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Pflegedienst ⇒ Aufgaben, Besonderheiten & Finanzierung

Pflegedienst ⇒ Aufgaben, Besonderheiten & Finanzierung

Immer noch schrecken viele Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen davor zurück, einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch zu nehmen. Dabei könnte dieser sowohl physische als auch psychische Entlastung bringen. Für pflegende Familienmitglieder ist es wichtig, sich kürzere und längere Auszeiten zu nehmen. Dabei können Pflegedienste sehr hilfreich sein.

 

 

Definition ambulanter Pflegedienst

Was ist ein häuslicher Pflegedienst oder welche Aufgaben übernimmt er? Für Menschen die sich zum ersten Mal mit dem Thema Pflege auseinandersetzen müssen, sind die Aufgaben der Pflegedienste nicht immer ganz klar.

Mobile Pflegedienste sind Dienstleistungserbringer im Gesundheitswesen. Ausgebildete Fachkräfte übernehmen pflegerische und/oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten bei den Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld.

Es wird prinzipiell unterschieden zwischen:

  • Häusliche Pflege → Diese setzt voraus, dass ein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt. Ohne Pflegegrad keine häusliche Hilfe. Die Pflege zuhause wird über die Pflegeversicherung beantragt und auch mit dieser abgerechnet.
  • Häusliche Krankenpflege (HKP) → Diese beinhaltet in der Regel andere Pflegehandlungen und wird von der Krankenversicherung bezahlt. Die Krankenpflege wird über den Arzt verordnet. Sie dient auch dazu, den Hausarzt zu entlasten, da einige Pflegetätigkeiten vom mobilen Pflegedienst ausgeführt werden können, anstatt vom Arzt. Die Hauskrankenpflege wird auch häufig zur Verkürzung oder Vermeidung eines stationären Krankenhausaufenthaltes verordnet.

 

Welche Aufgaben übernehmen mobile Pflegedienste?

Der Pflegedienstleister übernimmt die pflegerische Versorgung bei kranken und hilfebedürftigen Menschen zu Hause. Das heißt, die Pflegehandlungen werden nicht in einem Pflegeheim vorgenommen, sondern in den eigenen vier Wänden des Patienten.

Folgende Aufgaben werden übernommen:

 

 icon-plus Grundpflege / Körperpflege

Die Grundpflege umfasst unter anderem folgende Aufgaben:

  • Körperpflege: Große Toilette und kleine Toilette – also Duschen, Waschen, Baden, Hilfe beim Toilettengang, Zahnpflege, Rasieren und Kämmen.
  • Ernährung: Hilfe beim mundgerechten Zubereiten der Nahrung sowie Anreichen und Hilfe beim Einnehmen der Mahlzeiten.
  • Mobilität: Hilfe und Unterstützung beim Treppensteigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung, An- und Ausziehen, Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, Stehen und Gehen.

 

 icon-plus Hauswirtschaftliche Hilfe

Zu den hauswirtschaftlichen Aufgaben gehören:

  • Betten beziehen, Putzen von Wohnung und Fenster, Wohnung aufräumen, Beheizen der Wohnung, Zubereitung von Mahlzeiten, Untersützung des Hilfebedürftigen bei der täglichen Verrichtung des Haushalts, Einkaufen oder auch Begleitung des Pflegebedürftigen bei Einkäufen usw.

 

 icon-plus Ambulante Behandlungspflege

Die Behandlungspflege ist für den Laien in etwa zu vergleichen mit den Aufgaben einer Krankenschwester im Krankenhaus. Zur Behandlungspflege gehören:

 

 icon-plus Wahl- und Serviceleistungen

Die Wahl- und Serviceleistungen KANN ein Pflegedienst anbieten, muss es aber nicht. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Vermittlung von Serviceleistungen wie Essen auf Rädern, Fahrdienste, Reinigungsdienste usw. Die Betreuung von Haustieren und Zimmerpflanzen während eines Krankenhausaufenthaltes usw., Vermittlung von Gesprächskreisen oder Selbsthilfegruppen, Vermittlung von ehrenamtlichen Mitarbeitern usw.

