Das gleiche gilt aber auch für einen Neubau.

In diesem Beitrag sind die verschiedenen Möglichkeiten aufgelistet, die Sie in Anspruch nehmen können. Zuschüsse und Fördergelder für barrierearmen Umbau oder Neubau.

 

 

Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Auch dieser Zuschuss hilft für die Finanzierung der häuslichen Pflege. Wer einen Pflegegrad 1 bis 5 hat, kann bei der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme beantragen. Unter wohnumfeldverbessernde Maßnahmen versteht man Umbaumaßnahmen, die Barrieren im und um das Haus bzw. der Wohnung reduzieren oder abbauen sollen. Darunter fällt zum Beispiel der Umbau einer Badewanne zur Dusche oder der Einbau eines Treppenlifts, aber auch die rollstuhlgerechte Verbreiterung von Türen.

Nähere Infos: Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

 

Zuschuss für Umzugskosten bei Pflegebedürftigkeit

Aber nicht nur für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können Zuschüsse von der Pflegekasse beantragt werden. Wer umziehen muss, weil seine Wohnung nicht behindertengerecht ist, kann auch für die Umzugskosten einen Zuschuss von der Pflegekasse erhalten.

Nähere Infos: Zuschuss für Umzugskosten bei Pflegebedürftigkeit.

 

Zuschüsse für Beerdigungskosten

Auch eine Beerdigung kann viel Geld kosten, was sich mancher nicht leisten kann. Wie teuer eine Beerdigung ist und welche Kosten auf Sie zukommen bzw. welche Zuschüsse erhalten können, lesen Sie bitte hier: So teuer ist das Sterben – Kosten und Zuschüsse.

 

Zuschüsse für einen Treppenlift

Ein Treppenlift kostet in einer geraden Ausführung gerne 4.000 Euro, wird ein Treppenlift für eine gewendelte Treppe benötigt oder über mehrere Etagen, dann kommen da schnell mal 12.000 Euro und mehr zusammen. Bei Pflegebedürftigkeit übernimmt die Pflegekasse unter gewissen Voraussetzungen einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Welche Zuschüsse Sie sonst noch bekommen, können Sie hier nachlesen: Treppenlifte – Aufzüge – Senkrechtlifte: Das sind die Unterschiede.

 

 

Zuschuss Essen auf Rädern

Gerade ältere und allein lebende Menschen kochen nicht mehr gerne für eine Person. Schon das Einkaufen bedeutet für Sie ein großes Problem und das Kochen kann im Alter und mit entsprechenden Erkrankungen sehr beschwerlich werden. Doch eine gesunde Ernährung ist wichtig. Eine gute Alternative ist deshalb, wenn über einen Lieferdienst „Essen auf Rädern“ bestellt werden kann. Das Essen kann sogar heiß angeliefert werden, so dass kein Kochen, auftauen oder aufwärmen nötig ist. Bei Menschen, die sich das Essen auf Rädern nicht leisten können, kann das Sozialamt Zuschüsse gewähren.

Nähere Infos: Sozialamt zahlt Zuschüsse für Verpflegung durch Essen auf Rädern.

 

Zuschüsse für barrierefreien Umbau bei Berufsunfall

Wer durch einen Berufsunfall oder eine Berufskrankheit eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit erleidet, kann unter gewissen Umständen die Umzugskosten in eine barrierefreie Wohnung oder die Umbaumaßnahmen für die bestehende Wohnung oder das Haus sowie Zuschüsse beim Kauf einer eigenen Wohnung oder eines Eigenheims erhalten. Auch die barrierefreie Ausstattung ist möglich.

Weitere Möglichkeiten und Voraussetzungen lesen Sie hier: Berufsunfall: Gesetzliche Unfallversicherung zahlt Kosten für Umzug und Umbau.

 

Zuschüsse über die KfW-Bank

Die KfW-Bank hat Förderprogramme für altengerechtes Wohnen in Form von Zuschüssen bzw. zinsgünstigen Darlehen. Auch hier werden wieder Die Möglichkeiten Umbau der bestehenden Wohnung oder des Hauses sowie Neubau eines Eigenheims oder Erwerb einer barrierefreien Eigentumswohnung berücksichtigt.

Welche Möglichkeiten Sie haben und was für Voraussetzungen gegeben sein müssen lesen Sie hier: Zuschüsse von der KfW-Bank für altersgerechtes/behindertengerechtes Wohnen.

 

Erstattungen häusliche Pflege

 

Stromkostenerstattung für elektrisch betriebene Hilfsmittel

Dies ist eine Erstattungsform, die leider nur wenige wissen. Wer von der Pflegekasse ein elektrisch betriebenes Hilfsmittel verordnet bekommt, kann die Stromkosten dafür absetzen. Das macht sich zum Beispiel bei einer ambulanten Heimbeatmung stark bemerkbar, wenn 24 Stunden am Tag die Geräte laufen. Aber auch für alle anderen elektrischen Hilfsmittel können die Stromkosten erstattet werden.

