Tipps und Hilfsmittel für die Demenzbetreuung zu Hause

Tipps bei Demenz

Tipps bei Demenz

Sowohl für den Erkrankten als auch für die Pflegenden ist das Krankheitsbild Demenz eine große Bürde, die mit vielen Einschränkungen und Problemen einhergeht.

Um den Krankheitsverlauf dennoch so angenehm und hilfreich wie möglich zu gestalten, können Sie verschiedene Tipps und Tricks nutzen, die die Betreuung erleichtern.

Demenz gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Alter und beschreibt den Abbau des Gedächtnisses – gleichzeitig gehen aber auch geistige, emotionale und soziale Fähigkeiten Stück für Stück verloren.

Dementsprechend wird die Pflege einer an Demenz erkrankten Person mit dem Fortschreiten der Erkrankung immer wichtiger und umfangreicher. Alltägliches wie etwa das Baden, das Gehen, die Toilettennutzung oder das Essen und Anziehen sind für die Betroffenen teilweise nicht mehr eigenständig zu bewältigen.

Zudem kann es der betroffenen Person immer schwerer fallen, ihre Beschwerden und Wünsche zu äußern.

Wer sich dafür entscheidet, Angehörige Zuhause zu pflegen, der muss dafür viel Geduld und Zeit einplanen und nimmt meist große persönliche Einschränkungen in Kauf. Gerade deshalb ist es wichtig, sich bei der Pflege auf die richtigen Hilfsmittel, Ratschläge und Behandlungsmethoden zu verlassen, die den Alltag erleichtern und sowohl den Betroffenen als auch den Pflegern helfen können.

Richtiges Reagieren im Ernstfall ist deshalb gefragt.

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Aggression und Wut

Aggression und Wut sind bei Demenzpatienten nicht selten und können durch Worte oder auch Taten ausgelöst werden, hierbei kann bereits eine unbedeutende Nichtigkeit genügen, um den Kranken aufzuregen.

Dieses Symptom kann der Betroffene nicht aufhalten und oft verschwindet es genauso schnell, wie es gekommen ist. Pfleger sollten in einem solchen Moment die Ruhe bewahren und das Verhalten des Patienten keinesfalls persönlich nehmen.

Hilfreich kann es sein, dem Betroffenen etwas vorzuschlagen, was er normalerweise gerne tut.

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Wahnvorstellungen und Halluzinationen

Auch Sinnestäuschungen sind bei Demenzkranken nicht selten. Sie sehen, hören oder riechen in diesem Fall etwas, das in Wirklichkeit nicht da ist.

So kann es beispielsweise passieren, dass die Kranken Bekannte oder Verwandte für Fremde halten oder sich sogar vor ihrem eigenen Spiegelbild erschrecken. Das wiederum löst verständlicherweise Angst aus, die wiederum zu Aggressionen führen kann.

Auch hier sollten Pflegende ruhig bleiben und dem Patienten erklären, dass alles in Ordnung ist.

Wichtig ist es nun, ihm ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln und ihn mit etwas Positivem abzulenken. Das Dialog- und Transferzentrum Demenz hat einen Artikel zum Umgang mit Wahn und Halluzinationen veröffentlicht, der die Empfehlungen aus der Wissenschaft aufgreift.

Patientenverfügung + Vorsorgevollmacht + Betreuungsverfügung

Wandern und Ruhelosigkeit

Für Demenzkranke ist das ruhelose Umherwandern ein typisches Symptom, bei dem sie entweder einfach im Haus umhergehen oder nach draußen wollen. Zwar gibt es meist einen Grund für das Wandern, etwa Langeweile oder das Gefühl, an einem falschen Ort zu sein, andererseits weiß der Betroffene oftmals nicht, warum er losgeht oder wohin er gehen möchte.

Für Pflegende ist es daher sehr wichtig, ihre Patienten stets im Auge zu behalten. Körperlicher Zwang oder gar ein Ausschimpfen sollten aber unbedingt vermieden werden. Auch sollte in der Wohnung des Kranken möglichst nichts verändert werden, damit er sich nach wie vor Zuhause fühlt und noch zurechtfinden kann.