Mit einem Pflegedienst soll erreicht werden, dass die Familienmitglieder entlastet und der pflegebedürftige Mensch so lange wie möglich zu Hause in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben kann. Vielen älteren Menschen wird damit das Altenheim erspart.

 


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Welche pflegerischen Bereiche decken mobile Pflegedienste ab?

Nicht nur alte Menschen können pflegebedürftig werden. Bereits Neugeborene können die Hilfe eines Pflegedienstes benötigen, ebenso junge Erwachsene, die vielleicht nach einer schweren Krankheit zu Hause noch weiter gepflegt werden müssen, wodurch der eigentliche Krankenhausaufenthalt verkürzt werden kann.

Das Tätigkeitsfeld eines Pflegedienstes ist sehr umfangreich. Neben der regulären Alten- oder Krankenpflege haben sich viele Anbieter noch auf andere Bereiche spezialisiert. Sie verfügen dann in der Regel auch über Personal, das speziell für die besonderen Anforderungen ausgebildet ist, wie z.B.

 

  • Ambulante Altenpflege im Rahmen der klassischen häuslichen Pflege
  • Häusliche Krankenpflege.
  • Mobile Familienpflege, wenn vorübergehend kein Familienmitglied in der Lage ist, die Betreuung der Familie zu gewährleisten.
  • Kinderpflegedienste für die Betreuung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen die eine intensivmedizinische Betreuung benötigen. Häufig ist hier eine 24 Stunden-Betreuung nötig.
  • Mobile psychiatrische Pflege zur Verkürzung oder Vermeidung von stationären psychiatrischen Aufenthalten.
  • Ambulante gerontopsychiatrische Pflege als schnelle psychiatrische Hilfe für alte Menschen und hilft bei der Bewältigung von Krisensituationen.
  • Ambulante Hospizpflege, Palliativpflege. Ein guter Dienstleister betreut die Sterbenden während der letzten Lebensphase als auch die Angehörigen bei der Trauerverarbeitung.
  • außerklinische Intensivbetreuung. Betreuung zu Hause anstatt im Krankenhaus.
  • Urlaubspflege, Verhinderungspflege und stundenweise Verhinderungspflege.
  • Tagespflege. Einige Pflegedienste bieten auch Tagespflege als teilstationäre Pflege an. Die Tagespflege findet dann in der Einrichtung des Anbieters statt.

Ziel ist es, den Pflegebedürftigen zu fördern und zu mobilisieren und nur da zu helfen, wo wirklich Hilfe notwendig ist. Dem Patienten soll so lange und so weit wie möglich die Selbstständigkeit erhalten bleiben.

 

Wie oft kommt ein Pflegedienst?

Ähnlich wie bei den Kosten für den Pflegedienst kann auch die Häufigkeit der Pflegeeinsätze nicht global bestimmt werden. Wie häufig am Tag, in der Woche oder im Monat diese Dienstleistung benötigt wird, hängt von der persönlichen Pflegesituation ab. In der Regel jedoch selten mehr als 3 Mal am Tag.

Eine Ausnahme sind Schwerstpflegebedürftige wie zum Beispiel intensivpflegebedürftige Patienten im Wachkoma. Hier kann dann auch eine 24-Stunden-Pflege (Rund-um-die-Uhr-Betreung) zum Einsatz kommen.

 

Was kostet der Pflegedienst?

Die Kosten für den Pflegedienst sind abhängig von den zu erbringenden Pflegetätigkeiten und der Häufigkeit der Pflegeeinsätze. Manche Pflegebedürftige benötigen nur 1 oder 2 mal die Woche Hilfe, wie zum Beispiel beim Duschen. Schwerstpflegebedürftige hingegen können 3 bis 4 mal am Tag die Hilfe eines Pflegedienstes benötigen.

Deshalb kann man nicht pauschal sagen, welche Kosten auf Sie zukommen. Lassen Sie sich aber auf alle Fälle ein schriftliches Angebot geben, bevor Sie den Pflegedienst beauftragen.

