Demenz und Alzheimer – Großer Ratgeber fĂŒr Angehörige

Alzheimer und Demenz. Immer mehr Menschen erkranken an dieser Krankheit
Je Àlter wir werden, umso höher das Risiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken.

Demenz ist die Volkskrankheit im Alter schlechthin. Die hĂ€ufigste Form der verschiedenen Demenzarten ist Alzheimer. 2016 hatten wir mehr als 1,6 Millionen Menschen, die an einer Demenzform erkrankt waren. FĂŒr das Jahr 2050 werden 3 Millionen Demenz-Patienten prognostiziert.

Im Prinzip sind das erschreckende Zahlen, wenn man sich ĂŒberlegt, dass wir nicht einmal genau wissen, was der Auslöser einer Demenz ist. Ebenso wenig haben wir im Moment Möglichkeiten, die Demenzerkrankungen zu heilen. Lediglich eine Verzögerung ist unter UmstĂ€nden möglich.

Je frĂŒher eine Demenz erkannt wird, umso besser sind die Möglichkeiten, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

Wie wird Demenz festgestellt?

Eine leichte Alters-Vergesslichkeit muss noch lange keine Demenz sein. Ob ein etwas seltsames Verhalten nun SenilitÀt oder tatsÀchlich eine Demenz ist, kann nur ein Fach-Arzt feststellen.


 

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Anhand von verschiedenen Tests und Untersuchungen, wie z.B.

  • dem Uhrentest,
  • neurologischen Untersuchungen,
  • bildgebenden Untersuchungen wie MRT oder CT sowie
  • körperlichen Untersuchungen

kann dann der Arzt eine Demenzerkrankung diagnostizieren.

Es gibt jedoch auch Krankheiten, wie z.B. eine Depression, die demenzĂ€hnliche Symptome aufweisen. Um einer Verwechslung und falschen Behandlung vorzubeugen, ist es wichtig, dass Untersuchungen durchgefĂŒhrt und andere Erkrankungen ausgeschlossen werden können.

Übrigens: In diesem Beitrag wird der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer sehr anschaulich und einprĂ€gsam erklĂ€rt.

VerÀndertes Verhalten bei Menschen mit Demenz

Die Demenz verÀndert das Verhalten der Betroffenen sehr stark. Und zwar abhÀngig vom Stadium und der Art der Demenz.

Anfangs bekommen die Dementen noch mit, wie sich ihre Handlungsweise verĂ€ndert, in fortgeschrittenem Stadium jedoch meist nicht mehr. FĂŒr die Erkrankten macht es die Situation nicht einfacher, wenn sie hautnah erleben, wie sich der geistige Verfall immer mehr bemerkbar macht. Sie entwickeln geschickte Taktiken, um die Krankheit gegenĂŒber ihren Mitmenschen zu verbergen. Aber irgendwann lĂ€sst sich das verĂ€nderte Verhalten nicht mehr verheimlichen.

Hier noch ein Statement von Markus Proske – Demente Ă€rgern uns nicht mit Absicht


Vielleicht kennen Sie als Angehörige immer mal wieder folgenden Gedanken oder machen ihrem Ärger auch mal anderen gegenĂŒber so oder so Ă€hnlich Luft:
„Meine Mama nervt mich so. Sie macht alles mit Absicht – nur um mich zu Ă€rgern!“ „Mein Papa, der benimmt sich unmöglich, der will mir nur das von frĂŒher heimzahlen!“

Gerade dann dĂŒrfen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen: Menschen mit Demenz machen alles mit Absicht, aber NICHT, um Sie zu Ă€rgern! Interessant ist dabei vor allem, dass wir oft nicht verstehen, warum sie dieses oder jenes machen. Und gerade da sind wir dann gefordert – ja aufgefordert, Sherlock Homes zu spielen und wie ein Detektiv zu versuchen, herauszufinden, wo denn des Pudels Kern nun liegt.

