Die 15 häufigsten Krankheiten im Alter die Pflegende kennen sollten

Diese Alterskrankheiten sollten pflegende Angehörige kennen, um kompetent handeln zu können.

Wer sich dafür entscheidet, seine Angehörigen selber zu pflegen, muss eine Reihe an Herausforderungen bewältigen und bereit sein, einen großen Aufwand auf sich zu nehmen. Schließlich ist die Pflege älterer Menschen keine einfache Aufgabe.

Pflegende Angehörige sollten jedoch einige Dinge beachten und sich eine gewisse Informationsbasis aneignen. Es ist beispielsweise ratsam, häufige Gesundheitsprobleme im Alter zu kennen, um in solchen Fällen kompetent reagieren zu können. Aus diesem Grund möchten wir hier einen Blick auf die am häufigsten auftretenden Alterskrankheiten werfen.

Eins vorweg: Bei allen Erkrankungen ist immer der Arzt zu konsultieren und dessen Behandlungsanweisungen einzuhalten.

Schlecht heilende Wunden und Dekubitus

Ältere Menschen haben eher mit schlecht heilenden Wunden zu kämpfen als jüngere. Das liegt vor allem daran, dass die Haut von Senioren langsamer neue Blutgefäße und Zellen bilden kann. Zudem wird weniger Feuchtigkeit gespeichert und die Spannkraft lässt nach. Infolgedessen ist die Wundheilung schlechter, was sogar zu Entzündungen führen kann.

Pflegende Angehörige sollten daher Wert auf die Hautpflege legen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten. Sollten lediglich kleinere Verletzungen vorliegen, ist eine eigenständige Versorgung bei gezielter Förderung der Wundheilung in den meisten Fällen ausreichend, sofern auf eine ausreichende Sauberkeit beziehungsweise Desinfektion geachtet wird.

Allerdings gibt es auch Wunden, die trotz einer Behandlung bleiben und als chronische Wunden bezeichnet werden. Bei solchen ist professionelle Hilfe durch einen Arzt gefragt, da entsprechende Wunden häufig mit einer anderen Erkrankung wie beispielsweise Diabetes zusammenhängen. Eine umgehende Behandlung ist also wichtig, um schlimmere Folgen zu vermeiden.

Dekubitus: Ein Dekubitus entsteht auch häufig durch Wundliegen. Gerade bettlägerige Patienten müssen deshalb häufig umgelagert werden, um dem Wundliegen vorzubeugen. Aber auch spezielle Dekubitusmatratzen entlasten die Auflageflächen des Patienten.


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Schlecht heilende Wunden und Dekubitus dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. In regelmäßigen kurzen Intervallen sollte deshalb die Haut des pflegebedürftigen Seniors untersucht werden. Die Behandlung der Wunden kann auf ärztliche Verordnung auch von einem Pflegedienst übernommen werden.

Parkinson

Morbus Parkinson ist eine Erkrankung des Gehirns und wird landläufig auch als Schüttellähmung bezeichnet. Es gibt verschiedene Arten von Parkinson sowie parkinsonähnliche Erkrankungen wie z.B. die Progressive supranukleäre Blickparese kurz PSP. Die am häufigsten an Parkinson erkrankten Menschen sind 50+. Allerdings wurde in den letzten Jahren festgestellt, dass auch immer mehr Menschen im Alter zwischen 30 und 40 an Parkinson erkranken.

Die Krankheit verläuft eher schleichend. Deshalb sollte den Frühsymptomen besondere Beachtung geschenkt werden. Dazu zählen:

  • Schmerzen in den Gelenken und Muskeln,
  • Geruchssinn ist vermindert oder gar nicht mehr vorhanden,
  • Handschrift wird klein und krackselig,
  • Steifheitsgefühl, Müdigkeit,
  • Depressionen,
  • Körperpflege sowie An- und Ausziehen dauert länger als sonst uvm.

Später kommt es dann zum klassischen Muskelzittern, der stark verminderten Gesichtsmimik, Bewegungsarmut und den kleinen Trippelschritten.

