So nutzen Sie alle Zuschüsse für einen behindertengerechten Badumbau optimal aus

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Was tun, wenn Ihr Bad nicht behindertengerecht ausgestattet ist?

Sie kommen mit dem Rollstuhl nicht an das Waschbecken oder die Dusche ist nicht befahrbar? Die Toilette ist zu niedrig? Der Boden zu rutschig

Die Liste könnte noch ein ganzes Stück fortgesetzt werden. Fakt ist jedoch: Für einen Menschen mit Handicap ist es unumgänglich, ein Bad so auszustatten, dass er so viel wie möglich selbst erledigen kann.

Der Umbau für ein barrierefreies und rollstuhlgerechtes Bad kann teuer werden. Muss die Dusche vergrößert und befahrbar ausgelegt oder gar die Badewanne ausgebaut werden, so wird es unumgänglich sein, die Fliesen neu zu verlegen. Oftmals müssen Armaturen neu verlegt werden.

Nicht selten müssen die Türen verbreitert und die Übergänge schwellenlos gestaltet werden. Wer diese Arbeiten nicht privat vom Familien- oder Freundeskreis erledigen lassen kann, wird nicht umhin kommen, nicht nur einen Schreiner sondern auch eine Fliesenlegerfirma und einen Sanitärfachmann zu beauftragen.

Planen Sie gemeinsam mit den notwendigen Baufirmen den sinnvollen Umbau Ihres Bades Wenn Sie sich im Klaren sind, wie Ihr Bad umgebaut werden soll, haben Sie folgende Möglichkeiten, Zuschüsse und Kostenübernahmen zu beantragen: 

 

 

1. Zuschuss über die Pflegeversicherung

Wenn Sie eine Pflegestufe haben, übernimmt die Pflegekasse einen Zuschuss für den Badumbau von bis zu 4.000 Euro. Die restlichen Kosten müssen von Ihnen selbst getragen werden.

Vorgehensweise:

  • Schicken Sie den Kostenvoranschlag (evtl. zur besseren Veranschaulichung auch Bilder vom vorhandenen Bad) an die Pflegekasse. Diese entscheidet, ob Sie einen Zuschuss erhalten.
  • Sobald der Badumbau beendet ist, können Sie die Handwerkerrechnungen einreichen und Sie erhalten Ihren Zuschuss.
  • Da es sich um einen Zuschuss handelt, brauchen Sie die Genehmigung der Pflegekasse nicht zwingend vor Beginn des Umbaus. Zu Ihrer eigenen Sicherheit empfehle ich jedoch, vor Beginn der Umbauarbeiten den Zuschuss zu beantragen. Sollte nämlich die Pflegeversicherung den Zuschuss ablehnen, können Sie jetzt noch umdisponieren, indem Sie sich vielleicht günstigere Fliesen oder eine andere Dusche aussuchen.

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Hierauf sollten Sie achten:

Bei Ihrem Kostenvoranschlag ist vielleicht auch ein Duschsitz, ein Haltegriff in der Dusche oder für die Badewanne oder eine Toilettenerhöhung inbegriffen. Diese Posten sollten Sie jedoch separat halten, da es sich hierbei um Hilfsmittel handelt und diese von der Krankenkasse separat erstattet werden. Näheres zum Antrag für einen behindertengerechten Wohnungsumbau finden Sie auch hier

2. Erstattung für Hilfsmittel über die Krankenkasse

Wie bereits im vorherigen Abschnitt beschrieben, haben Sie die Möglichkeit, die Kosten für Dusch- oder Badewannensitze, Badehilfen, Badewannenlifter, Badewannengriffe und Aufrichtehilfen, Toilettensitze usw. als Hilfsmittel erstattet zu bekommen. Diese Hilfsmittel erhalten Sie in Ihrem Sanitätshaus direkt vor Ort oder einfach und bequem über das Internet. Lassen Sie sich beraten, was für Sie sinnvoll ist und in Frage kommt.