Das ist dann hĂ€ufig die noch grĂ¶ĂŸere Herausforderung. Denn, es muss uns klar sein, dass ein dementiell Erkrankter uns NICHT absichtlich Ă€rgert mit dem, was er tut. Menschen mit Demenz verlieren die FĂ€higkeit, sich so etwas auszudenken, das heißt, Handlungen und Aktionen bewusst zu planen und dann entsprechend auszufĂŒhren. Auf solch eine Idee wĂŒrden Betroffene nie kommen.

Wenn diese also ein Verhalten zeigen, das aggressiv ist, das Sie möglicherweise fordert – ja herausfordert – dann sollten Sie versuchen herauszufinden: „Was steckt hinter diesem Verhalten? Was könnte die Ursache fĂŒr genau dieses Verhalten sein?“

So können Sie dann in der Zukunft versuchen, so gut es geht, diese Ursache, diesen auslösenden Faktor zu vermeiden. Sei es eine Situation, bestimmte Worte oder auch eine bestimmte Örtlichkeit. Dies kann auch schon Gelingen, indem Sie Situationen entlastend begleiten oder den Betroffenen ablenken.

Wenn es Ihnen gelingt, sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass der Demenz-Kranke Dinge tut, um Sie zu Ă€rgern, Sie zu bestrafen oder Ihnen etwas heimzuzahlen, dann schaffen Sie Raum fĂŒr Lösungen und Handlungsalternativen. Und das wiederum wird Sie UND Ihre/n Angehörige/n entlasten und das Miteinander wieder ein StĂŒck leichter machen.

Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, wo der Betroffene seine Situation und sein Verhalten nicht mehr kontrollieren kann. Jede Demenz verlÀuft anders und jeder Betroffene reagiert anders. Folgende PersönlichkeitsverÀnderungen können dann bei den senilen Menschen auftreten.


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Erschwerte Kommunikation mit dementen Menschen

Mit zunehmender Demenz verĂ€ndert sich ja im Leben der Betroffenen nahezu alles. So auch die Kommunikation. Es wird immer schwerer werden, sich mit der Person, die an Demenz leidet, in gewohnter Weise unterhalten zu können. Denn die Betroffenen können sich im Laufe der Zeit immer schlechter verstĂ€ndlich machen und sich formulieren. Sie können Ihre WĂŒnsche, BedĂŒrfnisse und GefĂŒhle nicht mehr mitteilen. Keiner versteht sie mehr. Das kann zum einen zu Depressionen fĂŒhren, zum anderen aber auch zu AggressivitĂ€t und Wut.

Deshalb ist Kommunikation, egal ob nonverbal oder verbal, sehr wichtig. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, mit Dementen in Kontakt zu treten.

icon-book Lese-TiPP: Demenz verstehen: Mit der richtigen Kommunikation geht vieles leichter

Aggressives, jÀhzorniges Verhalten

AggressivitĂ€t kann schon in einer frĂŒhen Phase auftreten. NĂ€mlich dann, wenn der Patient selbst noch seine VerĂ€nderungen, also seine Vergesslichkeit, mitbekommt. Er muss sich dann stĂ€ndig mit seiner Krankheit und seinen Defiziten auseinandersetzen. QuĂ€lende Fragen treiben die Betroffenen um.

  • Was wird aus mir?
  • Wie soll das noch weitergehen?
  • Falle ich jetzt schon meiner Umwelt auf die Nerven?
  • Bekomme ich noch alles mit, was um mich herum vorgeht?
  • Hoffentlich habe ich nichts Wichtiges vergessen?

