Pflege von bettlägerigen Menschen – Tipps für Angehörige

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Die häusliche Pflege von bettlägerigen Verwandten kann eine physische und psychische Belastung darstellen – nicht nur für pflegende Angehörige sondern auch für die Pflegebedürftigen selbst.

Trotzdem stellt sich die Mehrheit der Betroffenen dieser Herausforderung: 

Laut Statistik werden über 70 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland von Angehörigen versorgt. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte sich vorab informieren, welche Hilfsmittel es gibt, um Pflegenden und Patienten das Leben so leicht und angenehm wie möglich zu gestalten.

Pflege ist für die Betroffenen und auch die Angehörigen eine enorme Belastung – doch was lässt sich tun, um die Situation für die pflegebedürftigen Personen in der Familie zu verbessern?

Bettwäsche und Jahreszeiten

Da das Bett für pflegebedürftige Menschen ihre ständige Umgebung ist, sollte es optimal den Bedürfnissen angepasst werden. Das beginnt bei der richtigen Bettwäsche, die Temperaturen ausgleicht und hygienische Verhältnisse gewährleistet:

Bettwäsche:

Bei der Bettwäsche ist Baumwolle das Material erster Wahl: Sie ist atmungsaktiv, nimmt viel Feuchtigkeit auf und ist kochfest. So wird neben einem angenehmen Klima insbesondere die einwandfreie Hygiene für den Bettlägerigen garantiert.

Baumwolle hat viele Gesichter, die – so wie es Witt-Weiden formuliert – je nach Jahreszeit den Temperaturbedürfnissen optimal entsprechen. Glatte Gewebe bis hin zu Baumwoll-Satin kühlen die Haut im Sommer angenehm und sind dabei trotzdem pflegeleicht. Für den Winter ist Baumwoll-Flanell und Biber-Bettwäsche geeigneter, da die flauschigen Textilien den Körper angenehm wärmen.

Kunstfaserbettwäsche ist nur dann sinnvoll, wenn sie bei mindestens 60 Grad in der Maschine waschbar ist. Für Dekubitus-Patienten stellt die medizinische Produktentwicklung spezielle Kunstfaser-Bettlaken bereit, die die Entwicklung von Druckstellen mindern sollen.

Durch optisch ansprechende und komfortable Bettwäsche lässt sich die häusliche Pflege dazu nutzen, eine gewisse „Krankenhausatmosphäre“ zu vertreiben.

 

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Kissen und Bettdecken:

Insbesondere wenn Menschen die meiste Zeit des Tages in liegender Position verbringen, muss auf das Erhalten einer ergonomischen Körperposition geachtet werden. Im Falle des Kissens bedeutet das die optimale Unterstützung für die Halswirbelsäule, die durch ein spezielles Nackenstützkissen erreicht werden kann.

Als Inlays für Bettdecken pflegebedürftiger Personen eignet sich Kunstfaser am besten – Decken und Kissen sind bei Bedarf auf 90 Grad in der Maschine waschbar.

Matratze:

Matratzen müssen garantieren, dass der Körper des Pflegebedürftigen gelenk- und wirbelsäulenschonend gelagert werden kann. Besteht die Gefahr von Druckstellenbildung, sind sogenannte Anti-Dekubitusmatratzen angesagt: Sie verringern durch ihr spezielles Material den Druck auf das Gewebe.

Bei Inkontinenzproblemen sollte die Matratze zusätzlich mit einer speziellen, saugenden Auflage ausgestattet werden. Bettbezüge mit einer Gummierung auf der Unterseite schützen die Matratze vor Feuchtigkeit. 

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Das richtige Bett

Ein passendes Bett erleichtert die häusliche Pflege entscheidend. Ein professionelles Pflegebett ist in vielen Aspekten verstellbar, so dass Waschen, Essen und Aufstehen optimal unterstützt werden.

Wenn entsprechende Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind, erstatten die gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern die Anschaffung eines Pflegebettes. Wie Sie ein Pflegebett beantragen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Liegefläche anpassen:

Die Liegefläche eines Pflegebettes lässt sich sowohl im Ganzen auf- und absenken, wie auch in Teilbereichen verstellen. Ein Erhöhen des Kopfendes macht das Essen angenehmer und ein angehobenes Fußteil ermöglicht eine Lagerung, die den Kreislauf und die Lendenwirbelsäule stabilisiert.

 

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Der Lattenrost lässt sich dabei per Fernbedienung über einen Elektromotor in die gewünschte Position bewegen. In manchen Fällen kann auch die Anbringung eines Seitengitters angezeigt sein, damit unruhige Patienten nicht aus dem Bett fallen. Doch Vorsicht: Bettgitter können zu den freiheitsentziehenden Maßnahmen gehören.