Mehr Infos zur Stromkostenberechnung und -Abrechnung usw. finden Sie hier: Krankenkasse muss Stromkosten für elektrische Hilfsmittel bezahlen.

 

Krankenfahrten und Krankentransporte

Nicht immer können die Angehörigen oder die Betroffenen selbst die Fahrten zum Arzt, in die Therapie oder auch zu einer ambulanten Behandlung selbst durchführen. Zum Beispiel müssen Dialysepatienten meist mehrfach in der Woche zur Dialyse gefahren werden. Hier ist es möglich, dass die Patienten mit dem Taxi gefahren werden und die Kosten erstattet bekommen.

Welche Krankenfahrten und Krankentransporte Sie erstattet bekommen, lesen Sie bitte in meinem Beitrag „So bekommen Sie die Fahrten zum Arzt oder ins Krankenhaus bezahlt„.

 

Steuer

Pflegebedürftigkeit und Schwerbehinderung wird steuerlich berücksichtigt. Unter anderem gehören dazu:

 

 

Pflegepauschbetrag

Mit dem Pflegepauschbetrag sollen die pflegenden Angehörigen pauschal entschädigt für ihre Pflegetätigkeit entschädigt werden. Schließlich haben die meisten pflegenden Angehörigen durch die Pflege einen höheren Aufwand an Fahrtkosten, Waschen der Wäsche usw.

Mehr Infos über Höhe des Pauschbetrags, Voraussetzungen usw.: Unter diesen Voraussetzungen erhalten Sie den Pflegepauschbetrag.

 

Krankheitskosten und Medikamente bei der Steuer absetzen

Viele Pflegebedürftige haben selbst noch hohe Kosten für Zuzahlungen, Krankheitskosten, selbst zu bezahlende Medikamente usw. zu bezahlen. Aber auch Pflegeheimkosten oder Mehrleistungen für den Pflegedienst schlagen schnell mit hohen Kosten zu Buche. Auch hier gibt es Möglichkeiten, diese Kosten bei der Steuererklärung absetzen zu können.

Nähere Infos, was alles abgesetzt werden kann und wie: Diese Krankheitskosten und Pflegekosten können Sie von der Steuer absetzen.

 

Leistungen für Pflegende Angehörige

Mittlerweile werden auch die Pflegenden besser abgesichert. So erhalten Sie unter gewissen Voraussetzungen die Beiträge zur Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung oder auch Unfallversicherung bezahlt oder können eine berufliche Auszeit nehmen.

 

Rentenbeitragszahlung für pflegende Angehörige

Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegt, für den werden unter gewissen Voraussetzungen die Rentenbeitragszahlungen durch die Pflegekasse übernommen. Somit sind die pflegenden Angehörigen wenigstens minimal rentenversichert. Das macht im Allgemeinen unterm Strich nicht sehr viel aus, aber zumindest werden die Beitragsjahre dadurch fortgeführt.

Wer Anspruch auf Rentenbeitragszahlungen hat, wie dieser beantragt werden, wie hoch die Rentenleistungen sind und andere wichtige Infos lesen Sie hier: Rente für die Pflege von Angehörigen.

 

 

Rentenbeitragszahlungen bei Additionspflege

Unter Additionspflege versteht man, wenn eine Pflegeperson mehrere Personen pflegt. Angenommen Frau Maier pflegt ihren Vater und die Mutter, dann kann sie die Pflegezeiten von beiden Pflegebedürftigen zusammenrechnen. Man spricht dann von Additionspflege.

Mehr über die Rentenbeitragszahlungen bei der Pflege von mehreren Personen lesen Sie hier: Rente für die Pflege von mehreren Personen (Additionspflege).

 

Sozialversicherung für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige sind aber nicht nur rentenversichert. Wer die Anforderungen erfüllt, ist auch in der beruflichen Unfallversicherung, der Krankenversicherung sowie der Arbeitslosenversicherung versichert.

Welche Leistungen Sie erhalten, worauf Sie achten müssen uvm. lesen Sie hier: So sind pflegende Angehörige versichert.

 

 

Pflegezeit und Familienpflegezeit

Wer im Beruf steht und plötzlich die Pflege eines Angehörigen übernehmen soll, muss sich überlegen, wie er Familie, Pflege und Beruf unter einen Hut bekommt. Bei Eintritt eines Pflegefalls hat der Berufstätige die Möglichkeit, mehrere Tage frei zu nehmen, um das Nötigste zu regeln. Für die weitere Pflege gibt es dann Möglichkeiten, sich ganz oder teilweise vom Beruf freistellen zu lassen.

Mehr Infos über die vielfältigen Möglichkeiten, Vor- unch Nachteile lesen Sie hier: Pflegezeit und Familienpflegezeit: Freistellung vom Beruf für die Pflege.

 

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