Tipps, wie Sie Fehler bei der MDK-Begutachtung vermeiden

Fehler bei der MDK-Begutachtung vermeiden
Was Sie ĂŒber die Begutachtung des MDK wissen sollten

Ob jemand pflegebedĂŒrftig ist oder nicht, wird bei der MDK-Begutachtung festgestellt. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) begutachtet Antragsteller auf Pflegeleistungen und gibt dann eine Beurteilung an die Krankenkasse. Damit Sie den richtigen Pflegegrad erhalten, mĂŒssen Sie Fehler bei der MDK-Begutachtung vermeiden.

Was passiert, wenn die Einstufung in den Pflegegrad falsch ist?

Wenn bei der Begutachtung zur Feststellung der PflegebedĂŒrftigkeit Fehler gemacht wurden, hat das folgende Konsequenzen:

  • Wurde kein Pflegegrad anerkannt, gibt es kein Pflegegeld und keine Pflegesachleistungen. Damit steht dann auch kein Budget fĂŒr Pflegehilfsmittel zur VerfĂŒgung, ebensowenig ZuschĂŒsse fĂŒr eine behindertengerechte Wohnraumanpassung (z.B. mit einem Treppenlift) in Höhe von bis zu 4.000 Euro usw.
  • Wurde die Höherstufung des Pflegegrades nicht anerkannt, erhöhen sich die Pflegesachleistungen und das Pflegegeld nicht. Doch gerade das Pflegegeld ist wichtig, wenn die pflegebedĂŒrftige Person zu Hause gepflegt wird.

Grundvoraussetzung fĂŒr Pflegeleistungen ist also die richtige Einstufung in einen Pflegegrad.

Mein Lese-Tipp: PflegestĂ€rkungsgesetz – Alle Pflegeleistungen auf einen Blick als Tabelle“

Doch wie verhalte ich mich, wenn der MDK kommt? Nachstehend erhalten Sie einige Tipps, um fĂŒr die MDK-Begutachtung gut vorbereitet zu sein:


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Wichtige Tipps, bevor der MDK kommt

Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst muss gut vorbereitet sein. Wenn Unterlagen fehlen oder nachgereicht werden mĂŒssen, verstreicht unnötig viel Zeit. Deshalb sollten Sie folgendes organisieren und bereithalten:

  • Bereiten Sie sich gut auf die MDK-Untersuchung vor. Der MDK-Gutachter prĂŒft anhand von 6 Modulen die einzelnen Lebensbereiche des PflegebedĂŒrftigen. Dazu arbeitet er mit einem Fragenkatalog. Wenn Sie wissen möchten, welche Fragen der MDK-Gutachter stellt, können Sie meinen kostenlosen Pflegegradrechner zur Hilfe nehmen. Dort sind alle Module und Fragestellungen hinterlegt.
  • Schreiben Sie in einem Pflegetagebuch sich ĂŒber einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen alles auf, was mit der Pflege und Betreuung des Patienten zu tun hat. Sie werden staunen, was da alles zusammen kommt.  Schreiben Sie auch auf, wann Sie nur beaufsichtigt haben. Das heißt, wenn Sie einen PflegebedĂŒrftigen beim Waschen anleiten oder beaufsichtigen, gehört dies zu Ihrer PflegetĂ€tigkeit.
  • Außerdem können Sie sich bei einem PflegestĂŒtzpunkt vorab informieren, was in Ihrem speziellen Fall zu beachten ist. Vielleicht kommt auch ein Mitarbeiter des PflegestĂŒtzpunktes am Tag der Begutachtung zu Ihnen nach Hause. Das kann sehr hilfreich sein, denn die PflegestĂŒtzpunkt-Mitarbeiter wissen, worauf es bei der Begutachtung ankommt.
  • Besorgen Sie fĂŒr den MDK alle wichtigen medizinischen Dokumente zu der Erkrankung und den Vorerkrankungen. Hierzu gehören Arztberichte und Bescheinigungen, Medikamentenplan, Auflistung der erhaltenen Therapien, Entlassungsberichte aus Krankenhaus oder einer Rehaeinrichtung, Röntgenbilder, MRT, Allergiepaß, Diabetikerausweis, Schwerbehindertenausweis, Vertrag mit Pflegedienst usw.
  • Erstellen Sie von den Dokumenten Kopien, die Sie dem MDK mitgeben können. Das erleichtert dem Gutachter seine Arbeit und er kann beim Erstellen des Gutachtens auf die Berichte zurĂŒckgreifen und nachlesen.