Parkinson gehört ebenfalls zu den noch nicht heilbaren Alterskrankheiten, lediglich die Symptome können gelindert werden.

Schlaganfall

Der Schlaganfall gehört ebenfalls zu den häufigen Alterskrankheiten. Wie gefährlich ein Schlaganfall ist, sieht man schon daran, dass innerhalb der ersten 4 Wochen ca. 20 % der Schlaganfallpatienten sterben. Dabei könnten 70 % der Schlaganfälle vermieden werden.

Was Sie über Risikofaktoren, Warnzeichen, Ursachen und Vermeidung eines Schlaganfalls wissen sollten, lesen Sie in unserem großen Ratgeber Schlaganfall.


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Demenz

An Demenz erkrankte Menschen verlieren nach und nach ihre geistigen und intellektuellen Fähigkeiten. Die Betroffenen „verlassen“ sukzessive das reale Leben und befinden sich immer mehr in ihrer eigenen Welt.

In der Regel ist es so, dass das Kurzzeitgedächtnis immer schwächer wird. Den Demenzerkrankten fällt nicht mehr ein, was vor einer Minute gesprochen wurde, dafür können sie aber haargenau die eigene Hochzeit vor 50 Jahren beschreiben. Je fortgeschrittener die Demenz, desto mehr gehen die kurz- und mittelfristigen Erinnerungen verloren. Im Endstadium einer Demenz kann es sein, dass die Erkrankten vielleicht nur noch mit Puppen spielen, weil sie eben gedanklich in dieser Zeitphase angekommen sind.

Schätzungen zufolge leiden fast 2 % der Bevölkerung Deutschlands an einer Demenzerkrankung, was eine beunruhigende Zahl ist. Zumal viele Experten davon ausgehen, dass dieser Wert in Zukunft weiter zunehmen wird. Eine Demenz kann vielfältige Ursachen haben, aber einer der größten Risikofaktoren ist unumstritten das Alter. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass der prozentuale Anteil an demenzkranken über 90-Jährigen deutlich höher als bei Menschen zwischen 60 und 70 ist. Zudem sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Ob eine Demenz heilbar ist, hängt von der Art der Demenz ab. Primäre Demenzen sind eigenständige Krankheitsbilder und nicht heilbar. Sekundäre Demenzen hingegen werden durch Erkrankungen oder Medikamente verursacht und bei frühzeitiger Erkennung ist unter gewissen Umständen eine Behandlung möglich. Die Pflege von dementen Personen ist in jedem Fall eine große Herausforderung und bedarf eines hohen Einfühlungsvermögens.

Selbsthilfegruppen für Angehörige von Demenzpatienten gibt es mittlerweile sehr viele. Sie bieten Hilfe und Unterstützung zu Fragen rund um die Erkrankung und den Umgang mit den Demenzpatienten.

Meine Lese-Empfehlungen:

Thrombose / Lungenembolie

Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel und häufig der Auslöser für eine Lungenembolie. Gerade Ältere sind davon betroffen. Längere Bettlägerigkeit nach einer Operation oder durch eine Krankheit aber auch Pflegebedürftigkeit und wenig Bewegung können schnell eine Embolie auslösen und im schlimmsten Fall zum Tode führen.

Jährlich sterben mehrere zehntausend Menschen an einer Lungenembolie. Das resultiert häufig daraus, dass die Krankheitssymptome nicht ernst genommen bzw. falsch eingeschätzt werden und deshalb die Erkrankung mit fatalen Folgen unbehandelt bleibt.

Weil diese Erkrankung einerseits so gefährlich, andererseits aber schlecht erkennbar ist, sollten pflegende Angehörige die Symptome, Anzeichen, Ursachen und Risikofaktoren einer Lungenembolie unbedingt kennen.