Ausstieg erleichtern:

Ein Pflegebett oder ein Bett mit erhöhter Liegefläche helfen dem Pflegebedürftigen beim Aufstehen, wenn es nötig und möglich ist. Bei Menschen mit Demenz sollten hingegen Niederflurbetten zum Einsatz kommen. Zudem kann man über eine Aufrichthilfe, der bettlägerigen Person die Möglichkeit geben, sich mithilfe des Triangel-Griffs bei Bedarf selbst aufzurichten.

Design:

Die meisten Pflegebetten verströmen in ihrer Aufmachung die typische Krankenhausatmosphäre. Wer das im gemütlichen Schlafzimmer als störend empfindet oder wer sich nicht gleich ein neues Möbelstück zulegen möchte, der kauft einen speziellen Pflegerost für das vorhandene Bett. Der Lattenrost kann über Hydraulik in die erforderlichen Stellungen gebracht werden und passt sogar auf eine Seite eines vorhandenen Doppel-Ehebettes.

Auf diese Weise wird in der Umgebung optisch nichts verändert und der gewählte Einrichtungsstil bleibt bestehen.

Weitere Tipps

Diese weiteren Geräte und Hilfsmittel tragen dazu bei, den Alltag in der Pflege möglichst gut meistern zu können:

  • Spezielle Lagerungskissen und Lagerungsrollen helfen bei der Linderung von körperlichen Beschwerden und unterstützen auch die Pflegenden bei der täglichen Körperpflege.
  • Schutzbekleidung wie ein Mundschutz, Fingerlinge oder Einmalhandschuhe bewahren Personen mit geschwächtem Immunsystem vor übertragbaren Infektionen. Gleiches gilt für Hand- und Flächendesinfektionsmittel. Pflegebedürftige haben daher jeden Monat Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro. Hierunter fallen auch saugende Auflagen, Fingerlinge, Mundschutz, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel.
  • Rollstühle, Gehwagen, Rollatoren oder Gehgestelle können dem Pflegebedürftigen über einen gewissen Zeitraum helfen, die noch bestehende Mobilität nicht zu verlieren.
  • Waschutensilien wie ein aufblasbares Haarwaschbecken machen die Körperpflege auch bei Personen möglich, die zu hundert Prozent bettlägerig sind. Für eine Ganzkörperwaschung im Bett werden täglich aufs Neue mehrere Waschhandschuhe, Handtücher, eine Waschschüssel und Pflegeprodukte benötigt. Die mit vielen Berührungen verbundene Ganzkörperpflege kann anfangs auf beiden Seiten Hemmungen auslösen. Mit wachsender Routine und betonter Lockerheit können sich Pflegende und Angehörige an die ungewohnte Situation gewöhnen – ansonsten sollten Betroffene speziell für die Körperpflege den Service eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen.

 

  • Um schnell Hilfe in Notfällen zu erhalten, lohnt es, die Wohnung des Pflegebedürftigen mit einem Hausnotrufsystem auszurüsten. Bei bestimmten Voraussetzungen übernimmt auch diese Investition die Krankenversicherung. Bei den meisten Systemen trägt der Pflegebedürftige einen Funksender um den Hals oder an einem Armband, der auf Knopfdruck Alarm auslöst. Über eine Freisprechanlage wird dann eine Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt, die sich dem Anliegen annehmen kann. Neben diesen Systemen sind auch Varianten verfügbar, bei denen bis zu 10 frei wählbare Nummern eingespeichert werden können, um gegebenenfalls Angehörige zu erreichen. Notrufsysteme sind vor allem für Pflegebedürftige geeignet, die ihre geistige Klarheit bewahrt haben. Menschen mit Demenz sind kaum in der Lage, selbst zu entscheiden, wann sie Hilfe benötigen.
  • Wurden die beantragten Hilfsmittel abgelehnt, kann innerhalb der angegebenen Frist Widerspruch eingelegt werden.

Fazit

Es gibt eine Vielzahl an Hilfsmitteln und Möbelstücken die die häusliche Pflege ungemein erleichtern. Trotzdem sollten große Umbauten und Anschaffungen wie die eines professionellen Pflegebettes gut überlegt werden. In manchen Fällen wirkt es sich positiv aus, möglichst wenig in der Umgebung des Pflegebedürftigen zu verändern, in anderen Fällen bedeuten Hilfsmittel eine dringend nötige Unterstützung der pflegenden Angehörigen.

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2 comments for “Pflege von bettlägerigen Menschen – Tipps für Angehörige

  1. 1. August 2016 at 19:43

    Was meinen Sie damit, was es in Österreich nicht gibt?

  2. Pöschl Gudrun
    1. August 2016 at 9:13

    In Österreich gibt es das nicht oder????

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