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  • Erstellen Sie eine Liste der behandelnden Ärzte, Therapeuten. Vermerken Sie, wie oft diese aufgesucht werden mĂŒssen und wie viel Zeit Sie dafĂŒr benötigen.
  • Halten Sie alle Hilfsmittel bereit (Rollstuhl, Rollator, Elektromobil usw.) die von dem Patienten benötigt und benutzt werden.
  • Listen Sie alle Erkrankungen auf, nicht nur die, wegen denen ein Pflegegrad beantragt wurde. Einige Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes usw. erschweren die Pflege. Ein PflegebedĂŒrftiger mit einem Schlaganfall und zusĂ€tzlicher Diabetes zum Beispiel hat einen höheren Pflegebedarf wie ohne Diabetes. Es muss Insulin gespritzt, vielleicht eine andere Nahrung gekocht werden, die medizinische Fußpflege muss in Anspruch genommen werden und vieles mehr. Es gibt viele Nebenerkrankungen, die zur primĂ€ren PflegebedĂŒrftigkeit noch mehr Pflegeaufwand bringen. Deshalb unbedingt auch auf diese Nebenerkrankungen hinweisen und den zusĂ€tzlichen Hilfebedarf angeben.
  • Legen Sie dem Gutachter eine Liste der pflegenden Personen (incl. Anschrift usw.) vor.
  • Der PflegebedĂŒrftige sollte auf alle FĂ€lle auf die MDK-Begutachtung vorbereitet sein. Er muss wissen, dass eine Begutachtung ansteht und dass es wichtig fĂŒr die Einstufung der Pflegestufe ist, dass er offen und ehrlich seine Defizite zugibt.
  • Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Termin fĂŒr die Begutachtung zu kurzfristig angesetzt ist und Sie nicht genĂŒgend Zeit haben fĂŒr die Beschaffung aller nötigen Unterlagen, dann sagen Sie das dem MDK und bitten um eine Terminverschiebung.

Welche Bereiche sind fĂŒr die Pflegegrad-Einstufung wichtig?

FĂŒr die Pflegeeinstufung in einen Pflegegrad werden ĂŒber ein neues Begutachtungssystem 6 Lebensbereiche des Antragstellers bewertet. Damit soll festgestellt werden, wie selbststĂ€ndig die zu begutachtende Person ist und was sie noch alles selber machen kann oder auch nicht.

Mit dem neuen PrĂŒfverfahren – Neues Begutachtungsassessment / NBA – werden ab dem 01.01.2017 folgende Bereiche ĂŒber den Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MVK) ĂŒberprĂŒft:

  1. MobilitÀt
  2. Kognitive und kommunikative FĂ€higkeiten
  3. Verhalten und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. BewÀltigung von und selbststÀndiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Mehr dazu lesen Sie bitte in meinem Beitrag Die neuen Pflegegrade: So erfolgt die MDK-PrĂŒfung mit den neuen Modulen.


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Tipps, auf was Sie bei der MDK-Begutachtung beachten sollten

Wenn der MDK kommt: Vermeiden Sie bei der Pflegebegutachtung unnötige Fehler, die zu einer falschen Pflegegrad-Einstufung fĂŒhren können. Versetzen Sie sich am besten in die Position des Gutachters. Er sieht Sie und den zu Pflegenden vielleicht eine Stunde. Es ist unmöglich, die komplette Pflegesituation in dieser kurzen Zeit erfassen zu können.