 

 

Außerdem können Ihnen sogenannte Investitionskosten in Rechnung gestellt werden. Das ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.

Mit den Investkosten deckt der Pflegedienst seine Kosten für Miete, Leasing, Abschreibung, Instandhaltungskosten usw. In der Regel ist ein pauschaler Betrag pro Woche für die Investitionskosten zu bezahlen. Diese Kosten übernimmt die Pflegekasse nicht und müssen deshalb von Ihnen selbst getragen werden.

 

So wird der Pflegedienst finanziert

Bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 bis 5 übernimmt die Pflegeversicherung die Pflegedienstkosten bis zu einem Höchstbetrag. Diese Kosten heißen übrigens im Pflegeversicherungs-Deutsch Pflegesachleistungen.

Die Finanzierung des Pflegedienstes sieht folgendermaßen aus:

  • Sie nehmen den Pflegedienst in Anspruch und schöpfen das gesamte Pflegesachleistungs-Budget aus ⇒ dann erhalten Sie KEIN Pflegegeld.
  • Sie schöpfen das Pfelgesachleistungs-Budget nicht voll aus ⇒ dann kann ein ANTEILIGES Pflegegeld beantragt werden. Man spricht dann von einer Kombinationspflege. Wie sich das Pflegegeld dann berechnet, lesen Sie bitte hier: Kombinationspflege: Pflegegeld und Pflegesachleistung als Kombinationsleistung beantragen.
  • Überschreiten die Pflegedienstkosten den Höchstbetrag der Pflegesachleistungen, müssen Sie in der Regel diesen Mehrbetrag selbst bezahlen.
  • Und zu guter Letzt: Sie pflegen zu Hause OHNE Hinzuziehung eines Pflegedienstes: Dann erhalten Sie das Pflegegeld in voller Höhe.

Die Höhe des Pflegegeldes bei Kombinationspflege können Sie mit meinem kostenlosen Pflegegeldrechner ausrechnen lassen.

icon-book Lese-TiPP: Pflegegeld – Was Sie wissen und beachten sollten.

 

Beispielrechnung für die Abrechnung des Pflegedienstes

Herr Müller ist pflegebedürftig und hat den Pflegegrad 3. Er hat somit folgenden Anspruch:
⇒ 1.298 Euro Pflegesachleistungen oder
⇒    545 Euro Pflegegeld.

 

Zu folgenden Zeiten wurde die Dienstleistung benötigt:

  • Im Januar hat Herr Müller die Sachleistungen in voller Höhe ausgenutzt. Deshalb bekam er KEIN Pflegegeld.
  • Im Februar war Herr Müller teilweise im Krankenhaus und hat nur 400 Euro Pflegesachleistungen in Anspruch genommen. Er erhielt ein ANTEILIGES Pflegegeld in Höhe von 377,05 Euro
  • Im Mai war Herr Müller den ganzen Monat über in einer medizinischen Reha und hat den Pflegedienst nicht benötigt. Er erhielt das UNGEKÜRZTE Pflegegeld in Höhe von 545 Euro.

 

 icon-exclamation-triangle Das o.g. Beispiel zeigt, dass es wichtig ist, immer eine Kombinationspflege bei der Pflegekasse zu beantragen. Damit ist gewährleistet, dass Sie zumindest ein anteiliges Pflegegeld erhalten, wenn die Pflegesachleistungen aus irgend einem Grund nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen werden.

 

Wieviel Pflegegeld bzw. Pflegesachleistungen erhalte ich?

Das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen sind abhängig vom Pflegegrad. Je größer die Pflegebedürftigkeit umso höher das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen. Das Pflegegeld ist für den Pflegebedürftigen. Mit den Pflegesachleistungen wird der Pflegedienst bezahlt – und zwar direkt über die Pflegekasse.