Vorgehensweise:

  • Lassen Sie sich ebenfalls einen Kostenvoranschlag vom Sanitätshaus oder einem anderen Lieferanten geben oder zumindest eine Auflistung mit genauer Bezeichnung der einzelnen Hilfsmittel.
  • Mit dieser Auflistung müssen Sie bei Ihrem behandelnden Arzt eine Verordnung für die einzelnen Hilfsmittel beantragen.
  • Diese Verordnung muss dann von Ihrer Krankenkasse genehmigt werden.
  • Nach Genehmigung können Sie das Hilfsmittel bei Ihrem Sanitätshaus bestellen

Da es von Hilfsmittel zu Hilfsmittel unterschiedlich sein kann, ob es vor dem Beginn der Badumbauarbeiten beantragt werden muss oder nicht, ist es auch hier wieder sinnvoll, alles vor Baubeginn und Auftragsvergabe zu besorgen. Eine genaue Auflistung der Hilfsmittel finden Sie hier im Hilfsmittelverzeichnis.

3. Steuerliche Abzugsfähigkeit

Auch wenn Sie als behinderter Mensch bereits einen Steuerfreibetrag haben, haben Sie zusätzlich noch die Möglichkeit, den Badumbau als Außergewöhnliche Belastung von der Steuer abzusetzen. Welche Voraussetzungen hierfür nötig sind, können Sie mit Ihrem Steuerberater oder Ihrem zuständigen Finanzamt direkt klären.

 

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4. Zuschüsse über die KfW-Bank

Wir haben in Deutschland zu wenig altersgerechte/behindertengerechte Wohnungen. Deshalb gibt es staatliche Förderprogramme für altersgerechte Wohnraumsanierungen über die KfW-Bank. Voraussetzungen für die Zuschüsse und die Höhe kann Ihnen die KfW-Bank geben.

5. Günstige Kreditzinsen

Die KfW-Bank unterstützt jedoch nicht nur mit Zuschüssen, sondern auch mit günstigen Baufinanzierungszinsen. Höhe der Zinsen und Voraussetzungen, um ein zinsgünstiges Darlehen zu bekommen, erfahren Sie über Ihre Hausbank

6.  Hilfen in Form von Zuschüssen und Darlehen über Ämter und Versicherungen

Unter bestimmten Voraussetzungen, besonders auch abhängig vom Einkommen, können Zuschüsse und Darlehen über das Sozialamt, die Agentur für Arbeit, die Rentenversicherung oder das Integrationsamt beantragt werden. Die aktuellen Bestimmungen und Voraussetzungen können Sie bei den einzelnen Ämtern erfahren. Zum Beispiel treten die Hilfen vom Sozialamt erst in Kraft, wenn sämtliche Zuschüsse über die Pflege- bzw. Krankenversicherung ausgeschöpft sind.

Auch einige Gemeindeverwaltungen geben Zuschüsse für einen behindertengerechten Badumbau. Fragen Sie direkt bei Ihrer Gemeindeverwaltung/Stadtverwaltung nach.

7. Förderungen durch Stiftungen

Bedürftige Menschen haben die Möglichkeit, Stiftungsgelder in Anspruch zu nehmen. Einige Stiftungen finden Sie hier:

8. Förderungen auf Landesebene

Die einzelnen Bundesländer haben unterschiedliche, eigene Förderprogramme. Diese können Sie aus der Förderdatenbank entnehmen.

Meine Buchempfehlungen zu diesem Thema

Gerne möchte ich Ihnen bezüglich des barrierefreien Bauens zwei Bücher ans Herz legen. Zum einen das Buch

Beide sehr hilfreich und informativ für die behindertengerechte Gestaltung von Wohnung und Haus.

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34 comments for “So nutzen Sie alle Zuschüsse für einen behindertengerechten Badumbau optimal aus

  1. Pingback: Zuschüsse + Förderungsmöglichkeiten › Seniorengerechter Badumbau
  2. Pingback: Umbau der Badewanne zur barrierefreien Dusche › Seniorengerechter Badumbau
  3. 23. August 2015 at 18:36

    Sie können mit Ihrer Krankenkasse jederzeit Kontakt aufnehmen und fragen, inwiefern Ihnen Zuschüsse zustehen.
    Um Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zu erhalten (darunter fällt ein Badumbau) brauchen Sie eine Pflegestufe.
    Ich kenne Ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht, aber bei Schwerbehinderung 100 %, Merkzeichen G, Dialyse usw. sollten Sie klären, ob Sie nicht eine Pflegestufe bekommen. Die Pflegestützpunkte können Ihnen hierzu Auskunft geben.
    Weitere Zuschüsse sind in diesem Beitrag enthalten.