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose beschreibt eine Entzündung des zentralen Nervensystems, welche auch Rückenmark und Gehirn betrifft. Bislang ist die Erkrankung nicht heilbar, weswegen die Diagnose sowohl für Betroffene als auch Angehörige ein schwerer Schlag ist. Zudem lässt sich der Verlauf nur schwer abschätzen und die Symptome wirken sich negativ auf die Lebensqualität aus.

Sogar die Ursachen sind unklar, wobei von Fehlfunktionen des Immunsystems, genetischen Komponenten und Umweltfaktoren ausgegangen wird. Die Symptome äußern sich in der Regel durch Augenbeschwerden, motorische Störungen und psychische Veränderungen. Typisch für Multiple Sklerose ist ein schubartiger Verlauf, wobei sich die einzelnen Schübe im Normalfall voneinander abgrenzen lassen.

Da die Verlaufsformen individuell sind, gibt es bei der Erkrankung kein typisches Endstadium. Allerdings sind ernste Spätfolgen wie eine völlige Bewegungsunfähigkeit möglich. Bei Multipler Sklerose sollten Angehörige die zu pflegenden Betroffenen also auch psychisch unterstützen, damit sie es leichter haben, mit der Erkrankung umzugehen.

Depression

Depressionen gibt es natürlich in jedem Alter. Aber bei älteren Menschen werden sie häufig von den Angehörigen unterschätzt oder erst gar nicht bemerkt. Eine Depression ist für diese Generation häufig noch ein Tabuthema. Da spricht man nicht drüber. Schon gar nicht mit den eigenen Kindern. Leider können die Depressionen auch zu Alkohol- und Medikamentenmissbrauch führen.

Symptome einer Depression können sein:

  • Antriebslosigkeit,
  • Aggressivität und Wutausbrüche
  • Konzentrationsmängel,
  • verminderte Aufmerksamkeit,
  • Traurigkeit,
  • Interessensverlust,
  • unbegründete Schuldgefühle,
  • Schlafstörungen,
  • Appetitlosigkeit,
  • pessimistische Grundhaltung,
  • Suizidgedanken.

Eine Depression gehört unbedingt in die Behandlung eines Facharztes. Je nach Schwere der Erkrankung muss schnell reagiert werden. Denn für einen Laien ist nicht erkennbar, ob eine Depression vorliegt und vor allem, was der Auslöser sein kann.

Eine Depression kann unter anderem durch folgende Ursachen ausgelöst werden:

  • Medikamente,
  • Schwerhörigkeit,
  • Schmerzen,
  • Ungleichgewicht an Botenstoffen oder Vitalstoffen wie z.B. bestimmte Vitamine,
  • Stoffwechselerkrankung,
  • Folgen einer Krankheit,
  • Verlust des Partners,
  • Stress,
  • traumatische Erlebnisse,
  • Unvermögen mit seiner Krankheit umgehen zu können
  • uvm.

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Inkontinenz

Inkontinenz ist ein Tabuthema und die wenigsten Menschen möchten über dieses Problem sprechen. Dabei handelt es sich hierbei um einer der häufigsten Erkrankungen überhaupt und mehr als 10 % der Deutschen – allen voran Personen höheren Alters – sind betroffen. Vermutlich ist die Dunkelziffer sogar noch deutlich höher, da die Betroffenen aus Scham nicht darüber sprechen.

Menschen mit Inkontinenz sind nicht mehr in der Lage, ihre Blase und/oder ihren Darm zu kontrollieren. Infolgedessen kommt es zu ungewollten Ausscheidungen, die vielen peinlich sind. Einige ältere Menschen ziehen sich aus diesem Grund sogar komplett zurück. Angehörige sollten sich daher um eine offene Kommunikation bemühen und dabei Verständnis zeigen, um den Betroffenen die Situation zu erleichtern.

Die Ursachen für eine Inkontinenz können vielfältig sein und reichen von Nervenkrankheiten bis hin zu Übergewicht.