Folgende Gelder stehen Ihnen zu:

Pflegegrad Pflegesachleistung Pflegegeld
Pflegegrad 1  0 €uro  0 €uro
Pflegegrad 2 689 €uro 316 €uro
Pflegegrad 3 1.298 €uro 545 €uro
Pflegegrad 4 1.612 €uro 728 €uro
Pflegegrad 5 1.995 €uro 901 €uro

 

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Wer pflegebedürftig ist und einen Pflegegrad 2 bis 5 hat, erhält Pflegesachleistungen bis zu einem Höchstbetrag je Pflegegrad. Die Pflegesachleistungen werden von der Pflegekasse bezahlt. Es muss ein Antrag gestellt werden.

Wer allerdings nur einen Pflegegrad 1 hat, bekommt die Kosten des Pflegedienstes nicht erstattet.

Andererseits erhalten kranke Menschen ohne Pflegegrad bei Notwendigkeit die Kosten einer Hauskrankenpflege erstattet. Die mobile Krankenpflege ist oftmals nach einem Krankenhausaufenthalt angebracht.

 

Entscheidung für oder gegen einen Pflegedienst

Viele fragen sich, ob sie einen Pflegedienst für die Pflege zu Hause mit ins Boot nehmen sollen oder nicht. Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, dafür gibt es keine allgemeingültige Antwort, denn jede Pflegesituation ist individuell und anders.

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, habe ich Ihnen einige Vor- und Nachteile aufgelistet.

 

icon-plus Vorteile eines Pflegedienstes

  • Die Pflegepersonen wird entlastet. Das gibt etwas Unabhängigkeit und persönliche Freizeit zurück.
  • Wenn Sie Fragen zur Betreuung und zu Pflegeverrichtungen haben, steht Ihnen in der Regel ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung, der Ihnen weiterhilft. Das gibt Ihnen mehr Sicherheit bei der Betreuung des Pflegefalls.
  • Die Einweisung in ein Pflegeheim kann vermieden oder zumindest hinausgeschoben werden. Der Senior kann also länger oder für immer zu Hause in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben.
  • Der hilfebedürftige Mensch ist in der Regel optimal medizinisch und pflegerisch versorgt. Ein guter Pflegedienstmitarbeiter kann schon früherkennen, ob sich vielleicht ein Dekubitus ankündigt und kann vorbeugend handeln. Außerdem können die Mitarbeiter gut abschätzen, ob weitere Hilfsmittel benötigt werden und kann diese auch gleich beantragen. Damit sind die Pflegenden meist überfordert, da ihnen das Wissen fehlt. Die Verantwortung der Pflege liegt somit nicht nur auf dem Pflegenden alleine.
  • Der Pflegedienst muss eine Pflegedokumentation erstellen. Diese Dokumentation ist unter anderem auch erleichternd bei Arztbesuchen oder Krankenhauseinweisungen. So weiß der behandelnde Arzt, welche Krankheiten vorliegen und welche Maßnahmen durchgeführt wurden.
  • Krankenhausaufenthalte können verkürzt oder sogar vermieden werden.
  • Als Pflegeperson werden Sie pflegerisch angeleitet und individuell auf die persönliche Situation geschult. Familienmitglieder, von z.B. demenziell veränderten Menschen können darauf geschult werden, wie sie mit dem Erkrankten umgehen und ihn besser verstehen. Oder Sie erhalten Anweisungen, wie Sie kräfteschonend den hilfebedürftigen lagern usw. Nehmen Sie diese Beratungen unbedingt in Anspruch.
  • Alternativ können Sie aber auch bei unserer kostenlosen Pflegeberatung eine individuelle Pflegeschulung – direkt bei Ihnen zu Hause – anfordern.

 

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icon-plus  Nachteile eines Pflegedienstes

  • Es sind ständig fremde Personen in der Wohnung.
  • Unter Umständen häufiger Wechsel des Pflegepersonals. Der Pflegebedürftige muss sich immer auf eine andere Person einstellen.
  • Die Flexibilität aller leidet. Es muss immer auf die Zeiten des Pflegedienstes Rücksicht genommen werden. Auch wenn feste Zeiten festgelegt sind, können sich diese immer mal um eine halbe Stunde oder mehr verschieben.
  • Das Pflegegeld wird anteilig gekürzt oder ganz gestrichen.
  • Je nach Bundesland werden Ihnen Investitionskosten in Rechnung gestellt. Diese müssen prinzipiell immer vom Pflegebedürftigen bezahlt werden.
  • Die Beitragszahlungen der Pflegekasse zur Rentenversicherung werden gekürzt.