  • Lassen Sie den zu Pflegenden nie alleine mit dem MDK. Es sollte immer eine Vertrauensperson des Patienten anwesend sein, die den ganzen Ablauf auch etwas lenken kann. Haben Sie den Antrag auf PflegestufeÂ ĂŒber den Sozialdienst eines Pflegedienstes eingereicht, bitten Sie den Sozialdienstmitarbeiter, ob er zur Begutachtung mit anwesend sein könnte. Sozialdienstmitarbeiter können die Problematik des PflegebedĂŒrftigen meistens fachlich versiert vermitteln.
  • Keiner gibt gerne Fehler zu. Trotzdem ist es wichtig, beim MDK ehrlich zu sein und zuzugeben, was NICHT mehr geht. Wenn der Patient UnterstĂŒtzung beim Essen und Trinken benötigt, muss dies zugeben werden. Beim neuen Begutachtungssystem geht es schwerpunktmĂ€ĂŸig immer darum, was der Antragsteller noch selbststĂ€ndig erledigen kann und wo er Hilfe benötigt. Je mehr Hilfe ein pflegebedĂŒrftiger Mensch durch eine fremde Person benötigt, umso höher fĂ€llt die Bewertung fĂŒr den Pflegegrad im Gutachten aus.
  • Verschweigen Sie nichts, fĂŒgen Sie aber auch nichts hinzu, was nicht stimmt. Die Gutachter können durch entsprechende Fragen und Tests Ihre Aussagen prĂŒfen. Deshalb mein Rat: bleiben Sie glaubhaft.
  • Sagen Sie auch nicht, dass es schon noch so einigermaßen geht. Entweder der Patient kann etwas alleine machen oder er benötigt entsprechende Hilfe. Wenn es nicht mehr geht, sagen Sie dies und auch, wie viel UnterstĂŒtzung notwendig ist.
  • Viele Patienten wollen einfach in einem guten Licht dastehen. Sie wollen sich nicht blamieren. Sollte der Patient von sich aus sagen, dass er dieses oder jenes noch kann, dies aber nicht so ist, dann fordern Sie ihn auf, die TĂ€tigkeit alleine auszufĂŒhren.
  • Es muss der tatsĂ€chliche Zustand des zu Pflegenden gezeigt werden. Wenn er sich nicht mehr die Haare kĂ€mmen kann, dann sollte der Patient fĂŒr die MDK-Begutachtung nicht top gestylt dasitzen. Auch wenn die pflegenden Angehörigen gerne zeigen, wie gut der Patient versorgt und gepflegt wird, kann diese gut gemeinte Geste zu einer falschen Einstufung fĂŒhren.
  • Es reicht nicht aus, dass ein Patient seine Arme etwas nach oben strecken oder ein wenig hinter den Kopf bringen kann, um zu beurteilen, dass er sich auch selbst die Haare kĂ€mmen kann. Zeigen Sie dem Gutachter, wie Ihr Patient eben das nicht kann.
  • Ziehen Sie den Patienten zur Begutachtung mit „normaler“ Kleidung an und nicht mit einem Schlafanzug. Das zeigt, dass Sie Wert auf einen gepflegten Patienten legen, aber auch, dass das An- und Ausziehen mehr Zeit in Anspruch nimmt.
  • Sollte der Patient gerade essen wenn der PrĂŒfer vom MDK kommt, dann lassen Sie ihn weiter essen. So sieht der MDK-PrĂŒfer die tatsĂ€chliche Situation und wie viel UnterstĂŒtzung beim Essen notwendig ist.
  • Ihr Patient muss nicht aussehen wie „frisch poliert“. Wenn er sich kurz vor dem Begutachtungstermin mit einem GetrĂ€nk oder dem Essen die Kleidung beschmutzt hat, dann kann das der Gutachter ruhig sehen. Dies macht klar, dass Sie dadurch einen Mehraufwand haben durch hĂ€ufigeres Wechseln der WĂ€sche.
  • Wenn Patienten unsicher sind oder Angst – bis hin zu Angststörungen – vor gewissen Handlungen haben, sich sperren oder verweigern, haben Sie einen erhöhten Aufwand fĂŒr die Pflege Ihres Angehörigen.
  • Menschen mit Übergewicht sind schwerer zu pflegen.
  • Manche Patienten verstehen nicht alles gleich beim ersten Mal. Anweisungen mĂŒssen deshalb hĂ€ufiger wiederholt werden. Auch das mĂŒssen Sie zur Sprache bringen.