Diese Fragen lassen zum einen eine große Unsicherheit aufkommen. Zum anderen löst es bei vielen eine Wut, Angst oder Aggression aus. Wichtig ist herauszufinden, warum der an Demenz Erkrankte solch einen JĂ€hzorn an den Tag legt. Wenn Sie die GrĂŒnde fĂŒr das „aufsĂ€ssige oder unmögliche Verhalten“ kennen, dann können Sie agieren. Versetzen Sie sich in die Situation des Patienten:

Doch wie kann dieses renitente Verhalten ergrĂŒndet werden? Und vor allem, wie können Sie gegensteuern?

icon-book Lese-TiPP:  Was tun, wenn Oma schreit, kratzt und schlĂ€gt“.

Warum Demente von zu Hause weglaufen?

Das Weglaufen: Auch diese Problematik ist vielen Angehörigen von dementen Menschen bekannt. FĂŒr das „Weglaufen“ haben die Demenzkranken viele GrĂŒnde. Als gesunder Mensch verlĂ€sst man ja auch hĂ€ufig die Wohnung. Man geht zum Einkaufen, zur Arbeit, Freunde oder Verwandte besuchen. Bei Dementen ist das genauso.


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Stellen Sie sich folgende Situationen vor:

  • Sie haben ihren dementen Vater fĂŒr die Betreuung zu sich nach Hause genommen. Im Prinzip ist ihm Ihre Wohnung unbekannt, da er sich nicht mehr an diese erinnern kann. Er kann sich aber sehr wohl noch an seine eigene Wohnung erinnern. Die hat aber so ĂŒberhaupt keine Ähnlichkeit mit Ihrer Wohnung. Also glaubt Ihr Vater, dass er bei Ihnen allenfalls mal fĂŒr ein paar Stunden zu Besuch ist und will nun wieder nach Hause. UnabhĂ€ngig davon, ob er vielleicht schon seit Monaten oder Jahren bei Ihnen wohnt.

HĂ€ufig spricht man bei Menschen mit Demenz von einer Weglauftendenz. Korrekt wĂ€re jedoch die Begrifflichkeit „Hinlauftendenz“. Denn der Demente möchte an einen bestimmten Ort hinlaufen und nicht von seinem jetzigen Ort weglaufen.

icon-book Lese-TiPP: Wenn Menschen mit Demenz weglaufen

Mein TiPP: Mit sogenannten Sensor-Trittmatten können Sie alarmiert werden, wenn der demente Mensch die Wohnung verlĂ€sst. Damit ist gewĂ€hrleistet, dass Ihr Angehöriger nicht alleine außer Haus geht. Weitere Infos ĂŒber die Sensor-Trittmatten, deren Vorteile und Anwendungsbereiche: Sensor-Trittmatten fĂŒr Menschen mit Weglauftendenz.

NÀchtliche Unruhe bei demenziell verÀnderten Menschen

Manche Demente laufen tagsĂŒber weg, manche werden bei Nacht unruhig und verlassen unbeaufsichtigt das Bett. Auch BettflĂŒchtige haben ein Ziel. Es ist durchaus möglich, dass der an Demenz Erkrankte bei Nacht und Nebel loszieht um fĂŒr ihn wichtige Erledigungen zu machen.

FĂŒr viele Angehörige ist dieser Zustand der nĂ€chtlichen Unruhe eine große Herausforderung. Demente brauchen tagsĂŒber schon einiges an Betreuung. Viele Pflegenden liegen nachts wach oder schlafen nicht mehr richtig, weil sie stĂ€ndig befĂŒrchten, der kranke Angehörige sei wieder auf Wanderschaft. Schon alleine das Aussteigen aus dem Bett kann zur Gefahr werden. Schnell kann es zu einem Sturz kommen, wenn kein Licht an ist.

Oder der Erkrankte hat es letztendlich geschafft, die Wohnung zu verlassen. Was dann? Nachts einen orientierungslos umherirrenden Menschen auf der Straße zu suchen, ist nicht lustig. Zumal sich der Erkrankte selbst weiteren Risiken aussetzt.