 

Welcher Pflegedienst ist der richtige?

Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen den Pflegediensten. Zum einen in der Qualität, Freundlichkeit oder Zuverlässigkeit der Mitarbeiter. Zum anderen aber auch im Leistungsspektrum. Nicht jeder Pflegedienst bietet die gleichen Leistungen an.

Deshalb ist es wichtig dass sie prüfen, ob der von Ihnen ausgewählte Pflegedienst überhaupt in der Lage ist, die geforderte Leistung zu erbringen. So hat zum Beispiel nicht jeder Pflegedienst ein ausgebildetes Personal für die Palliativpflege. Und gerade die letzten Tage und Wochen eines sterbenden Menschen sollten doch von einer guten und fachlich kompetenten Pflegeperson begleitet werden.

Auch wer ein pflegebedürftiges Kind hat sollte sich genau erkundigen, ob der ausgesuchte Pflegedienst für Kinderkrankenpflege geeignet ist.

Ein vager Anhaltspunkt für die Pflegequalität eines Pflegedienstes sind die Pflegenoten, die der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) den Pflegediensten vergibt.

icon-book Lese-TiPP: Checkliste Auswahl Pflegedienst

 

Was tun, wenn der Pflegebedürftige keinen Pflegedienst will?

Manche Angehörige haben ein schlechtes Gewissen, wenn Sie die Fürsorge des Hilfebedürftigen nicht vollkommen selbst übernehmen. Aus reinem Pflichtbewusstsein wird dann kein Pflegedienst in Anspruch genommen. Das geht aber womöglich stark an die Belastungsgrenze der Betreuungsperson.

Ein weiteres großes Problem kann auf die Familie zukommen, wenn der Senior sich weigert, dass die Pflegemaßnahmen durch einen Pflegedienst durchgeführt wird. Manche pflegebedürftige Menschen beharren darauf, dass sie ausschließlich von einem Angehörigen gepflegt werden. Das kann jedoch auf Dauer zu Überforderungen führen.

Für Pflegebedürftige kann der Einsatz einer fremden Pflegeperson ganz unterschiedliche Gefühle auslösen:

Angst davor

  • dass die Kosten nicht bezahlt werden können,
  • von fremden Menschen ausgezogen oder im Intimbereich gewaschen zu werden,
  • fremde Personen in der Wohnung zu haben usw.

Je genauer man weiß, welche Bedenken der Hilfebedürftige hat, umso besser kann man darauf eingehen und gegensteuern.

Ein guter Pflegedienst kennt sich mit diesen Problematiken aus und versucht entsprechend auf den Pflegebedürftigen einzugehen, so dass der Pflegebedürftige doch noch den Pflegedienst zulässt und dieser seine Arbeit verrichten kann.

 

Wer beauftragt den Pflegedienst?

Pflegedienste sind eine gute Alternative um die Familie bei der täglichen Patientenpflege zu entlasten

Prüfen Sie, ob der Pflegedienst auch Ihren pflegerischen Anforderungen entspricht, denn jeder Anbieter hat unterschiedliche Schwerpunkte, wie z.B. Palliativpflege, Kinderpflege usw.

 

Die Beauftragung erfolgt über die pflegenden Angehörigen oder den Pflegebedürftigen selbst. Sie haben die freie Wahl, welchen Anbieter Sie beauftragen. Wenn Sie wissen, dass Sie in naher Zukunft einen Pflegedienst benötigen, sollten Sie sich jedoch schon frühzeitig nach einem passenden Unternehmen umsehen, da es auch hier oft Wartelisten gibt und für längere Zeit gar niemand mehr aufgenommen wird.

Wichtig: Die Chemie zwischen Pflegendem und Pflegebedürftigem muss stimmen. Keinesfalls darf die Lebensqualität des Pflegefalls unter unzumutbaren Pflegebedingungen leiden.