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  • Vielleicht haben Sie auch einen höheren Betreuungsaufwand, wenn sich Ihr Angehörige beim ZĂ€hne putzen permanent wehrt und Sie erst gut und lange zureden mĂŒssen.
  • Die Gutachter stellen Fragen an den Patienten, um zu testen, was er noch weiß. Wird der Patient vom Gutachter z.B. nach seinem Geburtsort befragt und der Patient antwortet fĂ€lschlicherweise mit seinem jetzigen Wohnort, sollten Sie eingreifen. KlĂ€ren Sie den Gutachter ĂŒber dieses Defizit auf.
  • Wenn der MDK den Patienten eine Aufgabe gibt, von der Sie wissen, dass er sie nicht erfĂŒllen kann, lassen Sie es den Patienten trotzdem machen. Greifen Sie nicht helfend ein. Der MDK muss sehen, dass es nicht mehr geht.
  • Es reicht nicht, wenn Sie sagen, dass der Patient sich nach dem Toilettengang noch einigermaßen selbst reinigen kann, wenn Sie in Wirklichkeit diese TĂ€tigkeit ausfĂŒhren, damit der Patient auch wirklich sauber ist. Entwickeln Sie keine falsche Scham.
  • Wenn der Patient Probleme mit Knöpfen an Hemden oder Blusen hat, dann sollten Sie am Tag der MDK-Begutachtung auch wirklich dem Patienten eine Bluse oder ein Hemd anziehen. Nur so kann der Begutachter sehen, dass das Öffnen der Bekleidung nicht mehr alleine geht.
  • Helfen Sie dem Patienten nicht beim Aufstehen, wenn er dies nicht mehr selbst kann. Lassen Sie ihn versuchen, selbst aufzustehen, so dass der Gutachter sieht, inwieweit hier UnterstĂŒtzung nötig ist.
  • Wenn das Thema Inkontinenz fĂŒr den Patienten zu peinlich ist, kann es auch in einem 4-Augen-GesprĂ€ch mit dem Gutachter erörtert werden.
  • ErklĂ€ren Sie dem Gutachter, welche UmstĂ€nde die Pflege erschweren. Dies können sein: Die baulichen Gegebenheiten (kein Aufzug oder Treppenlift), das Bad ist nicht behindertengerecht, zu schmale TĂŒren fĂŒr einen Rollstuhl, hohes Körpergewicht, wenig Eigeninitiative des PflegebedĂŒrftigen, kein oder nur wenig Mitarbeiten des PflegebedĂŒrftigen möglich, Zuckungen und Spasmen, BerĂŒhrungsempfindlichkeiten, erschwerte Kommunikation durch Seh- oder Hörprobleme, vermehrte Aufsicht und Begleitung wegen Sturzgefahr.
  • Bei Personen mit Demenz kommt erschwerend hinzu, dass sie Weglauftendenzen/Hinlauftendenzen haben – das heißt erhöhte Beaufsichtigung benötigen. Sich immer wieder ausziehen und deshalb durch die Pflegeperson ein erneutes Anziehen nötig ist. NĂ€chtliches Aufstehen und Umhergehen, das beaufsichtigt werden muss, weil der Patient sonst unbeaufsichtigt das Haus verlĂ€ĂŸt oder den Herd anstellt, sollten Sie erwĂ€hnen, wenn das so zutrifft. Es gibt sehr viele Dinge, die gerade bei Demenzpatienten viel mehr Pflegeaufwand erfordern.
  • Werden Demenzpatienten gefragt, was sie selbst noch alles erledigen können, dann geben sie meist zur Auskunft, dass sie alles noch selbst machen können. Das ist eine FehleinschĂ€tzung der eigenen Kompetenz. Menschen mit Demenz können oft nicht mehr abschĂ€tzen, was sie können oder nicht. Dies muss auch dem Gutachter vermittelt werden, dass der Patient sich selbst falsch einschĂ€tzt.
  • Wenn Sie zur Pflege bereits einen ambulanten Pflegedienst haben oder nach der Einstufung in einen Pflegegrad einen Pflegedienst hinzuziehen möchten, sollten Sie diesen bitten, bei der Begutachtung anwesend zu sein. Der Pflegedienst kann fachlich sehr gut erklĂ€ren, welche TĂ€tigkeiten unbedingt notwendig sind und wo ĂŒberall Hilfe benötigt wird. Ansonsten legen Sie bitte die Pflegedokumentation des Pflegedienstes vor
  • Lassen Sie sich beim Begutachtungstermin unter keinen UmstĂ€nden unter Zeitdruck stellen. Je nach PflegebedĂŒrftigkeit kann es einfach etwas lĂ€nger dauern, bis Sie alles Notwendige was zu Ihrer individuellen Pflegesituation gehört, vermitteln können. So wird vermieden, dass Sie wichtige Informationen nicht mitteilen können.
  • Anderweitig sollten Sie aber unbedingt sachlich bleiben und nicht ausschweifend werden.
  • Sie haben das Recht, ein 4-Augen-GesprĂ€ch mit dem Gutachter zu fĂŒhren. Hier können nochmals Dinge besprochen werden, die fĂŒr den Patienten unangenehm oder peinlich sein können.