Mein TiPP: Es gibt zwischenzeitlich teilstationĂ€re Einrichtungen, die nicht nur eine Tagespflege anbieten, sondern auch Nachtpflege. Diese soll pflegenden Angehörigen die Möglichkeit geben, regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Nacht in die Nachtpflege geben zu können, damit sie wieder durchschlafen können.

icon-book Lese-TiPP: Sturzprophylaxe: Niederflurbetten als Alternative fĂŒr Bettgitter und Fixierung.

StÀndiges Wiederholen oder fragen

Das kennen auch die meisten Angehörigen. Immer wird das gleiche erzĂ€hlt. Immer dieselben Fragen werden gestellt? Wann gibt es Essen? Wann bringst du mich nach Hause? Ich habe Hunger. Reagiert man nun als pflegender Angehöriger nicht so, wie es sich der Betroffene vorstellt, kommt es zwangslĂ€ufig zu Aggressionen. Der pflegebedĂŒrftige Angehörige fĂŒhlt sich unverstanden und nicht ernst genommen. Die Situation schaukelt sich hoch und eskaliert.

Aber auch das ist keine böse Absicht der Dementen. Sie können einfach nicht anders.

  • Die schlechte Nachricht â–ș Das stĂ€ndige Wiederholen der Fragen wird nicht aufhören.
  • Die gute Nachricht â–ș Es gibt Tricks, wie Sie mit Ihrem Angehörigen in solch einer Situation umgehen und die kritische Lage deeskalieren können.

icon-book Lese-TiPP: Demenz verstehen: „MerkwĂŒrdiges“ Verhalten bei Menschen mit Demenz

LĂŒgen und andere beschuldigen

FĂŒr pflegende Angehörige auch sehr schwer zu ertragen sind unberechtigte Beschuldigungen wie etwa: „Du hast meine Brieftasche geklaut“ oder auch „Du hast einfach meinen neuen Pullover mitgenommen“ oder „Der Doktor hat meine Handtasche gestohlen“.

Wenn diese Anschuldigungen zu Hause unter „Vier Augen“ passieren, mag das noch angehen; obwohl es auch sehr verletzend ist. Aber in der Öffentlichkeit macht das wenig Spaß, wenn man des Diebstahls bezichtigt wird. Zumal viele oft gar nicht wissen, dass der Angehörige dement ist.

Doch auch diese Beschuldigungen und LĂŒgen haben ihren Grund.

icon-book Lese-TiPP:  Weitere Beispiele und wie Sie dagegen vorgehen könne : Demenz verstehen: Wenn Oma glaubt, dass sie bestohlen wurde


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Widerstand gegen die Pflege oder Körperhygiene

Es kann bei Demenz ein Stadium geben, indem die Betroffenen sich gegen jeden wehren, der ihm zu nahe kommt. Plötzlich wird der Zahnarzt oder der Friseur zum Gegner und wird attackiert. Es kann aber auch vorkommen, dass die an Demenz Erkrankten die eigenen Kinder oder Enkel, die Geschwister, Freunde oder Bekannte körperlich bedrohen oder schlagen.

Die Patienten fĂŒhlen sich bedroht. Irgendwann erkennen Sie die eigene Tochter oder auch den Zahnarzt nicht mehr. Sie wissen nicht, warum diese fremde Person sie plötzlich ausziehen oder ihr in den Mund sehen will. Sie haben Angst und wissen sich nicht zu helfen. In ihrer Hilslosigkeit werden sie aggressiv.

Das ist nur ein möglicher Grund fĂŒr den Widerstand. Als Angehöriger muss man stĂ€ndig herausfinden, warum fĂŒhlt sich der demente Mensch im Moment unverstanden und was bringt ihn gerade so auf die Palme.

icon-book Lese-TiPP mit praktischen Beispielen und Anregungen: „Demenz verstehen: Warum die Oma keine neuen Kleider will“

Verlust der Orientierung

Demenz ist mehr als „nur“ vergessen. Mit Fortschreiten der Erkrankung verliert der demente Mensch immer mehr die Orientierung. Der Orientierungsverlust bei dementen Menschen bezieht sich auf die zeitliche, rĂ€umliche, situative und persönliche Wahrnehmung. Das bedeutet, dass der Erkrankte kein ZeitgefĂŒhl mehr hat, Situationen nicht mehr einschĂ€tzen kann und mit ihnen ĂŒberfordert ist. Er wird sich in seiner Umgebung und RĂ€umen nicht mehr auskennen und irgendwann auch sich selbst nicht mehr erkennen.