Mehr über die Auswahl des richtigen Pflegedienst erfahren Sie hier: Die Wahl des richtigen Pflegedienstes.

 

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Wer arbeitet in einem Pflegedienst?

Je nach Größe des Pflege-Teams werden vermutlich unterschiedlich qualifizierte Mitarbeiter für die Pflege eingesetzt werden. Die Qualifikation des Personals ist auch maßgeblich davon abhängig, welche Leistungen der Pflegedienst anbietet. Denn hier gibt es große Unterschiede. Nicht jeder Pflegedienst bietet die gleichen Leistungen an.

Da das Personal für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt wird, wird auch Personal mit unterschiedlichen Qualifikationen benötigt. So kann es sein, dass ein Pflegedienst Pflege- und Pflegehilfspersonal, Gesundheits- und Krankenpfleger (das waren früher Krankenschwester und Krankenpfleger), Altenpfleger, Pflegeschüler, Altenpflegehelfer, spezialisierte Pflegekräfte für Intensivpflege oder Palliativpflege usw. beschäftigen.

 

Dokumentation und Leistungsnachweise

Auf Basis des Pflegevertrages werden die Pflegemaßnahmen an der zu pflegenden Person festgelegt. Das Pflege-Team muss die Pflegehandlungen in einer Pflegedokumentation festhalten. In der Pflegedokumentation werden auch alle gesundheitlichen Veränderungen festgehalten. Diese Dokumentation bleibt bei Ihnen zu Hause.

Ferner liegt in der Pflegedokumentation ein Leistungsnachweis. Hier tragen die Pflegedienstmitarbeiter nach jedem Einsatz ein, welche Leistungen durchgeführt wurden. Auf Basis dieser Leistungsnachweise erfolgt dann auch die Pflegeabrechnung.

Die Dokumentationen können auch wichtig für mitbehandelnde Ärzte und Einrichtungen sein. Wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger also zum Arzt geht oder ins Krankenhaus eingeliefert wird, sollten Sie vorsichtshalber die Pflegedokumentation mitnehmen, damit sich der Arzt schnellstmöglich einen Überblick verschaffen kann.

 

Was beinhaltet das Erstgespräch?

Ein guter Pflegedienst bietet Ihnen ein kostenloses Erstgespräch, quasi ein Kennenlerngespräch an. Danach können Sie entscheiden, ob Sie diesem Pflegeunternehmen vertrauen und dann auch einen Pflegevertrag unterschreiben.

Das Erstgespräch kann in den Räumen des Pflegedienstes, in einer Rehaeinrichtung oder im Krankenhaus stattfinden, genauso aber auch bei Ihnen zu Hause, was sinnvoll ist, weil dann die Pflegesituation besser eingeschätzt werden kann.

 

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Die Pflegedienstleitung wird das Unternehmen und die Dienstleistungen vorstellen und mit Ihnen individuell den persönlichen Hilfebedarf besprechen.

Beim Erstgespräch wird oft auch schon der Bedarf an Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln besprochen, damit dann nach Vertragsunterzeichnung die Beantragung der benötigten Hilfsmittel durch den Pflegedienst erfolgen kann.

Beim Erstgespräch sollte man Ihnen folgende Unterlagen aushändigen:

  • Einen Pflegevertrag, den Sie jedoch erst unterschreiben, wenn Sie sich tatsächlich für dieses Unternehmen entschieden haben. Der Pflegevertrag sollte alle Leistungen beinhalten, die Sie beauftragen möchten. Lassen Sie sich erklären, welche Positionen durch die Pflegekasse abgedeckt werden und welchen Betrag Sie selbst noch zu erbringen haben.
  • Bei gleichzeitiger Inanspruchnahme von Pflegegeld und Pflegesachleistungen sollten Sie eine Kombinationsleistung beantragen.
  • Eine Preisliste mit einem allgemeinen Leistungskatalog.
  • Einen Flyer oder eine Imagebroschüre über das Unternehmen sowie eine Auflistung Ihrer Ansprechpartner.

icon-book Lese-TiPP: Checkliste: Darauf sollten Sie bei ambulanten Pflegeverträgen achten.