Was Sie sonst noch beachten sollten

  • Teilen Sie dem Gutachter bei der Begutachtung mit, was Sie fĂŒr die Pflege benötigen, wie z.B. Rollstuhl, Pflegebett, Pflegehilfsmittel, Hilfsmittel, Rehamaßnahmen. Er kann dies dann – wenn er eine Notwendigkeit sieht, gleich mit in sein Gutachten aufnehmen und es muss nicht nachtrĂ€glich beantragt und genehmigt werden.
  • Besprechen Sie mit dem Gutachter die Wohnsituation. Zeigen Sie, welche Defizite die Wohnung hat, um eine vernĂŒnftige Pflege zu gewĂ€hrleisten. Somit können wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gleich im Gutachten mit aufgenommen werden.
  • Geben Sie dem Gutachter eine klare Auskunft wie die Pflege gestaltet werden soll. Pflegen Sie alleine, nehmen Sie einen Pflegedienst hinzu oder soll die Pflege in einem Pflegeheim stattfinden. Somit kann schon im Vorfeld geklĂ€rt werden, ob Sie Pflegegeld oder Kombinationspflege beanspruchen möchten.
  • Wenn Sie Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie dies auch gleich mit dem Gutachter klĂ€ren.
  • Bitten Sie den Gutachter, daß mit der Pflegestufenbeurteilung auch das Pflegegutachten mitgeschickt wird. Sie haben ein Recht darauf, das Gutachten zu bekommen. Das Pflegegutachten ist wichtig, wenn Sie Widerspruch gegen die Pflegestufe einlegen möchten. Sie können nur argumentieren, wenn Sie wissen, WARUM Ihnen der Pflegegrad / die Pflegestufe abgelehnt wurde – und das steht im Gutachten. Wenn Sie Widerspruch einlegen, erfolgt in der Regel eine Wiederholungsbegutachtung.


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RĂŒckversicherung der Gutachter

FĂŒr einen Gutachter ist es nicht immer ganz leicht herauszufinden, ob seine EinschĂ€tzung ĂŒber den zu Begutachtenden auch tatsĂ€chlich stimmt. Unter UmstĂ€nden greift er deshalb zu kleinen Tricks, um zu sehen, was der PflegebedĂŒrftige tatsĂ€chlich noch kann.

  • Vielleicht lĂ€sst der Gutachter einen Stift fallen in der Hoffnung, dass sich der PflegebedĂŒrftige danach bĂŒckt,
  • vielleicht bittet er den PflegebedĂŒrftigen um ein Glas Wasser oder
  • er möchte, dass sich der PflegebedĂŒrftige den Pullover fĂŒr eine Untersuchung auszieht.

Kann der PflegebedĂŒrftige jetzt plötzlich all diese Dinge, was vorher als „geht nicht mehr“ deklariert wurde, können Sie leicht in ErklĂ€rungsnot geraten.

PrĂŒfungsangst des PflegebedĂŒrftigen

Oftmals haben die PflegebedĂŒrftigen aber auch eine Art PrĂŒfungsangst vor dem Gutachter. Sie glauben, jetzt alles besonders gut machen zu mĂŒssen und strengen sich ganz besonders an und mĂŒhen sich furchtbar ab. Das ist nicht Sinn und Zweck der Begutachtung, es soll der reale Alltag wiedergegeben werden und der sieht dann eben so aus, dass vieles nicht mehr geht, zu was sich der PflegebedĂŒrftige vor dem Gutachter zwingt.

Zeigen Sie dem Gutachter das reale Leben des PflegebedĂŒrftigen. Putzen Sie ihn fĂŒr diesen Tag auch nicht besonders heraus. Gerade bei Demenzkranken ist es oft der Fall, dass sie sich nicht anfassen oder helfen lassen wollen. Wenn deshalb die Haare nicht gekĂ€mmt oder die ZĂ€hne nicht geputzt sind, dann sollten sie das dem Gutachter auch zeigen.

Was ist, wenn der Pflegegrad abgelehnt wurde?

Wurde der Pflegegrad oder die Erhöhung des Pflegegrades abgelehnt, dann unbedingt Widerspruch gegen die Ablehnung des Pflegegrades einlegen.

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