Umgang mit dementen Menschen

Demenz verĂ€ndert nicht nur das Leben des Erkrankten. Demenz krempelt auch das Leben der Angehörigen komplett um. Die Angehörigen mĂŒssen versuchen, sich in die Denkweise des dementen Menschen hineinzuversetzen. Und die Denkweise kann sich leider relativ hĂ€ufig verĂ€ndern. Das Leben mit Demenz betrifft also die ganze Familie.

Die wichtigsten Tipps möchte ich hier zusammenfassen:

  • Ob der Angehörige erfahren sollte, dass er Demenz hat, kann nicht prinzipiell beantwortet werden. Es kommt auf den Patienten selbst und dessen Zustand an. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie er die Situation beurteilt.
  • Eignen Sie sich Wissen ĂŒber die Erkrankung an. Lesen Sie nicht nur BĂŒcher, sondern sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt, mit Demenzgruppen, Selbsthilfegruppen. Begleiten Sie Ihren Angehörigen vielleicht auch zu einer Reha. Dort werden spezielle FachvortrĂ€ge angeboten.
  • Versuchen Sie herauszufinden, was Ihren Angehörigen bedrĂŒckt, was ihn umtreibt und was seine BeweggrĂŒnde fĂŒr sein momentanes Verhalten sind. Je besser Sie die BeweggrĂŒnde kennen, umso eher können sie agieren.
  • Den dementen Menschen können Sie nicht mehr Ă€ndern. Um ein gutes Miteinander hinzubekommen, mĂŒssen die gesunden Familienmitglieder ihr Verhalten dem Kranken anpassen.
  • Vermeiden Sie Diskussionen. Sie sind wenig zielfĂŒhrend. Im Gegenteil. Diskussionen können MissverstĂ€ndnisse und UnverstĂ€ndnis beim Betroffenen auslösen. Aggression, Wut und das GefĂŒhl des Nichtverstanden sind die Folge.
  • Loben Sie den demenziell verĂ€nderten Menschen fĂŒr das was er gut gemacht hat. Halten Sie ihm aber nicht seine Defizite vor. Der Patient weiß, dass vieles nicht mehr so funktioniert wie er es sich auch selbst vorstellt. Vorhaltungen machen die Situation deshalb nicht besser.
  • Pflegen Sie einen respektvollen Umgang mit Ihrem kranken Angehörigen.
  • Beziehen Sie den Kranken so weit wie möglich in das tĂ€gliche Leben mit ein. Geben Sie ihm nĂŒtzliche Aufgaben, die er gerne macht. TĂ€tigkeiten, die Ihr Angehöriger noch nie mochte, wird er wahrscheinlich auch jetzt nicht machen wollen.
  • FĂŒr Demenzpatienten ist ein geregelter und strukturierter Tagesablauf hilfreich. Versuchen Sie, diesen einzuhalten.

Und manchmal sollten wir einfach den Spieß umdrehen und schauen, was wir von den dementen Personen lernen können. Dementiell VerĂ€nderte leben die Zeit ganz anders als wir – sie leben im Augenblick.

icon-book Lese-TiPP: Sehen Sie die Demenz einmal von einer anderen Seite. „Was wir von Menschen mit Demenz lernen können“.