 

Pflegedienst kündigen – Was ist zu beachten?

Ein Pflegedienstvertrag beinhaltet in der Regel zwei Kündigungsfristen.

  1. Kündigungsfrist des Pflegebedürftigen gegenüber dem Pflegedienst

Prinzipiell kann der Pflegebedürftige den abgeschlossenen Vertrag für die pflegerische Betreuung innerhalb der ersten 14 Tage nach dem ersten Pflegeeinsatz fristlos kündigen.

Oftmals werden in den Pflegeverträgen Kündigungsfristen von zum Beispiel 2 oder 4 Wochen vorgegeben. Diese Kündigungsfrist ist jedoch nicht gesetzeskonform. Siehe dazu das Urteil vom 09.06.2011 III ZR 203/10 des Bundesgerichtshofes.

Der Pflegevertrag und die darin enthaltene Grundpflege ist keine normale Dienstleistung sondern ein „Dienst höherer Art“. Das bedeutet, dass hier ein sehr großes Vertrauensverhältnis zwischen Hilfebedürftigem und Pflegepersonal vorhanden sein muss. Wird dieses gestört, ist es dem Pflegenden nicht zuzumuten, die Pflegekraft so lange „ertragen“ zu müssen, wie die Kündigungsfrist des Pflegevertrages wäre.

 icon-exclamation-triangle Deshalb gilt: Ein Pflegevertrag ist mit sofortiger Wirkung kündbar, unabhängig davon, welche Kündigungsfrist im Pflegevertrag steht.

Ich empfehle Ihnen, den Pflegevertrag gleich so schreiben zu lassen, dass sie jederzeit ohne Angabe von Gründen mit sofortiger Wirkung kündigen können. Damit gehen Sie allen Unannehmlichkeiten aus dem Weg.

Der Pflegedienstvertrag muss nicht gekündigt werden, wenn der Pflegebedürftige vollstationär zum Beispiel im Krankenhaus, in einer Rehamaßnahme oder in einer stationären Pflegeeinrichtung zur Kurzzeitpflege untergebracht ist. Der Pflegevertrag ruht dann quasi.

 

  1. Kündigungsfrist des Pflegedienstes gegenüber dem Pflegebedürftigen.

Hier macht es durchaus Sinn, eine Kündigungsfrist von 4 oder 6 Wochen zu vereinbaren. Es wäre nämlich schlecht, wenn Ihnen der mobile Pflegedienst von einem Tag auf den anderen kündigt und Sie plötzlich keinen Pflegedienst mehr haben. Zumal es mancherorts sehr schwierig ist, auf die Schnelle einen Pflegedienst zu bekommen.

 

Musterbrief Kündigung Pflegevertrag

Mit diesem Musterschreiben können Sie Ihren Pflegedienst kündigen. Wenn Sie das Schreiben direkt übergeben, sollten Sie es vom Pflegedienst unterschreiben lassen. Eine weitere Möglichkeit ist auch, dass Sie die Kündigung per Fax schicken und sich eine entsprechende Sendemitteilung ausdrucken lassen.

Sie sollten aber auf alle Fälle vorab mündlich kündigen und dem Pflegedienst Bescheid geben, dass Sie die Pflegeleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen möchten. Sie müssen keine Gründe angeben. Weder bei einer mündlichen noch bei einer schriftlichen Kündigung.

 

Musterbrief für die Kündigung des Pflegedienstes

Name des Antragstellers, Straße, PLZ und Ort

 

Anschrift des Pflegedienstes
Straße
PLZ und Ort

Datum

 

Pflegevertrag vom ….. (Datum des Vertrags einsetzen)
Pflegevertrag für: ….. (Name und Anschrift der zu pflegenden Person einsetzen)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich fristlos und mit sofortiger Wirkung den Pflegevertrag Nr. ….. vom …. für …. (Name des Antragstellers, Straße und Hausnummer PLZ und Ort). Ich bitte Sie, von weiteren Besuchen abzusehen.