  4. Christa Rekittke
    23. August 2015 at 18:24

    Hoffe, ich kann hier auch eine Frage stellen.

    Ich habe einen Schwerbehindertenausweis und 100% mit Kennzeichen G.
    Letzen Monat habe ich noch einen Shunt gelegt bekommen und werde in absehbarer Zeit Dialysepatient.

    Möchte gerne bevor ich nun an die Dialyse komme, meine Dusche umbauen. Noch habe ich eine Duschwanne von 35 cm Höhe. Diese Höhe ist aufgrund meines Gesundheitszustand gefährlich. Kompl. flach kann man sie nicht machen…aber bis auf 5cm Höhe ja. Besteht für mich überhaupt eine Möglichkeit im Vorfeld prüfen zu lassen, ob ich einen Zuschuss bekommen kann? Der Umbau der Dusche kostet ca. 7500,00 Euro, da auch einiges an Zulauf u.s.w. geändert werden muss.

  5. Dave
    15. Juni 2015 at 18:04

    An Heinz Förster:
    Der MDK hat sie „belogen“.
    Eine reine „Bettpflege“ ist möglich. Duschen nicht „erforderlich“.
    Man wollte ihnen einfach kein Geld geben, punkt.
    Hätten sie sich lieber an ihre Krankenkasse gewand.

    Der MDK ist sehr „hart“ und „unfair“ und hat sie in diesem Fall einfach ein wenig belogen. Natürlich steht ihnen solch ein recht günstiger Umbau zu, eben so die Bezuschussung.

    Da sie aber beim MDK waren und jener die letzte Instanz ist, müssen sie nun klagen. Der Ablehnungsgrund ist einfach die Lebenserwartung ihrer Schwiegermutter.
    Mit 100 wirdman nicht lange die bezuschusste Umbaute nutzen können.

    Ich empfehle ihnen schlicht zum Hausarzt zu gehen und ihm zu erklären, dass sie eine Empfehlung brauchen für den Badumbau, da eine reine „Bettwäsche“ aus hygienischen Gründen nicht umsetzbar ist.
    Mit dieser Empfehlung legen sie Einspruch gegen das „Urteil“ des MDK ein.

    Sollte weiterhin eine Weigerung erfolgen, weden sie sich an einen Fachanwalt.

    Noch besser wäre, wenn sie sich umgehend beim SOVD anmelden.
    Die dortigen Anwälte kosten sie pro Jahr knappe 80€ (Stand 2012) und für ein komplettes Anwaltsteam aus allen(!) Bereichen kommen pro Fall nur so viel Kosten auf wie sonst für einen einzigen Anwalt.

  6. 1. April 2015 at 11:23

    Um den Umbau bezuschusst zu bekommen, muß eine Pflegestufe vorliegen. Wenn diese vorliegt, ist es mir allerdings unverständlich, warum die Kostenübernahme abgelehnt wird. Wir hatten diesen Fall ganz speziell in unserer eigenen Familie und die Bezuschussung wurde anstandslos genehmigt. Leider haben wir immer wieder schon mitbekommen, daß der „Genehmigungswille“ von Krankenkassen zu Krankenkasse ganz unterschiedlich ist. Ich empfehle Ihnen, sich mit einem Pflegestützpunkt, dem Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit oder gar einem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen.
    Anlaufstellen die weiterhelfen können, habe ich in meinem Beitrag „https://www.pflege-durch-angehoerige.de/2014/12/09/ploetzlich-pflegefall-checkliste-was-ist-zu-tun-und-wer-hilft-weiter/

  7. Heinz Förster
    1. April 2015 at 10:44

    Wir haben meine Schwiegermutter von 100 Jahren in unserem Hause. Die Pflege erfolgt durch die Familie. Da ein Baden in der Badewanne nicht möglich ist, haben wir beschlossen unser Bad behinderten gerecht umzubauen d.h. die Badewanne wird rausgerissen und eine begehbare Dusche eingebaut.
    Heute war der Medizinische Dienst diesbezüglich da. Nun mußte ich erfahren, dass es bei der Pflege nicht um das Duschen geht. Die Versorgung kann auch im Bett erfolgen. Was soll dann, die so groß aufgemachte Aktion der Erhöhung auf 4.000 € für bauliche Maßnahme, wenn mit solchen Hintertürchen gleichzeitig eine Ablehnung erfolgt? Können Sie mir weiterhelfen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Heinz Förster

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