Validation: Mehr ĂŒber den Umgang mit dementen Menschen finden Sie auch in BĂŒchern zum Thema Validation. Bei der Validation geht es um eine wertschĂ€tzende Haltung gegenĂŒber dem Patienten. Naomi Feil hat dazu ein eigenes Validations-Programm entwickelt, welches auch hĂ€ufig in Pflegeheimen angewendet wird. Validation kann nicht heilen. Sie soll jedoch bei den Pflegenden bewirken, dass diese die demenziellen Verhaltensweisen verstehen und akzeptieren.

Demenz kann ein ganz ungewohntes Essverhalten bei den Erkrankten auslösen.
Menschen mit Demenz mĂŒssen hĂ€ufig zum Essen animiert werden.

ErnÀhrung bei einer Demenzerkrankung

Bei Älteren und auch Demenzkranken kann es schnell vorkommen, dass sie mangelernĂ€hrt sind. Eine MangelernĂ€hrung darf auf keinen Fall unterschĂ€tzt werden. MangelernĂ€hrung bedeutet nicht zwingend, dass eine Person unterernĂ€hrt ist. Eine MangelernĂ€hrung ist auch eine Unterversorgung mit NĂ€hrstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen usw.

HÀufig haben Demenzkranke ein Problem mit der ErnÀhrung und dem Gewicht. Das kann verschiedene Ursachen haben:

  • Entweder, sie wissen nicht mehr, dass sie bereits gegessen haben und essen dann noch ein zweites oder gar drittes Mal, wenn sie keiner aufhĂ€lt.
  • Oder sie denken, sie haben bereits gegessen. Damit fĂ€llt dann die Mahlzeit automatisch aus.
  • Aber es kann auch sein, dass sie schlicht und ergreifend vergessen zu essen.

icon-book Lese-TiPP: Demenz verstehen: Mit kleinen Tricks zum Essen animieren

Oftmals brauchen sie aber auch im Verlauf der Demenzerkrankung viel mehr Kalorien als vorher. Gerade zappelige Menschen die stĂ€ndig hin und her wippen oder unruhige mit einem hohen Bewegungsdrang, brauchen viel mehr NĂ€hrstoffe. Mit einer normalen ErnĂ€hrung kann das oft nicht ausgeglichen werden und es muss auf Spezialnahrung zurĂŒckgegriffen werden. Hier kommen dann hochkalorische Speisen zum Einsatz.

icon-book Lese-TiPP: „Aufbaunahrung: Gezielte NĂ€hrstoffzufuhr bei MangelernĂ€hrung“

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Einige Demenzpatienten haben mehr oder weniger schwere Schluckprobleme. Menschen mit ausgeprĂ€gten Schluckbeschwerden brauchen im Allgemeinen eine etwas andere ErnĂ€hrung. So ist zum Beispiel Brot meist zu bröckelig und deshalb ungeeignet fĂŒr Dysphagiepatienten. GetrĂ€nke sind meist zu dĂŒnnflĂŒssig und mĂŒssen angedickt werden. Auch viele andere Nahrungsmittel sind nicht fĂŒr Menschen mit Schluckbeschwerden geeignet. Vieles muss pĂŒriert oder speziell zubereitet und angereichert werden.

Eine Schluckstörung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Das Verschluckte kann in die Lunge gelangen und dort eine LungenentzĂŒndung auslösen.

icon-book Lese-TiPP: „Richtige ErnĂ€hrung bei Schluckstörungen – mit RezeptvorschlĂ€gen“.

Hilfsmittel fĂŒr die Demenzbetreuung

Im Verlauf der Demenz lassen die GedĂ€chtnisleistung, die kognitiven FĂ€higkeiten und die Sprache nach. Dann wird es Zeit, sich darĂŒber Gedanken zu machen, wie dem Erkrankten das tĂ€gliche Leben erleichtert werden kann. Hier möchte ich auf einige Hilfsmittel und Möglichkeiten der Aktivierung und BeschĂ€ftigung aufmerksam machen.


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Wenn Demenzpatienten ins Krankenhaus mĂŒssen

Was tun, wenn der an Alzheimer Erkrankte ins Krankenhaus muss? Sowohl fĂŒr den Patienten selbst auch fĂŒr die Angehörigen kann ein Krankenhausaufenthalt zur Herausforderung werden.