Aufgrund der verschiedenen möglichen Ursachen gibt es auch zahlreiche potenzielle Therapieformen. Was für den individuellen Fall am besten ist, sollte mit einem Arzt abgeklärt werden. Dabei sollten die verschiedenen Optionen in Bezug auf ihre Vor- und Nachteile aufgezeigt werden. Auf diese Weise können Angehörige gemeinsam mit den Betroffenen entscheiden, wie sie das Problem angehen möchten.

Oftmals reichen Maßnahmen wie Beckenbodentraining oder Gewichtsabnahme bereits aus. Aber auch minimalinvasive Operationen können eine Lösung sein.

Bei pflegebedürftigen Menschen mit Inkontinenz sollte auch auf die Haut geachtet werden, denn die Nässe kann zu Hautschäden bis hin zu Dekubitus führen.

Meine Lese-Empfehlungen:

COPD

Der Fachbegriff für COPD lautet “Chronic obstructive pulmonary disease”, also eine chronische Lungenerkrankung, die bislang nicht heilbar ist. Lediglich die Symptome können behandelt und gelindert werden.

Zu den Hauptsymptomen gehören Husten, Atemnot und Auswurf. Wer Menschen mit einem schwereren Verlauf dieser Erkrankung kennt, weiß wie beängstigend es ist, ständig nach Luft ringen zu müssen, wenn kleinste Anstrengungen zu einem Kraftakt werden und letztendlich häufig stundenweise oder den ganzen Tag am Sauerstoffgerät zu hängen.

Als Auslöser einer COPD gilt an erster Stelle das Rauchen. Aber auch genetische Veranlagungen, Luftverschmutzungen, Atemwegsinfektionen usw. können für diese Erkrankung verantwortlich gemacht werden.

Was Sie machen können, damit es für Sie zuhause einfacher wird, lesen Sie in meinem Beitrag COPD: Erleichterungen im häuslichen Umfeld.

Man rechnet übrigens damit, dass bis zum Jahr 2030 knapp 8 Millionen Menschen in Deutschland an einer COPD erkrankt sein werden.

Altersschwerhörigkeit

Die Altersschwerhörigkeit wird häufig unterschätzt. „Na ja, das ist halt so im Alter, dass man schlechter hört“. Doch dabei sollte man es nicht belassen. Wer schlecht hört und nicht mehr alles mitbekommt, was gesagt wird, fühlt sich ausgegrenzt. Schließlich will man nicht ständig nachfragen „Was hast du gesagt?“

Den meisten ist die Situation peinlich und die Beteiligung an Gesprächen wird immer weniger. Diese Ausgrenzung kann in einem schleichenden Prozess zu schweren Depressionen führen. Lesen Sie in meinem Beitrag über Altersschwerhörigkeit wie sich diese Krankheit bemerkbar macht, welche schwerwiegenden Folgen sie haben kann und wie Sie Ihrem Angehörigen in einer derartigen Situation helfen können.

Altersschwerhörigkeit kann gut mit modernen und fachmännisch angepassten Hörgeräten ausgeglichen werden. Dann wird auch die Lebensfreude wieder zurückkehren und ein Zurückerlangen der sozialen Kontakte eintreten.

Kau- und Schluckbeschwerden – Dysphagie

Bei älteren Menschen hängen Kau- und Schluckbeschwerden oftmals mit anderen Erkrankungen zusammen, weswegen die Ursache unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden sollte. So haben z.B. auch Schlaganfallpatienten häufig eine Dysphagie.

Angehörige können jedoch auch selber etwas tun, um das Leben der zu Pflegenden angenehmer zu gestalten.

Was sich beispielsweise anbietet, wäre die Gabe von püriertem Essen. Während manche Lebensmittel bei Kau- und Schluckbeschwerden eine echte Herausforderung darstellen können, sieht das bei pürierten Gerichten schon ganz anders aus. Bei solchen gestaltet sich die Nahrungsaufnahme einfacher, ohne dass dabei auf wichtige Nährstoffe verzichtet werden muss.