Bitte bestätigen Sie meine Kündigung.

Mit freundlichen Grüßen

 

Unterschrift

 

Einkaufen?   Zum Arzt?   Freunde besuchen?

 

Wenn Sie ein Problem mit dem Pflegepersonal haben, sprechen Sie mit der Pflegedienstleitung. Ärger mit dem Pflegedienst und den Pflegedienstmitarbeitern kann es immer wieder mal geben. Manchmal liegen Missverständnisse vor, die leicht geklärt werden können, ohne gleich den Pflegedienst wechseln zu müssen.

Bleiben Sie mit dem Pflegedienst deshalb immer in mündlichem Kontakt und tauschen Sie sich aus.

 

Wo kann ich mich über einen Pflegedienst beschweren?

Zuerst sollten Sie versuchen, die Probleme mit der Pflegedienstleitung zu erörtern und vielleicht beizulegen. Sollten Sie mit der Qualität und dem Verhalten des Pflegedienstes überhaupt nicht zufrieden sein, haben Sie die Möglichkeit, sich bei Ihrer Pflegeversicherung zu beschweren. Weitere Ansprechpartner sind auch die Pflegestützpunkte, kommunale Pflegeberatungen oder Verbraucherzentralen.

 

Zusammenarbeit der Pflegedienste mit anderen Dienstleistern

Die Pflege zuhause beinhaltet nicht nur die Betreuung der pflegebedürftigen Menschen durch den Pflegedienst. Ambulante Pflege ist viel mehr. Ständig ergeben sich irgendwelche Änderungen: Der Patient bekommt neue Medikamente oder neue Therapien verschrieben, ein Krankenhausaufenthalt steht an oder eine Reha, der Gesundheitszustand verschlechtert sich, es müssen neue Diagnosen gestellt werden wozu weitere Fachärzte benötigt werden usw.

Die Patientenversorgung muss gut koordiniert werden. Es bedarf einer zentralen Stelle, die alles regelt und abstimmt.

 

 

In diesen Verbund sollten – je nach Situation – folgende Dienstleister und Gruppen mit einbezogen werden:

  • Hausarzt und Fachärzte,
  • Krankenhäuser,
  • geriatrische Kliniken und Rehaeinrichtungen,
  • Tages- und Nachtpflege sowie Kurzzeitpflegeeinrichtung,
  • Apotheken und Sanitätshäuser,
  • ehrenamtliche Mitarbeiter,
  • Seelsorger usw.

icon-book Lese-TiPP: „Eine gut koordinierte ambulante Patientenversorgung wird immer wichtiger

 

Nützliche TiPPS

  • Ich möchte an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass bei Inanspruchnahme eines Pflegedienstes die Beitragszahlungen zur Rentenversicherung gekürzt werden. In der Regel bezahlt die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen für die Pflegepersonen die Beiträge zur Rentenversicherung. Werden Pflegesachleistungen in Anspruch genommen, werden die Rentenversicherungsbeiträge prozentual gekürzt. icon-book Lese-TiPP: „Rente für die Pflege von Angehörigen“.
  • Nicht nur der Pflegedienst hat Pflichten. Auch die Pflegenden und der Pflegebedürftige haben sich an gewisse Regeln zu halten. Um die Altenpflege so optimal wie möglich zu gestalten, müssen alle an einem Strang ziehen. Als Pflegeperson sollten Sie deshalb vereinbarte Termine rechtzeitig absagen, wenn sie diese nicht einhalten können. Teilen Sie dem Pflegedienst auch mit, wenn Sie Veränderungen des Allgemeinzustandes an dem Patienten feststellen.
  • Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad 2 bis 5 die keinen Pflegedienst in Anspruch nehmen, müssen in regelmäßigen Abständen einen verpflichtenden Beratungseinsatz beauftragen. Dieser muss selbst organisiert werden. Wird der Beratungseinsatz nicht durchgeführt, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen. Sie können aber auch bei unserer kostenlosen Pflegeberatung ebenfalls einen Beratungseinsatz buchen. Die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen.

 

 

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