Depression und Niedergeschlagenheit

Das ernsthafte Krankheitsbild der Depression bringt es leider oftmals mit sich, dass die Betroffenen sich selbst aufgeben und Aussagen wie „mir ist alles egal“ oder “ich bin am Ende“ ausrufen, teilweise werden auch Selbstmordgedanken geäußert.

Das Pflegepersonal sollte in diesen Momenten unbedingt hellhörig werden und reagieren, da es sich hierbei um eine Depression handeln könnte – weitere Anzeichen dafür wären beispielsweise Appetit- und Schlaflosigkeit sowie fehlender Antrieb.

Wenn möglich, sollte mit dem Patienten über seine Probleme geredet werden, auch kann er zu Tätigkeiten motiviert werden, die er früher gerne getan hat. Auch Musik oder Kunsttherapien sind mitunter wirksam. In jedem Fall sollte aber der Arzt aufgesucht werden, der die Behandlung von Depressionen professionell durchführen kann.

Technische Hilfen und Pflegeerleichterungen

  • Personenortungsgeräte

Damit auch desorientierte Menschen eine gewisse Möglichkeit der Bewegung haben, bieten sich Ortungsgeräte an, durch die im Notfall der Aufenthaltsort der Person festgestellt werden kann. Der Anbieter Bornemann hat speziell für diesen Fall kleine Sender entwickelt, die den Aufenthaltsort einer Person punktgenau mithilfe eines GPS-Systems ermitteln können und diesen über ein Portal für den Pflegenden visuell sichtbar machen. Hat der Demenzerkrankte außerdem ein Problem und möchte sich selbst bemerkbar machen, so verfügt das Ortungsgerät über einen leicht erreichbaren Alarmknopf, der automatisch eine SMS oder E-Mail an die betreuende Person versendet, wenn er gedrückt wird.

  • Sicherungen und Bewegungsmelder

Für den Haushalt gibt es etliche Formen der Sicherung. Bei Elektroherden bietet sich beispielsweise der Einbau einer zeitgesteuerten Abschalt-Automatik an, um eine Brandgefahr durch überhitzte Herdplatten zu vermeiden. Ebenso gibt es Bügeleisen, die sich selbst abschalten, sobald sie für kurze Zeit nicht mehr bewegt werden. Auch können verschiedenste Bewegungsmelder und Meldesysteme eine sinnvolle Lösung sein – hier kann schon eine Alarmtrittmatte genügen, die vor das Bett gelegt wird und ein Signal weiterleitet, wenn der Kranke aufsteht oder an der Haustür ankommt, um beispielsweise aufgrund von Desorientierung das Haus zu verlassen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein System mit Lichtschranke, bei dem ein Infrarotlichtstahl über der Bettkante beim Aufstehen unterbrochen wird. Solche und noch weitere Hilfsmittel für ältere Personen bietet beispielsweise der Seniorenhandel.

  • Aufstehhelfen, Protektoren und elektrische Mechanik zur Unterstützung

Um den Alltag leichter zu gestalten, können viele kleine, aber wichtige Hilfen genutzt werden. Bei Aufstehproblemen kann beispielsweise ein Stehhocker Abhilfe schaffen, aber auch Aufstehhilfen mit Elektromotor sind eine Möglichkeit. Gerade bei älteren Menschen sind die Knochen außerdem zerbrechlicher und die Gangunsicherheit nimmt zu – wer hier vorsorgen möchte, der kann zu sogenannten Protektoren greifen, die das Risiko eines Oberschenkelhalsbruchs – die häufigste Form des Knochenbruchs bei älteren Menschen – durch einen Sturz um bis zu 80 % reduzieren können.

Weiterhin gibt es etliche Formen von elektrischen Mechaniken, um etwa das Bett anzuheben und die dortige Pflege oder das Aufstehen zu erleichtern. Je nach eingestufter Pflegestufe werden unterstützende Hilfen auch von den Krankenkassen übernommen.

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Bildquelle: © geralt (441408) – pixabay.com

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