Keine Angst vor industriell hergestelltem püriertem Essen. Von Apetito wissen wir zum Beispiel aus eigener Erfahrung, dass diese die pürierten Nahrungsmittel wieder rein optisch in ihre Ursprungsform bringen, was wesentlich appetitlicher aussieht als einfach nur lieblos drapierte Püree-Häufchen. Außerdem wird bei Apetito komplett auf Zusatzstoffe verzichtet.

Eine Dysphagie kann lebensbedrohlich sein, weshalb sie unbedingt therapiert und behandelt werden sollte.

Ein Folgeproblem der Kau- und Schluckbeschwerden ist die Mangelernährung. Wer Probleme mit dem Schlucken hat und häufig während des Essens heftig husten muss, isst automatisch weniger. Das Problem ist nicht immer zwingend die geringere Kalorienzufuhr, sondern das Defizit an Vitalstoffen wie Vitaminen, Mineralien, Spurenelemente usw.

Die Dysphagie selbst kann wiederum eine Menge an Folgeerkrankungen mit sich bringen. Deshalb sollten pflegende Angehörige auf die Vermeidung einer Mangelernährung achten.

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Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bluthochdruck ist wohl eine der Erkrankungen die mit Alterskrankheiten in Zusammenhang gebracht werden. Obwohl Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankung nicht dasselbe sind, möchten wir dennoch beides gemeinsam aufführen. Der Grund hierfür ist, dass Blutdruck beziehungsweise Hypertonie eine der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Probleme ist. Solche wiederum sind die häufigste Todesursache in Deutschland.

Es dürfte selbsterklärend sein, dass bei entsprechenden Erkrankungen eine ärztliche Behandlung unabdingbar ist. Angehörige können jedoch trotzdem aktiv etwas dafür tun, um dem Problem entgegenzuwirken.

Bluthochdruck wird oftmals als Zivilisationskrankheit bezeichnet, was in erster Linie mit den Ursachen zusammenhängt. Eine Hypertonie kann beispielsweise mit

  • Alkohol,
  • Bewegungsmangel,
  • Nikotin,
  • Stress und
  • Übergewicht

zusammenhängen.

Also allesamt Probleme, die in einem Zusammenhang mit unserer modernen Gesellschaft stehen. Das ist auch der Grund dafür, dass Angehörige den Pflegebedürftigen aktiv helfen können, denn eine Veränderung des Lebensstils kann das Risiko von Bluthochdruck und generell die Gefahr von Herzinfarkten und vergleichbaren Gesundheitsproblemen reduzieren. Problematisch ist hierbei lediglich, dass nicht alle älteren Menschen dazu bereit sind, ihr Leben von Grund auf zu verändern.

Arthrose

Im Gegensatz zur Arthritis ist die Arthrose ein Gelenkverschleiß, meist hervorgerufen durch Über- oder Fehlbelastung der Gelenke. Durch diese häufig jahrzehntelange falsche Belastung gehört die Arthrose eher zu den Alterskrankheiten, wohin die Arthritis auch junge Menschen betrifft.

Da ein mit Arthrose befallenes Gelenk sehr schmerzhaft sein kann, kommt es in Folge zu einer erneuten Körperfehlhaltung, was andere Gelenke wiederum negativ beeinflusst. Es kann zu einem unschönen Kreislauf kommen. Am häufigsten sind die großen Gelenke wie z.B. Knie, Hüfte, Schulter, Sprunggelenk usw. betroffen.

Es gibt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, bis hin zu operativen Eingriffen. Hier muss der Arzt in Abstimmung mit dem Patienten herausfinden, was langfristig die beste Therapie ist.

Informieren Sie sich hier umfassend zum Umgang mit Arthrose bei alten und pflegebedürftigen Menschen.


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Osteoporose

Osteoporose beziehungsweise Knochenschwund ist eine Erkrankung, die ebenfalls verstärkt bei älteren Menschen auftritt. Allein in Deutschland gibt es Millionen von Betroffenen, wobei der prozentuale Anteil an erkrankten Frauen höher ist. Schätzungen zufolge hat fast ein Drittel aller Frauen über 50 mit Osteoporose zu kämpfen.