Angefangen bei der ungewohnten und fremden Umgebung. Der Demente kann sich nicht orientieren, weiß vermutlich gar nicht, wo er ist bzw. warum er im Krankenhaus ist. Er wird aus seinem gewohnten Alltag, seiner gewohnten Struktur herausgerissen. Das ist etwas, was Demenzpatienten komplett aus der Spur wirft.

Unsicherheit und Angst machen dem Erkrankten zu schaffen. Fremde Menschen kommen stÀndig in sein Zimmer, fassen ihn an, nehmen Blut oder wechseln die Windeln. In der Hilfslosigkeit schlagen manche Patienten dann wild um sich, werden aggressiv.

Sie sollten darauf achten, dass Ihr Angehöriger, falls er bettflĂŒchtig ist, ein Niederflurbett bekommt. Dann kann das Bett bis fast auf den Boden abgefahren werden und einem Sturz aus dem Bett ist somit vorgebeugt.

icon-book Lese-TiPP: „Demenzpatienten im Krankenhaus – das sollte beachtet werden“.

Pflege von dementen Menschen

Bei der Pflege von Alzheimerpatienten gibt es sehr viel zu beachten. Ich möchte hier nur kurz auf zwei Punkte eingehen.

Zahnhygiene: Die Zahnhygiene ist in jedem Alter wichtig, denn eine schlechte Mundhygiene kann ganz schnell zu zusĂ€tzlichen, unerwĂŒnschten Krankheiten fĂŒhren. Doch demente Menschen nehmen es vielleicht irgendwann nicht mehr so genau mit dem ZĂ€hneputzen. Da bleibt den Angehörigen leider nichts anderes ĂŒbrig, als zu kontrollieren.

Ein weiteres Problem sind schlecht sitzende Zahnprothesen. In fortgeschrittenem Stadium kann sich der Patient nicht mehr richtig artikulieren. Er kann dann nicht mehr sagen, dass ihm der Kiefer weh tut. Wenn Druckstellen ĂŒbersehen werden, kann das zu EntzĂŒndungen und noch Schlimmerem fĂŒhren. Deshalb regelmĂ€ĂŸig mit dem Angehörigen zum Zahnarzt gehen und den Mundraum und die Zahngesundheit kontrollieren lassen.

Schmerzempfinden: Demente Menschen Ă€ußern Schmerzen auf die Art, wie es ihnen noch möglich ist. Die einen werden unruhig und nervig, die anderen jammern oder schreien vielleicht um Hilfe.

Ein hoher Prozentsatz der Dementen leidet an Schmerzen, die keiner erkennt. Können Sie sich das vorstellen, dass sie fast unertrĂ€gliche Schmerzen haben und keiner kommt und sorgt fĂŒr Abhilfe?

 


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Pflegeplanung bei Demenz

Der Verlauf einer Demenz kann unterschiedlich schnell vonstattengehen. Deshalb mĂŒssen die Angehörigen die Pflegeplanung stets im Auge haben.

Was bedeutet Pflegeplanung bei dementen Menschen? Bei der Pflegeplanung ist in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden zu prĂŒfen, was kann der demente Mensch noch selbst erledigen und wo benötigt er Hilfe bzw. wo mĂŒssen Maßnahmen ergriffen werden.