Diese Art von Alterskrankheiten kennzeichnet sich durch poröse Knochen, die nur noch bedingt bruchfest sind. Außerdem handelt es sich um eine systemische Skeletterkrankung, sodass theoretisch alle Knochen im Körper betroffen sein können.

Da die Knochenstruktur zunehmend zerstört wird, steigt das Risiko für Knochenbrüche mit voranschreitendem Krankheitsverlauf an. Die Folgen können vielfältig sein und sind oft gravierend. Neben starken Schmerzen sowie einer eingeschränkten Beweglichkeit kann es im Zuge einer Osteoporose sogar zu Behinderungen kommen.

Wie andere Alterserkrankungen, ist auch Osteoporose nicht heilbar, aber der Krankheitsverlauf lässt sich positiv beeinflussen. Dabei gibt es unterschiedliche Therapieformen und was letztendlich infrage kommt, richtet sich nach dem individuellen Fall. Eine Behandlung ist aber immer notwendig, da sich der Knochenabbau ansonsten ungebremst fortsetzt.

Angehörige können Betroffene beispielsweise durch den Abbau von Barrieren unterstützen, um die Sturzgefahr auf ein Minimum zu reduzieren. Schließlich bergen Stürze ein hohes Risiko, da solche zu einer längeren Bettlägerigkeit oder gar dem Tod führen können.

Krebs

Krebs ist nicht unbedingt bei den rein klassischen Alterskrankheiten einzustufen. Theoretisch kann Krebs bei Menschen jeden Alters auftreten, aber prozentual gesehen sind gerade ältere Menschen häufiger betroffen. Genaugenommen gibt es jedoch nicht den einen Krebs, sondern mehr als 200 verschiedene Arten. Infolgedessen können sich auch die Symptome, Therapieformen und Verläufe unterscheiden.

Unabhängig davon ist es wichtig, beim Verdacht auf Krebs umgehend zu reagieren, da schnell eine ärztliche Behandlung eingeleitet werden sollte. Das erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie, denn die potenziell tödliche Krankheit muss nicht zwangsweise einen schwerwiegenden Verlauf haben. Dabei kommt es jedoch auch darauf an, ob Betroffene mit gutartigen oder bösartigen Tumoren zu kämpfen haben.

Als Tipp für alle Betroffenen einer Krebserkrankung: Sie sollten aufgrund einer Krebserkrankungen einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen.

Alterskrankheiten – Hilfe für pflegende Angehörige

Einen Angehörigen zu pflegen, kann sehr kraft- und zeitintensiv sein. Doch auch die Pflegeperson muss Ihre eigenen körperlichen Ressourcen schonen. Deshalb sollten Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Das können sein:

Pflegedienst: Ein Pflegedienst kann z.B. die morgendliche und/oder abendliche Körperhygiene übernehmen. Das bringt Ihnen eine körperliche Entlastung, denn Angehörige arbeiten eher mit Kraft wohingegen die Mitarbeiter eines Pflegedienstes normalerweise mit Technik arbeiten.

Leider ist der Nachteil an dieser Variante, dass Sie weniger oder gar kein Pflegegeld mehr erhalten. Bevor Sie einen Pflegevertrag mit dem Pflegedienst abschließen, lesen Sie bitte unsere Checkliste Ambulanter Pflegevertrag.

24h-Pflege: Eine 24h-Pflegekraft aus Osteuropa kann ebenfalls die Pflege sehr stark erleichtern und die Pflegeperson entlasten. Mit einer 24h-Pflegekraft kann somit auch ein Umzug in ein Pflegeheim vermieden oder verschoben werden.

Tagespflege: Die Tagespflege dient der Förderung der pflegebedürftigen Person und der Entlastung der Pflegeperson. Die Tagespflege kann ein- bis mehrmals wöchentlich in Anspruch genommen werden und kürzt das Pflegegeld nicht. Die Kostenübernahme erfolgt bis zu einem monatlichen Höchstbetrag über die Pflegekasse.

Familienmitglieder: Auch andere Familienmitglieder sollten sich an der Pflege beteiligen und die Pflegeperson entlasten. Eine stunden- oder tageweise Betreuung durch ein anderes Familienmitglied hilft schon häufig weiter.

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege: Beide Angebote dienen ebenfalls der Entlastung der Pflegeperson. Die Kurzzeitpflege ist jedoch auch dafür gedacht, den pflegebedürftigen Menschen z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt noch professionell nachzubetreuen. Aber auch für Zeiten, wenn die Pflegeperson durch Urlaub oder Krankheit ausfällt. Die Verhinderungspflege hingegen findet in der Regel im häuslichen Umfeld statt.

Barrierefreiheit und Hilfsmittel erleichtern bei Alterskrankheiten die Pflege

Hilfsmittel: Viele Pflegenden betreuen ihre Angehörigen aufopferungsvoll und im besten Wissen und Gewissen. Doch leider wird immer noch viel zu wenig auf pflegeunterstützende Hilfsmittel wie z.B. Pflegebetten, Badewannenlifter usw. verzichtet. Dabei handelt es sich hier um Hilfsmittel, die von der Krankenkasse bei Notwendigkeit bezahlt werden. Nehmen Sie sich Hilfe, lassen Sie sich über die möglichen Hilfsmittel beraten. Einen Überblick über die verordnungsfähigen Hilfsmittel erhalten Sie in unserem Hilfsmittelverzeichnis.

Meine Lese-Empfehlungen:

Barrierefreiheit: Die Wohnung und der Gartenbereich sind oft voller Stolperfallen, Hindernisse und Unwegsamkeiten. Hinzu kommt, dass viele Bäder nicht behindertengerecht, die Einstiege in die Dusche oder Badewanne viel zu hoch oder die Bodenbeläge zu rutschig sind. Um stürzen vorzubeugen, sollten entsprechende Anpassungen oder Umbaumaßnahmen ergriffen werden. Die Pflegekassen leisten einen Zuschuss pro Umbaumaßnahme von bis zu 4.000 Euro die behindertengerechten Sanierungen. Aber auch andere Kostenträger wie z.B. die KfW-Bank beteiligen sich an den Kosten.

Vorsorge treffen

Krankheit und Pflegebedürftigkeit kann uns in jedem Alter treffen. Damit sowohl die pflegebedürftige Person abgesichert als auch die Pflegeperson handlungsfähig ist, muss rechtzeitig Vorsorge getroffen werden. Dazu gehören folgende Dokumente:

Behinderung und Pflegegrad

Pflegegrad: Bitte vergessen Sie nicht, dass viele der Alterskrankheiten zu einer Pflegebedürftigkeit führen. Dazu sollten Sie unbedingt einen Pflegegrad beantragen. Damit erhalten Sie die Leistungen aus der Pflegeversicherung wie Pflegegeld, Pflegesachleistungen usw. Hier finden Sie einen Überblick über die Pflegeleistungen. Angehörige können unter gewissen Voraussetzungen einen Pflegepauschbetrag bei der Steuer ansetzen.

Behinderung und GdB: Aber nicht nur ein Pflegegrad steht vielen der Betroffenen zu, sondern auch die Anerkennung einer Behinderung. Je nach Grad der Behinderung (GdB) erhalten Sie gewisse Nachteilsausgleiche und Behindertenpauschbeträge.

Fazit zu den Alterskrankheiten

Jeden von uns können die unterschiedlichen Alterskrankheiten mehr oder weniger stark treffen. Wichtig ist für die Angehörigen und Betroffenen, sich gut über die Krankheit, den Verlauf und mögliche Komplikationen zu informieren, Hilfe in Anspruch zu nehmen und rechtzeitig Vorsorge zu treffen.

Alterskrankheiten sollte man eine besondere Aufmerksamkeit schenken. Denn häufig sind sie Folgeerkrankungen von anderen Krankheiten.

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