Sie als Angehöriger sollten deshalb regelmĂ€ĂŸig unter anderem prĂŒfen, ob der Demente:

  • Noch alleine leben kann. Ist gewĂ€hrleistet, dass er z.B. nicht versehentlich das Haus in Brand steckt, weil der Herd nicht abgeschaltet wurde und als AblageflĂ€che diente.
  • FĂŒr sich selbst und seine Umwelt kein Risiko darstellt, weil er vielleicht verwirrt auf der Straße umherirrt.
  • Sich noch selbst versorgen, alle EinkĂ€ufe tĂ€tigen, die WĂ€sche waschen und die Wohnung sauber halten kann.
  • Alleine alle Wege findet oder verlĂ€uft er sich immer hĂ€ufiger,
  • Verwahrlost oder mangelernĂ€hrt ist.
  • Jede notwendige medizinische Untersuchung und Behandlung erhĂ€lt.
  • Alle Medikamente noch selbst richten und einnehmen kann.
  • Noch alleine Autofahren kann.
  • Die Körperhygiene alleine durchfĂŒhren kann.

Die Pflegeplanung erfordert nun von den Angehörigen, dass sie bei VerĂ€nderungen des Gesundheitszustandes des Dementen entsprechend reagieren. Es wird vielleicht die Zeit kommen, wo Sie als Pflegeperson nicht mehr alleine die Pflege ĂŒbernehmen können.

Tipps fĂŒr die Pflegeplanung zu Hause

  • Sie sollten fĂŒr Ihren dementen Angehörigen einen Pflegegrad beantragen.
  • Ebenso sollten Sie Hilfsmittel beantragen, um die Pflege zu erleichtern.
  • PrĂŒfen Sie, ob Sie die Pflege zu Hause ĂŒberhaupt durchfĂŒhren können. Dazu habe ich Ihnen alle Überlegungen in meinem Beitrag „Checkliste hĂ€usliche Pflege“ zusammengestellt.
  • Die Wohnung sollte demenzgerecht eingerichtet werden, so dass der Erkrankte problemlos noch lange in den eigenen vier WĂ€nden wohnen bleiben kann.
  • Unter UmstĂ€nden benötigen Sie einen Treppenlift, wenn der Angehörige nicht mehr gut laufen kann.
  • Gerade fĂŒr Alzheimerpatienten ist eine Tagespflege eine gute Möglichkeit, um tagsĂŒber den Pflegenden zu entlasten. Andererseits wird der Erkrankte in der Tagespflege entsprechend seinen FĂ€higkeiten gefördert.
  • Die Nachtpflege, leider noch nicht so weit verbreitet, bietet die Möglichkeit, dass der Erkrankte nachts in einer Pflegeeinrichtung schlĂ€ft. So können auch die Pflegenden mal wieder durchschlafen.
  • Ein ambulanter Pflegedienst ist ebenfalls eine Entlastung fĂŒr die Pflegenden. Allerdings wird bei Inanspruchnahme eines Pflegedienstes das Pflegegeld gekĂŒrzt. Man spricht dann von einer Kombinationspflege.
  • 24h-PflegekrĂ€fte aus Osteuropa können ebenfalls eine große Hilfe bei der Betreuung von Dementen sein. Vor allem wenn diese nicht mehr alleine wohnen können.
  • Die Kurzzeitpflege nehmen Sie als Pflegeperson dann in Anspruch, wenn Sie selbst einmal in Urlaub fahren, ins Krankenhaus mĂŒssen oder andere Auszeiten benötigen.
  • Ebenso können Sie auch die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen.
  • Wenn der Alzheimer-Angehörige alleine lebt, wird dies irgendwann nicht mehr möglich sein. Dann ist zu prĂŒfen, ob die Pflege und Betreuung von Angehörigen ĂŒbernommen wird oder ob ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig wird. Bei Pflegeheimen gibt es hĂ€ufig Spezialstationen fĂŒr Demenzkranke.
  • Eine weitere Betreuungsalternative ist die Demenz-WG.

Zuletzt mĂŒssen Sie als Angehöriger auch auf die Sterbephase Ihres Familienmitgliedes vorbereitet sein. Können Sie die Pflege in der letzten Lebensphase selbst ĂŒbernehmen oder benötigen Sie eine hĂ€usliche Intensivpflege oder gar ein Sterbehospiz.

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Quelle Bildmaterial: Fotolia #115895206 © flightdog
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